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Segeberg Neues Büro der Lebenshilfe im Wohnhof Wesche eingeweiht
Lokales Segeberg Neues Büro der Lebenshilfe im Wohnhof Wesche eingeweiht
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20:35 03.11.2017
Mitarbeiterin Elisabeth Krug, Susanne Timm, Tanja Brandmüller, Bewohnerin und Mitarbeiterin Stephanie Eckert, Sylvia Johannsen und Mitarbeiterin Martina Knuth (v.l.). Quelle: Fotos: Irene Burow
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Bad Segeberg

„Wir haben uns das immer gewünscht, mitten in Bad Segeberg zu sein. Der Standort in der Theodor-Storm-Straße ist schon gut. Doch in der Kurhausstraße sind wir noch mehr mittendrin“, sagte Sylvia Johannsen, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Bad Segeberg und Umgebung. „Mittendrin“, so heißt die Servicestelle auf 180 Quadratmetern im Erdgeschoss, in der die Dienstleistungen angeboten werden.

Dieses Wohnprojekt macht Bad Segeberg ein kleines bisschen inklusiver: Im Wohnhof Wesche in der Kurhausstraße hat die Lebenshilfe das Vorderhaus eingeweiht, dort sind vier Wohnungen an junge Frauen mit Behinderung vermietet und ein Servicebüro der Vereinigung eröffnet worden.

Hier wird geplant und beraten: Über die Begleitung in der Schule, Arbeitsgemeinschaften in der Trave-Schule, den Familienunterstützenden Dienst und Unterstütztes Wohnen im Sozialraum sowie Freizeitangebote. Zudem ist ein Büro für leichte Sprache entstanden.

„Es ist schwer, geeigneten barrierefreien Wohnraum zu finden. Menschen mit Behinderung haben nicht viel Geld, sie fallen unter die Grundsicherung“, so Johannsen. In der Regel lebten sie daher in sozialen Brennpunkten mit wenig Kontakten zu Nachbarn. Nicht so im Wohnhof Wesche: Im Vorderhaus wird Inklusion gelebt, mit Wohnungen und Büro unter einem Dach. Vier junge Frauen mit Behinderung leben in den eigenen vier Wänden, die Lebenshilfe betreut sie im Alltag. „Dass wir das geschafft haben, ist vielen Menschen zu verdanken“, sagte sie. „Wir sind tatsächlich in der Eigentümergemeinschaft aufgenommen worden.“ So sei es möglich, dass die Menschen sich selbstverständlicher in der Gesellschaft bewegen können. Sie dankte dem Vorstand, der Projektentwicklungsfirma Conplan, der Architektin Jana Schmidt, „die den Spagat zwischen Kostengrenzen und Barrierefreiheit gewagt hat“, den Innendesignern und Antragschreiberinnen. Denn das Vorderhaus-Projekt hat 1,1 Millionen Euro verschlungen, knapp die Hälfte davon ist von der Aktion Mensch gefördert worden. „Das Haus ist eine Bereicherung für Bad Segeberg, weil es Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglicht“, sagte die Leiterin der Servicestelle mit zwölf Mitarbeitern, Susanne Timm. Das Angebot sei bunt und vielseitig: 73 Schüler an 23 Schulen werden von 53 Mitarbeitern im Kreis begleitet; es gebe 18 Arbeitsgemeinschaften, und es werden im Kreis 85 Familien von 71 Ehrenamtlern betreut sowie 20 Klienten von sechs Fachkräften im Bereich Unterstütztes Wohnen im Sozialraum.

Langfristig sollen die Angebote für Kinder ausgebaut werden. „Wir sprechen von Teilhabe, doch ohne Wörter zu verstehen, gibt es das nicht“, sagte Tanja Brandmüller vom Büro für leichte Sprache. „Wir sprechen von Inklusion, doch Sprache ist immer noch mit die größte Barriere. Und auch Integration geht nicht ohne sie.“ Bundesweit hätten rund 20 Millionen Menschen Probleme, die Standardsprache zu verstehen. Sie wird dabei helfen, den Zugang zu erleichtern. Für die Menschen vor Ort, aber auch für Behörden und Organisationen. „Denn nur wer Wissen aufnehmen, verstehen und entscheiden kann, ist wirklich dabei“, so Brandmüller.

1160 Quadratmeter groß ist die gesamte Wohnfläche des Wohnhofes Wesche in der Kurhausstraße 29. Er besteht aus zwei Gebäuden mit Tiefgarage und ist mit einem modernen Energiekonzept mit Holzpelletheizung und guter Dämmung entstanden. Alle Wohnungen sind barrierefrei durch Aufzüge zu erreichen. Die 15 Wohnungen sind zwischen 44 und 140 Quadratmeter groß und eignen sich für Singles, Paare und Familien, Alleinerziehende, behinderte Menschen und Senioren. 2014 wurde mit den Planungen begonnen. Nach zwei Jahren Bauzeit sind nicht nur die Nachbarn froh, dass die Baustelle in der Kurhausstraße nun verschwunden ist. Auf dem Grundstück befand sich vorher die Seeapotheke, und ursprünglich die Bäckerei Wesche.

Von Irene Burow

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