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Neues Kunsthaus: Hier können Kranke ihre Kreativität entdecken

Rickling Neues Kunsthaus: Hier können Kranke ihre Kreativität entdecken

Im Psychiatrischen Zentrum Rickling soll der Neubau Erfolgserlebnisse, Anerkennung und Kontakte ermöglichen.

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Die künstlerische Arbeit hat am Psychiatrischen Zentrum Rickling großen Stellenwert. Maleratelier-Leiterin Lena Kjär und der Leitende Chefarzt Nikolas Kahlke zeigen das Modell des geplanten Kunsthauses.

Quelle: Fotos: Nam

Rickling. Es heißt, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. „Zumindest so viel wie 1000 Worte“, wandelt Nikolas Kahlke, Leitender Chefarzt am Psychiatrischen Zentrum Rickling (PZR), das Sprichwort ab. Im Maleratelier des Zentrums wurden schon unzählige Gefühlswelten von Patienten auf die Leinwand gebracht, in Holz verarbeitet oder Ton. Doch die Sanierung der Holzbaracke aus den 40er Jahren ist unwirtschaftlich. Daher hat der Landesverein als Träger des PZR nun die Baugenehmigung für ein neuen Kunsthaus beantragt. Auf 1,7 Millionen Euro werden die Kosten geschätzt, sagt Regina Rocca, Sprecherin des Landesvereins. Ein Teil wird aus Spenden finanziert.

Seit über 30 Jahren gehört das Maleratelier zum festen Bestandteil des Psychiatrischen Zentrums. „Das Atelier steht den Patienten aus allen Bereichen offen“, sagt Leiterin Lena Kjär. Egal, ob fünf Minuten oder den ganzen Tag. Sie können den Pinsel in die Hand nehmen, töpfern oder in der Holzwerkstatt arbeiten — einfach kreativ werden, ohne Leistungsdruck. „Keiner geht hier ohne Erfolgserlebnis raus“, ist Kjär überzeugt.

In einem der Räume steht ein Klavier. „Das spricht sich immer schnell rum, dann kommt es hier auch spontan zu kleinen Konzerten.“ Das Maleratelier ist eine wichtige Begegnungsstätte. Hier können Patienten in einer ruhigen Ecke malen und trotzdem Trubel um sich herum haben, verdeutlicht Chefarzt Kahlke. Gleichzeitig biete das künstlerische Tun Gesprächsansätze. Nicht nur für Patienten untereinander. Auch für Gäste. Der Besuch der psychisch kranken Mutter beispielsweise könne sehr traurig sein, sagt Kahlke. Und während sich Familienmitglieder unter Umständen schwer täten beim Gespräch an der Kaffeetafel, falle dies im Atelier leichter.

Auch für die Anti-Stigmaarbeit des PZR ist das Atelier wichtig. Beim Besuch von Schülergruppen etwa gehöre es immer dazu, so Rocca. Oft seien Besucher dann überrascht. Überrascht, dass das Gelände an sich nicht den Klischees einer psychiatrischen Einrichtung entspreche. Überrascht, dass aus Krankheit auch so viel Kreativität entspringt, von der oft selbst die Patienten nichts geahnt hatten.

Der Aspekt der Begegnungsstätte soll im neuen Kunsthaus noch mehr zum Tragen kommen. Allein schon durch den Standort direkt an der Zufahrt zur Hauptverwaltung. Auch soll das Kunsthaus deutlich größer werden. Allein in der Mitte des wabenförmigen Gebäudes sind 200 Quadratmeter Ausstellungsfläche geplant — so viel, wie das Atelier derzeit hat. Hier könnten auch kleinere Konzerte oder Ausstellungen lokaler Künstler stattfinden, die keine Verbindung zum PZR haben, sagt Rocca. Nicht nur für die Patienten, sondern auch für Auswärtige. Insgesamt soll das Gebäude, in dem auch die Ergotherapie unterkommt, 830 Quadratmeter Platz bieten. Große Fensterfronten sollen Einblicke in den künstlerischen Alltag bieten und einladen. Zur großen Holzwerkstatt gehöre sogar eine Terrasse, um auch im Freien arbeiten zu können.

Noch existiert der Gebäudeentwurf nur als Modell. Wann das Kunsthaus gebaut wird, steht noch nicht fest, so Rocca. Aber doch so schnell wie möglich. Die Idee dazu existiere bereits seit über zehn Jahren. 120000 Euro Spenden wurden dafür bisher gesammelt.

„Das Atelier steht allen Patienten offen. Keiner geht ohne Erfolgserlebnis raus.“
Lena Kjär, Leiterin Maleratelier

Nadine Materne

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