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Neues Modell vom „Koloss am Nelkenweg“

Bad Segeberg Neues Modell vom „Koloss am Nelkenweg“

Statt 120 plant der Investor nun mit 100 Wohnungen. Derweil gibt es einen Anwohnerprotest gegen eine mögliche Zufahrt über den Holunderweg.

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Protest aus dem Holunderweg: Anwohnerinnen Moira Brüx (v.l.) und Wiebke Schröder befürchten, dass ihre Straße den zusätzlichen Verkehr des Bauvorhabens aufnehmen soll. An Bürgermeister Dieter Schönfeld übergeben sie eine Unterschriftenliste gegen dieses Szenario.

Bad Segeberg. Die Anwohner rund um das geplante Großbauprojekt am Nelkenweg sind unruhig. 120 Wohnungen in Geschossbauweise und eine 140 Meter lange Häuserwand hatten dem Vorhaben bereits den Beinamen „Klein Prora“ eingebrockt. Auch die vom Investor favorisierte Zufahrt über die Straße Am Apfelgarten erregt die Gemüter. Während die Stadtvertretung dem Investor IMR Consulting aufgab, sein Projekt abzuspecken, wurden nun die Anwohner im benachbarten Holunderweg aktiv. Sie befürchten, am Ende den kürzesten Strohhalm zu ziehen und als Alternativ-Zufahrt „auserkoren“ zu werden. Zwei Anwohnerinnen übergaben gestern bei Bürgermeister Dieter Schönfeld eine Unterschriftenliste gegen ein solches Szenario – und waren die ersten Bürger, die das neue Modell des Architekten zu Gesicht bekamen: Der Koloss vom Nelkenweg ist geschrumpft.

LN-Bild

Statt 120 plant der Investor nun mit 100 Wohnungen – Anwohnerprotest gegen eine mögliche Zufahrt über den Holunderweg.

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„Wir haben dem Investor ein Verkehrsgutachten aufgebürdet.“ Bürgermeister Dieter Schönfeld

Der L-förmige Baukörper wird an zwei Stellen aufgebrochen. Um die Höhe der dreigeschossigen Bauten plus Dachgeschoss zu verringern, soll die Tiefgarage noch weiter im Boden versinken. 12,5 Meter soll das Gebäude bis zum Dach messen. „Die Anzahl der Wohnungen wurde von 120 auf 100 verringert“, schildert Bürgermeister Dieter Schönfeld. Das sei schon eine Menge.

Doch so richtig begeistert sind Wiebke Schröder und Moira Brüx vom Holunderweg nicht. „Mir gefallen die vielen Bäume im Modell“, kommentierte Schröder ironisch. Als sie vor zehn Jahren im Holunderweg gebaut hatten, sei die Straße eine Sackgasse gewesen. Doch dann wurde über den Holunderweg der Schlehenweg erschlossen, 2014 kam die Graf-Gerhard-Straße dazu. Mit der Erweiterung des Berufsbildungszentrums sei das Verkehrsaufkommen im Holunderweg doppelt so hoch wie einst errechnet, heißt es in ihrem Schreiben an die Stadt. Die Belastungsgrenze sei erreicht. 46 Haushalte von 48 im Holunder- und im Schlehenweg haben den Brief unterschrieben, betonen Schröder und Brüx. Dazu notiert haben sie die Anzahl der Bewohner: 135 Betroffene seien es, davon 46 Kinder. Bisher sei familienfreundliches Wohnen möglich gewesen, doch mit der neuen Planung vor Augen: „Wohnen im Grünen sieht anders aus“, findet Schröder.

„Ihre Sorgen werden gehört“, versicherte der Bürgermeister, verwies aber auf den Flächenplan, der dort Wohnbebauung vorsieht. „Woraus sich aber kein Recht ableite“, schob er nach. Ein K.o.-Kriterium könnte tatsächlich die Verkehrsanbindung sein, wenn dafür keine verträgliche Lösung gefunden werde. Die Zufahrt allein über den Apfelgarten sehe die Stadt kritisch, so Schönfeld. Schon aus Sicherheitsgründen wären mehrere Zufahrten besser. Im Modell des Architekten sind neben dem Apfelgarten als Option zwei der Nelkenweg und als dritte Option der Holunderweg eingetragen als Zufahrten.

Um bei dem Thema voranzukommen, hat die Stadt dem Investor ein Verkehrsgutachten inklusive Prognoseberechnung „aufgebürdet“. Auftraggeberin aber ist die Stadt, betonte Bauamtsleiterin Antje Langethal. Demnächst solle mit den Verkehrszählungen begonnen werden. Mit einem Ergebnis rechnet sie bis „spätestens Mitte Oktober“.

 Nadine Materne

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