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Segeberg „Nicht zumutbar“ – Polizei Rheinland-Pfalz verlässt Containerdorf
Lokales Segeberg „Nicht zumutbar“ – Polizei Rheinland-Pfalz verlässt Containerdorf
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20:29 30.06.2017
Andere finden es offenbar zumutbar: Auch gestern Abend war die Container-Siedlung Levo-Park noch von Polizisten bewohnt. Quelle: Foto: Hiltrop
Bad Segeberg

/Mainz. So gar nicht zufrieden waren anscheinend die Männer und Frauen der Bundespolizei aus Rheinland Pfalz mit ihrer Unterbringung im Bad Segeberger Levo-Park. Wie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die CDU Rheinland-Pfalz gestern in Pressemitteilungen einstimmig beklagten, seien die zum G-20-Gipfel in Hamburg abkommandierten Beamten „im Containerdorf Bad Segeberg unter äußerst bedenklichen Zuständen untergebracht“.

Zwar seien die „Polizistinnen und Polizisten aus Rheinland-Pfalz von ihren Einsätzen viel gewohnt und sicherlich nicht verwöhnt“, sagte Matthias Lammert, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Mainz. „Dass aber Duschräume teilweise verschlossen, WC-Papier, Mülleimer und Papierhandtücher kaum bis gar nicht vorhanden sind, die Anfahrtswege zur Essensausgabe über 1,5 Stunden betragen und keine Trockenräume für Kleidungsstücke vorhanden sein sollen, ist völlig inakzeptabel.“

Der GdP-Vorsitzende Achim Recktenwald wiederum monierte die „spartanische Einrichtung der Container“ und das Fehlen von Einrichtungen für die Freizeitgestaltung. Zwar erwarte man keine Vier-Sterne-Unterbringung, sagte Recktenwald. „Elf Tage in solchen Unterkünften sind aber keinem zumutbar.“ Gerade was die fehlenden Freizeitaktivitäten angeht, hatte sich die Berliner Polizei vor einigen Tagen offenbar sehr viel besser zu helfen gewusst als ihre Kollegen aus dem Südwesten. Eine wilde, feucht-fröhliche Party, bei der es auch zum Massen-Urinieren am Zaun, öffentlichem Geschlechtsverkehr und Handgreiflichkeiten gekommen sein soll, machte vor wenigen Tagen bundesweit Schlagzeilen. Wegen ungebührlichen Verhaltens wurden die Beamten mittlerweile wieder in die Hauptstadt zurückgeschickt.

Auch die rheinland-pfälzischen Bundespolizisten haben Bad Segeberg inzwischen wieder verlassen, in ihrem Fall allerdings freiwillig. Nach Angaben der Hamburger Polizei, die den G-20-Einsatz koordiniert, sei den Kollegen nach Beschwerden aus dem Innenministerium in Mainz, das neben anderen Dingen auch Wasser in den Segeberger Containern beklagte, ein anderes Quartier in Bispingen in Niedersachsen zugewiesen worden. An Freizeitaktivitäten dürfte es dort immerhin nicht mangeln. Bispingen verfügt über einen Center-Park mit tropischer Wasserwelt, ein Ralf-Schumacher-Kartcenter und eine Indoor-Skihalle mit Erlebnisgastronomie. Da können die Karl-May-Spiele und das Bad Segeberger Kino selbstverständlich nicht mithalten.

Dennoch wohnten auch gestern Abend noch auswärtige Polizisten im Levo-Containerpark. Wie lange sie es dort noch aushalten werden, das bleibt abzuwarten. Meldungen über weitere Beschwerden gab es bis gestern Abend jedenfalls nicht mehr. Oliver Vogt

LN

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