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Noch ein Jahr auf Bewährung für die Fußgängerampel

Bad Segeberg Noch ein Jahr auf Bewährung für die Fußgängerampel

Die Promi-Ampel am Alten Bahnhof in Bad Segeberg wurde von Fußgängern in der Probezeit nicht oft genug genutzt.  Sie bekommt von Behörden eine letzte Gnadenfrist.

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Sie stört weiter keinen, trotzdem soll die Fußgängerampel an der Bundesstraße abgebaut werden, weil sie die behördlichen Nutzer-Richtlinien nicht erfüllt. Jetzt bekommt das gute, verkehrsumtoste Stück nach Mitteilung der Stadt eine weitere Frist, um sich zu bewähren.

Quelle: Fotos: Glombik

Bad Segeberg. Sie ist nicht totzukriegen, diese Fußgängerampel vor dem Alten Bahnhof an der B 206. Nun hat sie ein weiteres Jahr Galgenfrist – oder besser Bewährungszeit – bekommen. Dabei wurde schon befürchtet, dass sie demnächst von der Stadt abgeschaltet werden muss, weil sie nicht ausreichend genutzt wird. Aufatmen. „Es ist einvernehmlich vereinbart worden, den Probebetrieb der Ampel um ein Jahr zu verlängern“, teilte gestern Robin-Arne Otten vom städtischen Bauamt den LN mit. Schon hatte sich der Bauausschuss der Stadt in Stellung gebracht, um für seine Ampel zu fighten. Auch die FDP-Kreistagsfraktion fragte kritisch nach, ob andere Gründe außer der Zahl der Nutzer einen Betrieb rechtfertigen können. Ein Thema für den Kreistag.

LN-Bild

Die Promi-Ampel am Alten Bahnhof in Bad Segeberg wurde von Fußgängern in der Probezeit nicht oft genug genutzt – Sie bekommt von Behörden eine letzte Gnadenfrist.

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Die Pro-und-Contra-Ampel- Front verläuft seit Jahren zwischen Stadt und Kreis, dazwischen eiert das Verkehrsministerium. Nach den Ergebnissen von Zählungen seien „die erforderlichen Querungszahlen nicht erreicht“ worden, heißt es vom Kreis, der seit Jahren nicht müde wird zu fordern, die Ampel abzubauen. Ja, geht denn da keiner rüber? Otten selbst berichtet von 72 Anforderungen am Ampel-Knöpfchen. Pro Tag. Doch die Richtlinien sehen vor, dass eine derartige Anlage mindestens 50 Fußgänger „in der Spitzenstunde des Fußgänger-Querverkehrs an einem Werktag mit durchschnittlichem Verkehr“ vorweisen muss. Das dürfte diese Ampel nie schaffen. Im August vergangenen Jahres zum Beispiel seien bei einer Stichprobe nur 36 Personen in der „Spitzenstunde“ eines Tages gezählt worden.

Vor gut einem Jahr weihten Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld, Landrat Jan Peter Schröder und der damalige Vicepräses der Industrie- und Handelskammer Bernd Jorkisch mit dem Segen des Verkehrsministers Reinhard Meyer – der hatte das gute Stück vorher schon einmal in Augenschein genommen – feierlich ein. Verabredet wurde seinerzeit, die Signalanlage für die Dauer eines Jahres zu reaktivieren und im Rahmen einer Pilot-Betriebsphase mehrere Zählungen der Fußgängerquerungen vorzunehmen, sagt der Kreis.

Diese Ampel hat Geschichte: Sie ist an die 40 Jahre alt, war während der Bauarbeiten am Alten Bahnhof im Jahre 2001 stillgelegt worden und fristete über Jahre ein Dasein als „Geisterampel“. Der Kreis forderte den Rückbau, die Stadt weigerte sich, ihr gutes Stück auf den Müll zu werfen, zumal es für querenden Fußgänger, darunter Kinder, die zum Kieferorthopäden wollten, extrem gefährlich war, hier die vielbefahrene Bundesstraße zu überqueren. 130 Meter entfernt gibt es doch bei Kaufland eine weitere Ampel, argumentierten die Gegner. Ministerium, Landesbehörden, Kreis und Stadt tagten und tagten.

Für Robin Arne Otten ist wichtig, dass die Ampel Fußgängern hilft, aber mit ihren Rotphasen keinen Stau verursacht. Otten: „Jeder, der behauptet, die Ampel behindere den Verkehr auf der Bundesstraße, liegt in der Praxis falsch.“ Also alles nur ein Sturm im Wasserglas? Doch Behörden sind im Prinzip humorlos: Auch wenn die Ampel jetzt bis Sommer 2017 weiterblinken darf, es werden dort stichprobenweise weiterhin Fußgänger gezählt. „Und wenn dann die Querungszahlen nicht erreicht werden, dann muss die Ampel abgebaut werden“, verkündet Otten. „Mehr als ’rüberzugehen, können wir nicht tun.“

 Wolfgang Glombik

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