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Noch kein grünes Licht für neue WZV-Struktur

Bad Segeberg Noch kein grünes Licht für neue WZV-Struktur

Eine Unternehmensberatung hat den Wege-Zweckverband (WZV) unter die Lupe genommen. Laut PwC komme nur eine Lösung infrage: die Gründung einer weiteren Tochtergesellschaft. Die Bürgermeister wollen diese Pläne aber zunächst genauer prüfen.

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Quelle: Fotos: Dreu

Bad Segeberg. Das war schwere Kost, die den Mitgliedern der Verbandsversammlung des Wege-Zweckverbandes (WZV) am Dienstag in der Werkhalle präsentiert wurde. Die Unternehmensberatung PwC hatte den WZV unter die Lupe genommen und kam zu dem Ergebnis, dass manche Dinge nicht nur rechtlich, sondern auch wirtschaftlich anders laufen müssten. Laut PwC komme nur eine Lösung infrage: die Gründung einer weiteren Tochtergesellschaft.

 

LN-Bild

„Der Zweckverband sei nicht wirtschaftlich.“ Christiane Hohenstein-Bartholl, Unternehmensberatung PwC

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Immer wieder war in jüngster Vergangenheit Kritik am WZV laut geworden: Der Verband sei zu teuer und zu langsam. Auch, dass gleich mehrere Mitarbeiter in leitender Position dem WZV den Rücken gekehrt haben, es aber keine neuen Ansprechpartner für die Gemeinden gab, hat für Unmut gesorgt. Gleich zu Beginn der Versammlung nahm Verbandsvorsteher Jens Kretschmer Kritikern den Wind aus den Segeln. Er präsentierte zwei Neue, die zum 1. August beginnen werden: Jan Lawerentz als Bereichsleiter Kommunale Dienste, für das Abwasser wird Konstantin Wagner zuständig sein.

Was dann über die Mitglieder der Verbandsversammlung hereinprasselte, musste erst einmal verdaut werden. Die Rechtsanwältin Christiane Hohenstein-Bartholl vom bundesweit in den Servicebereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen, Steuer- und Rechtsberatung tätigen Unternehmen PwC, stellte ihre bisherigen Prüfungsergebnisse vor. Beauftragt worden war sie, um den WZV fit für die Zukunft zu machen. Die Bereiche Vertragsrevision, Organisations- und betriebswirtschaftliche Untersuchung und der Abgleich mit einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts zu Abfallgebühren sowie die Analyse des Ist-Zustandes und einen Ausblick in die Zukunft hatte die Juristin auf ihrem Prüfzettel stehen.

Wer nicht tief in der Materie steckte, hatte Schwierigkeiten, der Rechtsanwältin zu folgen, die mit verschiedenen Folien versuchte, den Sachverhalt aufzuzeigen. Drei Modelle hat sie als Zukunfts-Perspektive für den WZV untersucht. Die reine Zweckverbandslösung scheidet für sie wegen zu hoher Personalkosten, Entgelterhöhungen und den Wegfall gewerblicher Leistungen aus. Der Zweckverband sei nicht wirtschaftlich, urteilte sie. Auch interne Umstrukturierungen im jetzigen Unternehmensaufbau mit WZV und dem Tochterunternehmen WZV-Entsorgung seien keine Lösung.

„Synergieeffekte können damit nicht genutzt werden, eine Wirtschaftlichkeit ist nicht gegeben“, so die Anwältin. Sie favorisiert ein drittes Modell, bei dem eine weitere Tochtergesellschaft dem WZV bei seinen hoheitlichen Tätigkeiten für den Kreis helfen soll, während die WZV-Entsorgung weiterhin sämtliche gewerblichen Tätigkeiten übernimmt.

Was WZV-Justiziar Nis Nissen in seiner Vorlage als „alternativlose Möglichkeit zur Neuorganisation des Gesamtunternehmens“ bezeichnete, wollen die Bürgermeister jedoch erst einmal genauer unter die Lupe nehmen. Statt wie in der Vorlage geplant, den Vorbereitungen für die neue Tochtergesellschaft grünes Licht zu geben, forderten sie eine wirtschaftliche Überprüfung und einen Workshop, um die Materie besser verstehen zu können.

Hart geht mit dem neuen WZV-Vorgaben Verdi-Gewerkschaftssekretär Andreas Wübben ins Gericht: „Aus meiner Sicht ist das ein weiterer Verschiebebahnhof, mit dem eigentlich die Aufsicht und Kontrolle des WZV noch undurchsichtiger wird.“ Die Gründung einer neuen GmbH ist für ihn keine Lösung, die rechtlichen Risiken abzumildern. Wübben: „Das ist Augenwischerei.“

 Petra Dreu

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