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Segeberg Noch keine Lösung für „Tunnel-Krise“
Lokales Segeberg Noch keine Lösung für „Tunnel-Krise“
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00:23 12.08.2017
Die Durchfahrt unter der A 21 ist seit Langem Streitthema in Negernbötel. Noch immer suchen Politik und Anlieger nach einer Lösung. Quelle: Fotos: Glombik/dreu (3)
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Negernbötel

Über nichts anderes scheiden sich seit vielen Jahren in Negernbötel so sehr die Geister wie über die Tunneldurchfahrt unter der A 21.  Einwohnerversammlungen hat es bereits gegeben, jetzt wurden am Donnerstag in der Sitzung der Gemeindevertretung Zahlen einer mehrtägigen Verkehrsmessung präsentiert.

In Negernbötel suchen Politik und Bürger weiter nach einem Weg, wie die Durchfahrt unter der A 21 zu entschärfen ist.

Diese Zahlen, die Manfred Clausen als Vorsitzender des Ausschusses für Bau-, Wege-, Umweltschutz- und Waldangelegenheiten vortrug, zeigen letztlich ein eindeutiges Bild: An Tagen, an denen der Tunnel gesperrt war, mussten die Anlieger des Lehmbergs, der Ausweichstrecke, mit durchschnittlich 170 Fahrzeugen zusätzlich am Tag leben. 321 Fahrzeuge am Tag bei geöffnetem Tunnel standen 491 Fahrzeugen bei geschlossenem Tunnel gegenüber.

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid, und so gibt es für Susanne Knoop, die selbst in der zur Durchfahrt führenden Dorfstraße zu Hause ist, nur eine Lösung: „Der Tunnel muss dichtgemacht werden.“ Sie habe die Tage genossen, als die Zählungen stattfanden. „Das war so was von angenehm. Autofahrer fahren bei uns nämlich wie die Beknackten über die Dorfstraße. Das ist dann so laut, dass man vor der eigenen Haustür noch nicht einmal telefonieren kann“, klagte Susanne Knoop vor der Sitzung der Gemeindevertretung.

Eine Patentlösung für die Einwohner von Lehmberg und Dorfstraße hatte die Gemeindevertretung allerdings auch nicht parat. Vielmehr soll nun eine Arbeitsgruppe, an der Vertreter beider Straßen beteiligt sind, Lösungsvorschläge erarbeiten. „Es kann nur einen Kompromiss geben“, sagt Bürgermeister Dieter Beuk, der sich als Lösung vorstellen kann, den Tunnel nur noch für Anlieger freizugeben.

„Somit hätten wir wenigstens den auswärtigen Verkehr ausgeschlossen“, so Beuk.

Zur Kenntnis genommen haben er und die restlichen Gemeindevertreter einen Antrag des SPD-Ortsvereins Trave, den Lutz Hammerich eingebracht hatte. Als Anlieger des Lehmbergs fordert er eine ausgewogene Berücksichtigung des Lehmbergs gegenüber der Dorfstraße. Außerdem beantragte er, dass die Anwohner des Lehmbergs nicht an den Straßenausbau- und -sanierungskosten beteiligt werden.

Dass allerdings gerade in der Hinsicht eine Kostenlawine auf Negernbötel zurollen könnte, darauf machte Einwohner Jost Miersen aufmerksam: „Der Sanierungsstau ist erheblich.“ Er regte an, bereits jetzt Gelder anzusparen und für die wichtigsten Maßnahmen zu verwenden.

Ein Mitglied weniger in Negernbötels Ausschüssen

Auch wenn Lutz Hammerich bei der letzten Kommunalwahl nicht als Kandidat angetreten war, nimmt er derzeit die Aufgaben einer Opposition wahr. So prangerte er während der Sitzung der Gemeindevertretung an, dass die Ausschüsse in Negernbötel nicht nur mit vier Gemeindevertretern und drei bürgerlichen Mitgliedern bestückt seien, sondern dass auch die Zahl der sachkundigen Bürger vier betrage. „Dadurch haben zwei Personen Sitzungsgelder erhalten, die dazu nicht berechtigt gewesen wären. Der Gemeinde ist dadurch finanzieller Schaden entstanden.“

Gleichwohl bewegt sich der mit wenigen Hundert Euro wohl in einem überschaubaren Rahmen. Dass Hammerich aber grundsätzlich mit seiner Kritik richtig lag, bestätigte die Kommunalaufsicht. So beschloss die Gemeindevertretung, die Ausschüsse jeweils um ein bürgerliches Mitglied zu reduzieren.

AFeuerwehr: Aus seiner Spätschicht-Pause eilte Kai Roschkowski nach Negernbötel, um dort als stellvertretender Ortswehrführer vereidigt zu werden.

A Klärteiche: Auch wenn die Werte derzeit gut sind, machen den Gemeindevertretern die Klärteiche zu schaffen. Eine erforderliche neue Tauchwand im Hamdorf soll in Auftrag gegeben werden, sobald ein Vergleichsangebot vorliegt.

ABaugebiet: Zweimal war die Anbahnung eines neuen Baugebietes in Hamdorf im Sande verlaufen. Nun gab es einen erneuten Vorstoß, um den sich der Fachausschuss kümmern soll. pd

 Petra Dreu

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