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Segeberg Noctalis: Ein Jahrzehnt im Zeichen der Fledermaus
Lokales Segeberg Noctalis: Ein Jahrzehnt im Zeichen der Fledermaus
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16:22 04.03.2016
Und Action: Auch Filmheld Batman, der weltbekannte Fledermausmann, kommt morgen, am 10. Geburtstag des Noctalis, zum Gratulieren nach Bad Segeberg vorbei. Quelle: Fotos: Hiltrop (3), Gloza-Rausch (hfr)

Der 1. März 2006 war ein Mittwoch. Der Bürgersaal im Rathaus der Kreisstadt platze aus allen Nähten, so viele Gäste waren zur feierlichen Eröffnung des Feldermauszentrums gekommen. Noctalis — die Welt der Fledermäuse: vier Stockwerke, 560 Quadratmeter Ausstellungsfläche — ein 1,6-Millionen-Euro-Projekt. Es sollte neben den Karl-May-Spielen zum zweiten touristischen Standbein Bad Segebergs werden, „ein Highlight für Schleswig-Holstein sein“, wie der damalige Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher frohlockte. Und in gewisser Weise behielten die Festredner von damals Recht — und dann doch irgendwie nicht.

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Der 1. März 2006 war ein Mittwoch. Der Bürgersaal im Rathaus der Kreisstadt platze aus allen Nähten, so viele Gäste waren zur feierlichen Eröffnung des Feldermauszentrums gekommen.

„Fledermäuse haben

nicht den Kuschelfaktor

eines Eisbärenbabys.“ Dr. Anne Ipsen, Noctalis

Feier mit Fledermäusen

Die Erlebnisausstellung „Welt der Fledermäuse“ bietet morgen zum Noctalis-Geburtstag viel zusätzliches Programm: Entdeckertouren für Kinder, dabei sein, wenn Foxi frühstückt — und einen Kunstworkshop beispielsweise. Geöffnet ist zwischen 10 und 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos zum Programm und zum Fledermauszentrum unter www.noctalis.de. hil

Das Noctalis ist weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt. Politiker schauen regelmäßig vorbei, loben das Projekt in höchsten Tönen. Von Boettichers Nachfolger Klaus Müller etwa oder der aktuelle Umweltminister Robert Habeck (beide Grüne). Tausende von Schülern erfahren im Noctalis über das Netzwerk „Lernort Labor“ Wissenswertes über die Tiere und ihren Lebensraum, über Natur und Zusammenhänge. Mittlerweile ist mit Rotaugenlaubfrosch, Blauem Pfeilgiftfrosch, grünem Baumpython und anderen Tieren noch mehr Leben ins Noctalis eingezogen. Und Flughund „Foxi“ ist ein echter Star.

Im Fledermauszentrum wird geforscht, gelehrt und gestaunt. Rund 50 FÖJ‘ler (Freiwilliges ökologisches Jahr), Bufdis (Bundes-Freiwilligendienst) und Praktikanten im Rahmen von Bachelor- oder Masterarbeiten sind in den vergangenen zehn Jahren hier ein- und ausgegangen. In der Sommersaison kommen in die interaktive Ausstellung, in der auch lebende Flattermänner zu beobachten sind, etliche Besucher. Und vor allem die Kalkberghöhlen, die zum Zentrum gehören, erleben einen Ansturm. Doch in den anderen Monaten wird‘s ruhiger. Das Ergebnis sind rund 45000 Besucher im Jahr — mal einige mehr, mal weniger. 2015 waren es laut Geschäftsführung 43 800.

Zu wenig, um schwarze Zahlen zu schreiben. „Die Wirtschaftlichkeitsrechnung beruhte damals auf einem Gutachten, das die dreifache Besuchermenge prognostiziert hatte“, bedauert Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD), für den es eine Zeit gegeben hat, in der er das Noctalis gerne losgeworden wäre. Eine Kooperation mit dem Nabu scheiterte. Aber es gibt ein neues Konzept. Das Defizit von jährlich gut 130000 Euro soll ab 2017 Euro um 50 000 Euro reduziert werden. „Fledermäuse haben nicht den Kuschelfaktor eines Eisbärenbabys“, sagt Dr. Anne Ipsen vom Noctalis. Sie hält nichts davon, das Fledermauszentrum auf Euros zu reduzieren. Sie setzt verstärkt darauf, das Image der Flattertiere so positiv zu beeinflussen, dass sich mehr Menschen für sie begeistern. Und Bürgermeister Schönfeld schwärmt inzwischen auch: „Fachlich ist das Noctalis eine ganz tolle Sache.“

Von Heike Hiltrop

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