Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Norderstedt blitzt jetzt selbst
Lokales Segeberg Norderstedt blitzt jetzt selbst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:07 13.09.2016
Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote mit einem der 40 Warnschilder, die jetzt überall in der Stadt Norderstedt aufgestellt werden, um die Autofahrer zum langsam Fahren aufzufordern. Quelle: Fotos: Fuchs

 Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote gab am Dienstag den offiziellen Startschuss für die städtische Verkehrsüberwachung des fließenden Verkehrs an Unfallschwerpunkten, in Tempo-30-Zonen, vor Schulen und Kindergärten. „Unser Ziel ist es, die Schulwege für die Kinder sicherer zu machen und den Lärm in den Wohngebieten zu vermindern“, sagte Grote.

Zur Galerie
An der Oadby-and-Wigston-Straße steht jetzt eine der vier modernen Blitzer-Säulen, die den Verkehr in beide Richtungen überwachen kann.

„Uns geht es nicht um die Einnahmen, sondern in erster Linie um die Sicherheit und Nachtruhe für die Bürger.“ OB Hans-Joachim Grote (CDU)

Zwei Jahre lang hatte die Verwaltung der größten Stadt des Kreises mit Polizei und Kreisbehörde in dieser Sache verhandelt und interveniert. So war zunächst geplant, der Kreis solle diese Hoheitsaufgabe der Verkehrsüberwachung für das Stadtgebiet an Norderstedt übertragen. Doch der Kreis und die Polizei fürchteten um ihre lukrativen Einnahmen von 230000 Euro beziehungsweise 130 000 Euro im Jahr, die Norderstedt anteilig aus ihren Einnahmen weiterleiten wollte. Und so einigte man sich mit der Landesregierung schließlich auf den Kompromiss, dass Norderstedt nun zusätzliche stationäre und mobile Tempokontrollen machen darf – zunächst für fünf Jahre im Rahmen der sogenannten Experimentierklausel. Möglicherweise springen dann noch andere Städte und Gemeinden auf diesen Zug auf.

Für die Stadt Norderstedt ist das kein kostengünstiges Projekt. So hat sie jetzt zunächst vier runde Blitzer-Säulen, die den Verkehr in beiden Richtungen überwachen und fotografisch festhalten können, geleast sowie ein Fahrzeug für mobile Geschwindigkeitskontrollen angeschafft. Das werde die Stadt 405000 Euro im Jahr kosten, sagte Grote. Hinzu kämen noch mal rund 300000 Euro für fünf mobile Kontrolleure und drei Mitarbeiter in der Bußgeldstelle.

Für die Stadt Norderstedt könnte das unter Umständen ein teures Unterfangen sein, ahnt der Bürgermeister. „Wenn sich alle an die Spielregeln halten, zahlt kein Autofahrer einen Cent an die Stadt Norderstedt. Wer dies nicht tut, ist selber schuld.“

Allen denjenigen, die ihm im Vorfeld vorgeworfen hätten, dieses Vorhaben sei „Abzocke, Beutelschneiderei oder eine Bevormundung der Bürger“, wie er in Gesprächen oft gehört hätte, irrten sich deshalb gewaltig. „Uns geht es überhaupt nicht um die Einnahmen, sondern in erster Linie um die Sicherheit und Nachtruhe für die Bürger.“ Darum würden auch die von 22 bis 6 Uhr morgens geltenden Tempo-30-Regelungen wie in der Poppenbütteler Straße und in der Niendorfer Straße, wo zwei der Blitzgeräte aufgestellt wurden, sukzessive auf das ganze Stadtgebiet ausgeweitet.

Dass es offenbar viele Raser unter den Autofahrern gebe, zeigte sich in dem 13-tägigen Probebetrieb, wie Verwaltungschef Grote sagte. So seien an den drei Messstellen insgesamt 5000 Temposünder erwischt worden, darunter einige, die nachts mit mehr als 100 km/h durchs Stadtgebiet gerast seien. Der Spitzenreiter sei einer mit 112 km/h um 1.50 Uhr in einer Tempo-30-Zone gewesen. „Das ist schon erschreckend“, befand Grote.

Die beiden anderen Blitzgeräte stehen an dem neuen Teil der Oadby-and-Wigston-Straße beziehungsweise werden an der Zufahrt zum Arriba-Bad-Parkplatz an der Schleswig-Holstein-Straße aufgestellt, wo sich 2014 mehrere tödliche Unfälle abspielten. Die Geräte seien so modern, dass sie die digitalen Bilder der Verkehrssünder per Glasfaserkabel online direkt ins Rathaus übertrügen, sobald diese geschossen werden. Die mobilen Messungen würden vor allem vor Schulen, aber auch in Wohngebieten gemacht, wo Anwohner über zu viel Lärm und Raser klagten, kündigte Grote an. 40 Hinweisschilder sollen jetzt im gesamten Stadtgebiet aufgestellt werden, um die Autofahrer vor den umfassenden Geschwindigkeitskontrollen zu warnen.

Bad Segenbergs Polizeidirektor Jan Lewering sagt zu dem versuch in Norderstedt: „Das ist in Ordnung, solange die Stadt Norderstedt diese Messungen an Unfallschwerpunkten durchführt.“

 Burkhard Fuchs

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ehrenamtliche Trainer sehen kaum Möglichkeiten, den Betrieb des Hallenbades allein aufrechtzuerhalten. Die Kosten müssen dafür extrem gesenkt werden. Bürgermeister Schönfeld strebt eine geteilte Trägerschaft mit dem MTV an.

13.09.2016

Eröffnung der Kulturreihe an der Seepromenade mit der Segeberger Band „Skorbut“, mit Theater und Mitmachaktionen, Fagott-Quartett und Straßenmusik.

13.09.2016

Eigentlich waren die Beteiligten bereits darauf vorbereitet zu plädieren im Prozess um den Untreue-Vorwurf gegen einen leitenden Mitarbeiter des Wege-Zweckverbands (WZV).

13.09.2016
Anzeige