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Segeberg Norderstedt wieder im Tanzfieber
Lokales Segeberg Norderstedt wieder im Tanzfieber
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11:41 18.04.2018
Jussoff, Janet (l.) und Jadzia Khadjeh-Nouri organisierten das zweitägige Event in der Moorbekhalle.
Norderstedt

Dabei war Mira Hürlemann, ein Mädchen mit Down-Syndrom, sehr erfolgreich: Sie wurde Dritte im Solo-Tanz und Vierte im Paar-Tanzen mit ihrer nicht behinderten Partnerin Vivian Gurr. „Die beiden waren gleich im siebten Himmel“, freute sich Veranstalter Jussoff Khadjeh-Nouri, der seine siebte Norddeutsche Meisterschaft im Hip-Hop-Tanzen in Norderstedt organisierte. Drei Deutsche Meisterschaften und zwei Deutschland-Cups gehörten noch dazu.

 

Die Para-Tänzer mit Handicap tanzten in Norderstedt ihre Deutschen Meister aus. Quelle: Fotos: Fuchs

Das sportliche Ergebnis sei sogar noch besser gewesen als in den Jahren zuvor, sagt Khadjeh-Nouri. 20 Tänzer hätten sich für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert, die über Pfingsten in Bietigheim bei Stuttgart ausgetragen wird. Die besten Plätze der beiden Norderstedter Tanzstudios waren die ersten Plätze von Gordon Neumann und Annika Preuss (Tanzcentrum Die Drei) bei den Duos, Hauptgruppe Electric Boogie, und von Timo T-Jay Akintobi, der gleich zweimal bei den Solo-Boys Junioren im Hip Hop und in den Battles siegte. Auch die Formationen „So What?“ (Hip Hop Hauptgruppe) und „O’mbre“ (Crews Battles) gewannen.

Auch für Veranstalter Khadjeh-Nouri war der Familienfrieden am Sonntag gesichert. Seine beiden Jungs Joaqin (14) und Jerico (12) schafften gute fünfte und sechste Plätze bei den Solo-Boys, Tochter Jadzia (19) erreichte die Endrunde. Das Tanzen liegt also der ganzen Familie im Blut. Und die wird auch einschließlich Jadzia und Ehefrau Janet voll in die Organisation eingebunden. Sie und eine kleine Gruppe an weiteren Helfern war drei Tage lang damit beschäftigt, die Startbänder vorzubereiten, den Zeit- und Startplan auszuarbeiten und die Soundanlage auszusteuern, die die Moorbekhalle zwei Tage lang in einen groovig-wummernden Tanz-Club verwandelte.

Für die sportliche Aufsicht war mit Thomas Püttmann-Lentz als Oberschiedsrichter ein Profi am Start. Der Mann aus Essen, selbst mehrfacher Welt- und Europameister in den lateinamerikanischen Tänzen, vertrat den Bundesverband „The Actiondance Federation“ (TAF), der 400 Organisationen mit 6000 Tänzern angehören, bereits zum vierten Mal in Norderstedt, wo er die gute Organisation und die schöne große Halle lobte.

Beim Hip-Hop-Tanzen kommt es vor allem auf Technik, Choreografie und Ausdruck an. In allen drei Kategorien werden ein bis zehn Punkte vergeben. „Heute haben wir aber noch nicht die Höchstpunktzahl vergeben“, erklärte der TAF-Schiedsrichter. Wer schummle oder eine falsche Figur einbaue, werde ermahnt, ergänzte Püttmann-Lentz. „Das ist wie beim Fußball: Erst gibt es die gelbe, dann die rote Karte.“ Doch die allermeisten Tänzer blieben fair, wie die wenigen Ermahnungen zeigten.

Die erfolgreichsten Tänzer kamen wieder einmal aus Bremerhaven. Sie errangen bei den Solos und Gruppen der Kinder, Girls und Junioren zahlreiche Titel. Und auch bei den Jungen Senioren holten sie sich gleich die ersten drei Plätze, so wie es ihr Trainer Feriz Sula richtig vorhergesagt hatte.

Bei 15 Stunden Training in der Woche eigentlich auch kein Wunder. Er habe die Mütter seiner bereits tanzenden Kinder für den Seniorentanz gewinnen können, erzählt der Lehrer. Die waren sowieso immer beim Training dabei und passten auf ihren Nachwuchs auf. „Nur die Väter zieren sich noch ein bisschen“, sagte Sula schmunzelnd. Zum Dank für den Erfolg ist Bremerhaven im Juni Austragungsort der Europameisterschaft im Hip-Hop-Tanzen. Mal sehen, ob auch die guten Norderstedter Aktiven es dorthin schaffen werden.

Mehr Infos unter www.tanzen-in-norderstedt.de/hiphop/2018/

 Von Burkhard Fuchs

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