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Norderstedter Kicker wollen in die dritte Liga

Norderstedt Norderstedter Kicker wollen in die dritte Liga

Aber wie? Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote wollte von Fußballidol Horst Hrubesch Vorschläge dazu hören — Der Rat des Profis: Alle Clubs sollten sich dazu zusammentun.

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Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (r.), Horst Hrubesch und Eintracht-Geschäftsführer Carsten Gemeinhardt (l.).

Quelle: bf

Norderstedt. Kopfballungeheuer trifft gerade erst wiedergewählten Rathauschef: Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote lud jetzt die Fußballlegende, Ex-Europameister und amtierenden Trainer der U21-Europameister und der deutschen Olympia-Auswahl für Rio de Janeiro, Horst Hrubesch, zum Gespräch in sein Büro ein. Dabei wollte der Verwaltungschef aus berufenem Munde hören, was die Stadt Norderstedt tun sollte, um eine Fußballmannschaft für die dritte Liga zu etablieren, wie es das erklärte Ziel des Viertligisten Eintracht Norderstedt ist. Hrubeschs Rat war eindeutig: „Eint die Vereine und schafft erst einmal die Strukturen, baut das langsam von unten nach oben auf, damit es stabil und nachhaltig ist und kein Retortenbaby wird.“

„Baut langsam von unten auf.“ Horst Hrubesch

Dafür müssten alle Vereine der Stadt und vielleicht sogar des Umlandes an einen Tisch geholt werden, um eine Identifikation mit diesem Ziel und eine langfristige Nachwuchsförderung zu erreichen, riet Hrubesch (65), der selbst in seiner Zeit als HSV-Mittelstürmer Ende der 1970er Jahre in Norderstedt lebte und heute mit seiner Familie in Boostedt wohnt.

Grote zeigte sich beeindruckt von dem Expertenrat. Bisher hieß es immer von Seiten des Vereins, die Stadt müsste dringend ein neues Stadion für Eintracht Norderstedt bauen, das für die dritte Liga tauglich wäre. Das wäre eine Arena, die mindestens 10000 Zuschauer fasst. Das vorhandene, 30 Jahre alte Edmund-Plambeck-Stadion hat nur Platz für 5000 Leute — zu klein für die Regularien des Deutschen Fußballbundes. „Diesen Impuls von Horst Hrubesch sollten wir aufnehmen, dass wir erst in Norderstedt für die richtige Einstellung sorgen, bevor wir uns um die Frage eines neuen Stadions und seines Standortes kümmern“, sagte Grote. Das sollte erst der zweite Schritt sein, forderte Grote, der auch den früheren Bundesliga-Torschützenkönig von 1981/82 dafür gewann, diesen Prozess weiter beratend zu begleiten.

Carsten Gemeinhardt, Geschäftsführer von Eintracht Norderstedt, der an dem Gespräch mit Grote und Hrubesch teilnahm, zeigte sich aufgeschlossen für diese Idee. Sein Verein, der in der Vergangenheit meist die besten Talente der anderen Fußballvereine in Norderstedt schon aus den Jugendmannschaften gezielt abgeworben hat, könnte sich sehr wohl eine solche arbeitsteilige Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen vorstellen, um gemeinsam das Ziel des Aufstiegs in die dritte Liga zu erreichen, sagte er und kündigte an, dass dies keine Einbahnstraße sein sollte. „Das ist ein sehr interessanter Ansatz“, befand er. „Wir könnten Spieler untereinander tauschen.“ Die Top-Leute könnten in der besten Mannschaft spielen, während diejenigen, die noch etwas Zeit bräuchten, in der Bezirksliga bei TuRa Harksheide oder SV Glashütte langsam aufgebaut werden könnten.

Das A und O dieser Strategie müsste die gezielte Nachwuchsförderung am besten mit einem Leistungszentrum und Internat sein, betonte Hrubesch. Fast alle großen Fußballer seien in kleinen Vereinen groß

geworden. Er auch. „Ich habe meine Karriere meinem Jugendtrainer zu verdanken, der mich von Anfang an gefördert hat“, erinnert sich Hrubesch, der erst mit 24 Jahren Profi-Fußballer wurde und in 224 Bundesligaspielen für Rot-Weiß Essen, HSV und Dortmund 136 Toren erzielt hat.

„Die Ehrenamtlichen aller Norderstedter Vereine sollten sich an einen Tisch setzen und sich Gedanken machen, wie sie dieses Ziel dritte Liga gemeinsam am besten bewerkstelligen können.“ Das sei der beste Weg, um eine schlagkräftige und zukunftsfähige Top-Mannschaft aufzubauen, die dieses Ziel erreichen und dauerhaft halten könnte. Wer stattdessen eine Mannschaft mit viel Geld zusammenkauft, mache sich abhängig von Sponsoren und dem gehe es dann wie dem SC Paderborn, der nach dem Bundesliga-Abstieg vor einem Jahr jetzt kurz vor dem neuerlichen Abstieg in die dritte Liga steht.

Das Beispiel fand auch bei Grote Gehör. Denn bevor er 1996 in Norderstedt Stadtrat und später Bürgermeister wurde, war er Leiter der Landesgartenschau in Paderborn.

Von Burkhard Fuchs

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