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Segeberg Norderstedter Werkstatt fühlt sich betrogen
Lokales Segeberg Norderstedter Werkstatt fühlt sich betrogen
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20:16 16.07.2016

Die Reparatur des Mercedes fiel nicht gerade preiswert aus: Nach einem Unfall ließ der Hamburger Dennis P. (42, Name von der Redaktion geändert) Anfang Juni 2015 erhebliche Lackschäden in einer Norderstedter Werkstatt beseitigen. Die Rechnung betrug am Ende knapp 10000 Euro. Der Hamburger versicherte, dass seine Kaskoversicherung bis auf einen kleinen Eigenanteil die Rechnung begleichen werde und legte eine Abtretungserklärung vor, in der dem Autohaus die Forderung gegen die Versicherung übertragen wurde. Das Autohaus glaubte sich auf der sicheren Seite und händigte dem Kunden nach fertiger Reparatur und Lackierung den Mercedes wieder aus.

Aus dem

Amts-

gericht

Nun gab es zwischen einem Mitarbeiter des Autohauses und dessen Kunden Dennis P. ein Wiedersehen vor dem Norderstedter Amtsgericht. Es hatte sich nämlich im Nachhinein herausgestellt, dass der angebliche Versicherungsschutz des Angeklagten wegen säumiger Prämienzahlungen nicht mehr bestand, als dieser die Autoreparatur in Auftrag gab. Die Versicherung zahlte nicht, der Angeklagte Dennis P.

ebenfalls nicht. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft wusste P. sowohl, dass die Versicherung nicht mehr bestand, als auch, dass er selbst nicht in der Lage sein würde, die hohe Reparaturrechnung zu zahlen. Eine Anklage wegen Betruges war die Folge.

Das sei doch alles gar kein Fall für ein Strafgericht, meinte der Verteidiger, denn es gehe doch eigentlich nur darum, dass man sich nicht über die Höhe der Forderung habe einigen können. Der Jurist legte zwei Rechnungen vor, eine über 6300 Euro und eine weitere, in der das Autohaus plötzlich mehr als 9000 Euro verlangte. „Ich wollte zahlen, habe sogar Ratenzahlungen angeboten, aber darauf ließen die sich nicht ein,“ behauptet der Angeklagte.

Er gab aber gleichzeitig zu, eine zeitlang mit der Zahlung der Versicherungsprämie im Verzug gewesen zu sein, von einer Vertragsauflösung will er aber nichts gewusst haben. „Ich fiel aus allen Wolken, als das Schreiben kam, dass die nicht zahlen wollen. Ich habe den Prämienrückstand längst beglichen und bin da jetzt noch versichert“, empört sich der Hamburger.

Durch einen Anruf bei der Versicherung erhielt Amtsrichter Matthias Lohmann schließlich Gewissheit : Bereits im März sei seitens der Autoversicherung eine Mahnung an den Angeklagten erfolgt und im April habe dann ein Kündigungsschreiben gefolgt – mit einem Hinweis darauf, dass kein Versicherungsschutz mehr bestehe.

Dennoch gab es in der Verhandlung Probleme, dem Angeklagten einen Betrugsvorsatz nachzuweisen, denn die Versicherung hatte nach der Unfallmeldung eine Schadensnummer erteilt und einen Sachverständigen mit einer Gutachtenerstellung beauftragt, wurde also ganz normal für den Angeklagten tätig. „Das spricht dafür, dass sie später die Prämie tatsächlich gezahlt haben,“ erklärt der Richter und stellt im allseitigen Einverständnis das Strafverfahren ein. Zivilrechtlich wird die Sache ein Nachspiel haben – denn die Reparaturrechnung ist nach wie vor nicht gezahlt.

mak

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