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Segeberg Notveräußerung von Tieren: Staatsanwältin angeklagt
Lokales Segeberg Notveräußerung von Tieren: Staatsanwältin angeklagt
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19:26 07.07.2016

Hunde, Pferde, Rinder, Hühner, Kaninchen – von einer Staatsanwältin beschlagnahmt, abtransportiert und verkauft. Notveräußerung heißt das im Fachjargon.

Gut eineinhalb Jahre hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe etliche von solchen Fällen, auch aus dem Kreis Segeberg, in denen die Kieler Juristin eben jene Notveräußerung vorangetrieben hat, untersucht.

Nun hat sie Anklage erhoben. Rechtsbeugung in sechs Fällen lautet der Vorwurf. Ein Verbrechen, das bei einer Verurteilung die Mindeststrafe von einem Jahr Haft (bis zu fünf Jahren) vorsieht. Bei einer Verurteilung in mehreren Fällen wird eine Gesamtstrafe gebildet.

Die Beschuldigte, die bei der Kieler Staatsanwaltschaft für Ermittlungsverfahren wegen Straftaten nach dem Tierschutzgesetz zuständig war, stand bei betroffenen Tierhaltern schon seit Mitte 2013 in der Kritik. Etwa nach einem spektakulären Großeinsatz bei einem Zirkus, der in Norderstedt für Aufsehen gesorgt hatte. Im Fall der damals beschlagnahmten Raubkatzen hat ein Gericht bereits festgestellt, dass die einstigen Tierhalter zu entschädigen sind.

Wie sie, so fühlten sich auch andere in den Fokus der Juristin geratene Tierhalter als Opfer und ihres Besitzes beraubt. Denn, und so lautet auch der Vorwurf der Ermittler, sie hätten nicht die Möglichkeit bekommen, ihre gesetzlichen Rechte gegen eben jenen Verkauf geltend zu machen. Die Untersuchungen seien lang und umfangreich gewesen, so der Sprecher der Itzehoer Staatsanwaltschaft, Peter Müller- Rakow, und „es sind im Zuge der Anklage noch weitere Ermittlungen notwendig“. Zu den einzelnen Fällen, die zur Anklage geführt haben, wollte er sich nicht äußern. Das Landgericht Kiel prüft derzeit das Ermittlungsergebnis und entscheidet dann, ob sich die seit Anfang 2015 freigestellte Staatsanwältin vor Gericht verantworten muss und wenn ja, wann sie auf der Anklagebank sitzen wird.

Heike Hiltrop

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