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Nun doch: Pusteblume wird erweitert

Trappenkamp Nun doch: Pusteblume wird erweitert

Eltern, die nicht wissen, wo sie ihre Kinder unterbringen sollen, können nun doch tief durchatmen: Die Kita Pusteblume wird nach einigem hin und her im Gemeinderat doch um drei Gruppen erweitert.

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Familienzentrums-Koordinatorin Anke Bruder (l.) und Kita-Leiterin Cordula Schultz können nun mit den Planungen zur Erweiterung starten.

Trappenkamp.  Auch die Feuerwehr weiß jetzt, wo das neue Gerätehaus gebaut werden soll, wenn sich die Gemeinde mit dem Eigentümer der Fläche einig wird. Nachdem die Trabi-Fraktion in der Gemeinderatssitzung Ende April mit ihrer Zufallsmehrheit für reichlich Verwirrung gesorgt hatte, übernahm die SPD wieder das Ruder und kippte die noch jungen Beschlüsse.

„Wir sind froh, dass die Gemeinde unserem Ansinnen gefolgt ist.“ Cordula Schultz, Leitung Kita Pusteblume

Eine Sternstunde der Demokratie war das nicht. „Normalerweise haben wir mal gesagt, sollen gefasste Beschlüsse mindestens sechs Monate Bestand haben“, sagte Axel Barkow (SPD). So soll die Kontinuität sichergestellt werden für Bürger und Investoren. „Und nun sind wir hier nach nur sechs Wochen.“ Denn so könne man die von den Trabis gefassten Beschlüsse nicht stehen lassen. Wie berichtet, hatten die Mitglieder der Wählergemeinschaft in der Aprilsitzung die Erweiterung der Kita trotz langer Warteliste abgelehnt und die Entscheidung für ein neues Gelände der Feuerwehr in eine Suche nach weiteren Standorten verwandelt.

Eigentlich, so Barkow an die Trabis, akzeptiere eine Opposition faktische Mehrheiten – auch wenn hier unverschuldet einige Mitglieder fehlen. Die Trabis verteidigten ihr Abstimmungsverhalten. Die eigenen Vorschläge habe die SPD ignoriert, die Trabis verträten 46 Prozent der Trappenkamper Wähler, betonte Dieter Schütte. Und so lange dieser „Ehrenkodex“ nicht in der Gemeindeordnung festgeschrieben stehe, „werden wir Zufallsmehrheiten nutzen“. Die SPD habe ihren bevorzugten Standort für das Feuerwehrhaus einseitig geprüft – ein Grundstück der Hanse- Bioenergie. Das „Hexeneck“

nicht, so der Vorwurf.

Gleiches gelte für die Kita-Problematik. Hier sei der Vorschlag, das leerstehende Aldi-Gebäude zu nutzen, nicht geprüft worden, bevor eine Million Euro in einen Anbau an die Pusteblume beschlossen werde. „Viele Eltern kommen zu mir und ich weiß nicht mehr was ich ihnen sagen soll“, antwortete Krille. In Elternbriefen sei gedroht worden, den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz einzuklagen. „Und ich will nicht lesen, dass eine Gemeinde, die sich Familiengemeinde nennt, verklagt wird, weil sie keine Kita-Plätze hat.“

Die eine Million Euro Anbaukosten würden über viele Jahre abbezahlt, die seien nicht so entscheidend, erklärte Finanzexperte Barkow. „Entscheidend sind die laufenden Betriebskosten.“ Da sei die Aldi-Variante teurer: „Das wäre eine ganz neue Kita.“ Mit neuem Personalkörper. Zudem müsste der Supermarkt im Gewerbegebiet auch gekauft und komplett umgebaut werden. Sollte sich zudem herausstellen, dass in einigen Jahren tatsächlich nicht mehr so viele Kita- Plätze benötigt werden, könnte der Anbau umgenutzt werden – auch das sei leichter in einem Wohn- als in einem Gewerbegebiet.

Bei der Auflösung ihrer Beschlüsse stimmte die Trabi-Fraktion zu sechst an diesem Abend erwartungsgemäß dagegen. Bei der Neufassung enthielt sich die Fraktion. Die SPD stimmte zu neunt dafür. Wie sich die Episode auf die zukünftige Zusammenarbeit beider Parteien auswirken wird, muss sich zeigen. Die Trabis wirkten äußerst verschnupft. Bis auf Schütte ergriff niemand freiwillig das Wort – auch nicht Fraktionschef Sven-Uve Jahn. Von Wehrführer Marco Dorwo angesprochen, warum die Trabis seine Zeit verschwendet hätten zum Thema Feuerwehrhaus, verwies Jahn nur auf bereits gesagtes – die Wehr hält das von den Trabis favorisierte Gelände für ungeeignet und äußerte dies mehrfach.

Cordula Schultz, Leiterin der Pusteblume, zeigte sich erleichtert vom Ergebnis der Sitzung. Nun könne man endlich planen. „Aber wir haben Zeit verloren.“ Für die Phase der Bauzeit sollen Container für zwei Gruppen aufgestellt werden. „Ich glaube nicht, dass wir das bis September schaffen.“ Aber hoffentlich noch dieses Jahr.

1,1 Millionen Überschuss in zwei Jahren

Finanzausschussvorsitzender Axel Barkow konnte mit seinem Bericht kaum an sich halten: Mit 430000 Euro Überschuss endet das Haushaltsjahr 2015, verkündete er die frohe Botschaft. „Wir hatten mal mit 900000 Euro Fehlbedarf geplant.“ Nach bereits 630000 Euro Überschuss im Jahr davor, seien das fast 1,1 Millionen in zwei Jahren, fasste Barkow zusammen.

Mehr als 600000 Euro langfristige Darlehen konnten getilgt werden. „Aber wir haben auch eine Million Kredite aufgenommen“, so Barkow. Dafür jedoch seien wiederum 430000 Euro kurzfristige Kassenkredite getilgt worden. Alles in allem sei die Summe der Tilgungen höher als die der aufgenommenen Kredite, stellte Barkow die Zahlen gegenüber. „Und das bei all den Sachen, die wir hier anschieben.“ Grund für die gute Entwicklung seien gestiegene Gewerbe- und auch Grundsteuereinnahmen. Auch die Schlüsselzuweisungen seien höher ausgefallen.

Zudem habe die Gemeinde weniger ausgeben müssen, so Barkow. Allein durch Umschuldungsmaßnahmen spare die Gemeinde 20000 Euro Zinsen im Jahr. nam

 Nadine Materne

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