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Nun hat das Städtische eine Bücherei, die den Namen verdient

Bad Segeberg Nun hat das Städtische eine Bücherei, die den Namen verdient

Die neue Schülerbücherei im Städtischen Gymnasium ist eröffnet. Gefeiert wurde mit „Weingummi satt“ und einer Lesenacht der 5. und 6. Klassen. Möglich wurde die komplette Neugestaltung durch Spenden und Eigenarbeit.

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Das Durchschneiden des roten Bandes war für Viktoria Lau, Diana Sperl und Gretchen Rupf eine Geduldsprobe.

Quelle: Petra Dreu

Bad Segeberg. Erst der Wechsel vom Klassen- zum Fachraumkonzept im Städtischen Gymnasium machte es möglich: Durch das neue Konzept nehmen die Schüler zwar in Kauf, immer wieder mit Sack und Pack auf Wanderschaft durch die Schule gehen zu müssen, aber dabei fiel der ein oder andere Raum ab, der für neue Möglichkeiten genutzt werden konnte. Am Freitag kamen alle Leseratten und Bücherwürmer auf ihre Kosten, die die neue Schülerbücherei in Beschlag nehmen konnten. Gefeiert wurde mit „Weingummi satt“ und einer Lesenacht der 5. und 6. Klassen.

„Eigentlich sollte eine Schülerbücherei selbstverständlich sein“, sagte Schulleiter Frank-Ulrich Bähr, der seinen Lehrerkollegen Diana Sperl, Kay-Gerwin Muth und Christian Witte für ihre tatkräftige Unterstützung dankte. Witte hatte seine handwerklichen Fähigkeiten sogar in den Ferien unter Beweis gestellt. „Das ist nicht selbstverständlich“, lobte Bähr, an dessen Schule das Lesen einen hohen Stellenwert habe.

Aber wie es an einer Schule nun einmal ist, dessen Schulträger chronisch leere Kassen hat, ist nur Geld für das Nötigste da. Was darüber hinaus geht, erfordert den Erfindungsreichtum und gute Kontakte der Schule zu spendablen Eltern oder Organisationen. „Das, was wir heute vor uns haben, ist die Kür. Mit ihr leisten Sie einen Beitrag zur Förderung unserer Schule“, so Bähr. Genutzt werden soll die Bücherei mit der Bezeichnung „Deck 34“ nicht nur von den Leseratten der Schule, sondern auch von hochbegabten Schülern, die dort gesondert gefördert werden.

Nicht nur hinter den Lehrern , sondern auch hinter den Schülern liege eine Menge Arbeit, die immer wieder von finanziellen Hiobsbotschaften überschattet war. „Immer wieder ging das Geld aus, doch wir wuchsen über uns hinaus,“ sagte Diana Sperl, die mit ihren Kollegen und elf Schülern des 8. und 9. Jahrgangs an der Verwirklichung eines Traums gearbeitet hat. Angefangen hatte alles während der letzten Projektwoche des alten Schuljahres. „Im Juli standen hier ein paar Regale und Kisten mit Büchern vor einer schmutzigen Wand“, erzählte Diana Sperl. Unzählige Bücher wurden daraufhin gesichtet und aussortiert. Exemplare wie ein Synonym-Wörterbuch der DDR aus dem Jahr 1978 hätten es dann aber doch nicht in die Regale geschafft. Die sind mit inzwischen mit 800 Büchern von den Abenteuern des Zauberlehrlings Harry Potter bis hin zum Brockhaus-Lexikon in zwölf Bänden gut gefüllt.

Die Wände sind frisch gestrichen und die Einrichtung der Schülerbücherei lädt zum entspannten Schmökern ein. Es gibt runde Tische mit Stühlen, aber auch eine Empore mit Kissen und Sitzsäcken, in denen das Lesen noch einmal so viel Spaß macht.

„Bücher lesen, heißt Wandern in fernen Welten. Eine Schülerbücherei hat uns gefehlt. Sie wird ein Ort des Lesens und der Ruhe werden“, sagte Diana Sperl, die sich mit den Schülern auf Lesungen, Lesestunden, Schreibwerkstätten, Lesenächte und auf Schüler freut, die genau dort ihre Liebe zu Büchern entdecken. Was noch alles kommt, darauf darf man gespannt sein.

 Petra Dreu

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