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Segeberg Nur die besten dürfen am Kalkberg reiten
Lokales Segeberg Nur die besten dürfen am Kalkberg reiten
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20:15 27.02.2016
Annemieke Verdenhalven hat bereits zwei Jahre hinter den Karl-May-Kulissen die Pferde versorgt. Jetzt hofft sie auf eine der begehrten Rollen als Reiterstatistin. Quelle: Fotos: Petra Dreu
Seite an Seite mit Winnetou durch das Kalkbergrund zu reiten und als Kämpfer für das Gute in die Geschichte eingehen: Für viele ein Traum — 20 junge Menschen sind ihm gestern auf dem Hof Behnk in Groß Rönnau aber ein Stück näher gekommen. Sie sind von 150 Bewerbern aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich und Italien in die letzte Auswahlrunde der Reiterstatisten gekommen. Sechs von ihnen werden in dieser Saison dabei sein.

Premiere im Juni

Nach im „Tal des Todes“ 2015 mit dem Rekord-Ergebnis von 346677 Zuschauern wird in dieser Saison „Der Schatz im Silbersee“ aufgeführt. Premiere ist am 25. Juni um 20.30 Uhr.

„Es ist wie ein Fieber. Einmal dabei zu sein, war immer mein Traum“, sagt Christine Teegen (17) aus Leezen, die in diesem Jahr an der Dahlmannschule in Bad Segeberg ihr Abitur macht und deshalb erst einmal Zeit hat. Die großgewachsene junge Frau bringt die besten Voraussetzungen für die Rolle mit: Sie reitet seitdem sie klein ist und hat bereits in der vergangenen Saison Theaterluft am Kalkberg geschnuppert. „Ich habe hinter den Kulissen in der Maske mitgearbeitet“, erzählt Teegen. Dort hat sie nicht nur Theaterblut aufgetragen, sondern offensichtlich auch Blut geleckt. „Wer einmal diesen Spirit von Karl May in sich trägt, wird ihn so schnell nicht mehr los“, weiß sie und hofft eine der sechs begehrten Statistenrollen ergattern zu können.

Seit 20 Jahren suchen die Geschwister Andrea und Silvia Kassel im Februar die besten Reiter für die Karl-May-Saison aus. Sie müssen körperlich fit sein und jahrelange Reiterfahrung haben. Am wichtigsten und für viele das größte K.o-Kriterium ist jedoch eins: Zeit. „Von Mai an wird an jedem Abend geprobt, am Wochenende den ganzen Tag bis zur Generalprobe“, erklärt Andrea Kassel. Während der Saison sind die Reiterstatisten nicht weniger gefordert. Sie fangen mittwochs an, holen die Pferde aus den Stallungen und bereiten sie für die Vorführungen vor. Am Sonntag haben sie erst Feierabend, wenn nach der Vorstellung alle Pferde wieder in ihren Ställen stehen und gut versorgt sind.

„Viele wissen gar nicht, was sie erwartet. Den Zeitaufwand unterschätzen viele“, glaubt Andrea Kassel, bei der das Telefon nach dem Bewerbungsaufruf kaum noch still stand. Nach dem ersten Gespräch hatten sich die meisten Bewerbungen bereits erledigt, weil die wenigsten Bewerber ein so großes Zeitfenster erübrigen können, wie es für die Reiter erforderlich ist. Von den 150 Bewerbern kamen 50 Anwärter in die engere Auswahl, 20 von ihnen wurden zum Vorreiten für eine der sechs freien Statistenrollen eingeladen. Weitere sechs Statisten haben bereits Erfahrung aus der vorhergehenden Saison und freuen sich darauf, ein zweites oder sogar drittes Mal Teil der Inszenierung zu sein. Ihr Lohn: 4000 Euro brutto für die Saison.

Für die wenigsten Bewerber jedoch zählt das Geld. Vielmehr ist es das Flair von Winnetou und Karl May, das sie magisch anzieht. In den nächsten Wochen erhalten die Bewerber die Zu- oder Absage.

Petra Dreu

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