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Segeberg Oberbürgermeister träumt von der U-Bahn
Lokales Segeberg Oberbürgermeister träumt von der U-Bahn
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21:55 25.04.2016
Norderstedts wiedergewählter Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote mit CDU-Parteichefin Katja Rathje-Hoffmann. Quelle: Fuchs

12872 Norderstedter Wähler — das waren 84,4 Prozent der abgegebenen Stimmen, die neben seinem Namen ein Ja ankreuzten — wollen, dass er weiter bis 2022 im Rathaus regieren kann.

Damit überholt er am Ende seiner Amtszeit den ersten Bürgermeister Norderstedts, Horst Embacher, der 23 Jahre lang amtierte, davon allerdings auch elf Jahre lang noch als Bürgermeister der Gemeinde Garstedt bis zur Fusion mit Harksheide, Friedrichsgabe und Glashütte 1970 zur Stadt Norderstedt.

„Fast 85 Prozent der Stimmen — das ist mehr als ich mir in den kühnsten Träumen erhofft hatte“, sagte ein strahlender Wahlsieger inmitten seiner Familie, Mitarbeitern, Weggefährten und Parteifreunde in der Gaststätte des Feuerwehrmuseums, wo Norderstedts CDU-Parteivorsitzende Katja Rathje-Hoffmann die Siegesfeier organisiert hatte. Denn es sei überhaupt nicht vorauszusehen gewesen, ob seine Anhänger auch wirklich in großer Zahl zur Wahl gingen, erklärte Grote. Da es keinen Gegenkandidaten gab, seien wohl viele zu Hause geblieben, weil es ohnehin keine Auswahl gab und der Sieger vermeintlich vorher schon feststand. Da seien in ähnlichen Fällen schon 25 bis 35 Prozent Gegenstimmen herausgekommen, analysierte Wahlsieger Grote. Die Wahlbeteiligung betrug allerdings nur 24,2 Prozent.

„Ich fühle mich noch nicht alt genug, um in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen“, begründete der Verwaltungschef von 1200 Mitarbeitern seine erneute Kandidatur nach 18 Jahren Amtszeit. „Nur noch Golf zu spielen, würde mir nicht reichen“, sagte er.

Das geänderte Landesbeamtengesetz kam ihm dabei zupass. In früheren Zeiten musste ein Bürgermeister spätestens mit 65 Jahren abtreten. Nun könnte er sogar bis zur Vollendung des 68. Lebensjahres im Amt bleiben.

Zentrales Thema seiner vierten Amtszeit werde die Umgestaltung der Stadt durch die zunehmend digitale Gesellschaft sein. Auf diese Herausforderungen müsse die Stadt vorbereitet sein, was durch das flächendeckende Glasfasernetz und jetzt den Startschuss als landesweite Modellkommune für die elektronische Verwaltung („e-government“) auf den richtigen Weg gebracht sei. Zudem gelte es, die ausgesprochen gute wirtschaftliche Lage Norderstedts auch für die Zukunft zu sichern.

Mit dem 1000-Mann-Betrieb Tesa hat die Stadt gerade einen äußerst lukrativen Gewerbesteuerzahler angelockt, der 2015 sage und schreibe 190 Millionen Euro Gewinn machte. Ein Traum für die Zukunft wäre für Grote, wenn die U-Bahn von Norderstedt-Mitte bis Friedrichsgabe verlängert werden könnte, wo bislang nur die AKN fährt. Um dieses Projekt zu realisieren, das einige Hundert Million Euro kosten dürfte, bräuchte Grote aber erhebliche Bundeszuschüsse und eine Beteiligung von Land und Kreis Segeberg.

Norderstedts Oberbürgermeister hat also noch einiges vor in seiner vierten Amtszeit, die am 1. Dezember beginnt.

Von bf

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