Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Offene Ganztagsschule an der Rantzau-Schule?
Lokales Segeberg Offene Ganztagsschule an der Rantzau-Schule?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:27 24.03.2016
Die Heinrich-Rantzau-Schule hat einen engagierten Elternverein für die Betreute Grundschule, aber der Bedarf wird immer größer. Quelle: Glombik

Fast alle haben sie. Bekommt nun auch Bad Segebergs größte Grundschule, die Heinrich- Rantzau-Schule, eine Offene Ganztagsschule (OGS)? Beim Schulträger wird das jetzt geprüft.

Schulleiterin Anja Look erklärte auf LN-Anfrage, dass seit Jahren eine Elterninitiative mit einer „Betreuten Grundschule“ sehr gute Arbeit leiste, hier sei das Angebot aber begrenzt. Maximal 45 Kinder könnten insgesamt morgens und nachmittags betreut werden. Aber immer mehr Eltern benötigten Betreuung für ihre Kinder. Auch an ihrer Schule mit insgesamt 380 Schülern gebe es inzwischen eine Warteliste. „Das Angebot ist ausgereizt.“ Über dieses Problem wird nun auch in den Gremien des Schulverbandes Bad Segeberg diskutiert. Es fehlt für die Anerkennung als OGS eine Mensa sowie zwei Gruppenräume. Die Mensa soll multifunktional sein, so dass sie auch außerhalb der Essenszeiten genutzt werden kann. Die Bauten würden über eine Million Euro kosten. Mit Fördermitteln sei nicht zu rechnen.

Hauptausschussvorsitzender Hans-Heinrich Jaacks sieht die Planungen skeptisch. „Das ist schon eine finanzielle Belastung für den Schulverband. Das Geld wird uns an anderer Stelle fehlen.“ Teurer könnte der Bau auch werden, weil man an der Schule anbauen müsste. Die steht unter Denkmalschutz. Dirk Gosch von der zuständigen Verwaltung stellt klar, dass noch nichts entschieden sei, ja noch nicht einmal Architektenzeichnungen existieren. Bedingung für eine OGS sei ein Mittagessen-Angebot, deshalb sei eine Mensa zwingend erforderlich. Gosch: „Wir prüfen Standorte, wo gebaut werden könnte.“ Zurzeit gebe es Überlegungen, Anbauten an der Seite zur Ziegelstraße zu planen.

Nicht von Pappe sind für den Schulverband die finanziellen Auswirkungen: Trotz Elternbeiträge sei ein Zuschussbedarf von 150000 Euro jährlich zu erwarten. Schon für seine bestehenden Offenen Ganztagsschulen buttert der Schulverband 260 000 Euro zu.

Was wären die nächsten Schritte, um eine OGS an der Heinrich- Rantzau-Schule aufzubauen? Schule, Schulträger und der Verein für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg, als Träger der OGS, beraten ein Konzept, das in der Schulkonferenz der Heinrich-Rantzau- Schule beschlossen wird. Der Schulträger beantragt daraufhin beim Bildungsministerium die Genehmigung. Doch Bürgermeister und Schulverbandsvorsteher Dieter Schönfeld (SPD) ist skeptisch: „Die Kosten, die dann auflaufen, sind nicht haushaltsverträglich, weder für die Stadt Bad Segeberg noch für die anderen Mitgliedsgemeinden im Schulverband.“ Schon jetzt gebe die Stadt jährlich 2,9 Millionen Euro als Schulträger aus. Schönfeld ist eher für ein „schulübergreifendes Modell“ einer OGS. Aber das wird teilweise schon jetzt von Eltern praktiziert. Die geben ihre Kinder in den städtischen Hort, weil es sonst keine Betreuungsmöglichkeiten gibt. Selten möchten Mütter oder Väter ihren Job aufgeben, weil das Kind mittags von der Schule nach Hause kommt.

Kosten von über einer Million Euro

Offene Ganztagsschulen (OGS) gibt es in fast allen Schulen des Schulverbandes. In der Grundschule Warderfelde und auch in der Franz-Claudius-Schule wurde zum Beispiel groß investiert. Vor Jahren gab es auch noch Fördermittel für den Bau von Mensa und Gruppenräumen. Die Heinrich-Rantzau-Schule war damals noch nicht so weit, sich zu bewerben. Schon seit Jahren bietet hier eine Initiative von Eltern während der Schulzeit eine Betreuung von 7 Uhr bis 8.30 Uhr und von 12.15 Uhr bis 16 Uhr an. „Die machen das auch ganz klasse“, sagt Schulleiterin Anja Look. Nur kommen hier längst nicht alle Kinder unter.

Eine Kostenschätzung für die Errichtung von Räumen für die OGS beläuft sich auf rund 1,01 Millionen Euro für eine Mensa mit 60 Sitzplätzen und zwei Gruppenräumen für je 25 Kinder. Dazu kommen Toiletten, Sozialraum für Mitarbeiter. Die jährlichen Aufwendungen für den Betrieb (Personal, Mittagsverpflegung) werden vom Schulträger auf 240000 Euro geschätzt. Dazu kommen Strom und Heizung. Die jährlichen Einnahmen betragen rund 100 000 Euro.

Von Wolfgang Glombik

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige