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Segeberg Old Surehand: Karl-May-Saison eröffnet
Lokales Segeberg Old Surehand: Karl-May-Saison eröffnet
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17:58 24.06.2017
Quelle: Hiltrop
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Bad Segeberg

John Denvers Song „Take Me Home, Country Roads“ macht den musikalischen Einheizer, das Publikum in der Generalprobe ist voller Vorfreude, denn gleich geht es los: Winnetou (Jan Sosniok) wird durch die Prärie am Kalkberg reiten – in diesem Jahr an der Seite von Old Surehand (Alexander Klaws), der der Inszenierung seinen Namen gegeben hat. Mit viel Action und Knallerei wird das Böse bekämpft und – ohne zu viel zu verraten – natürlich bezwungen.

Mit der Premiere von „Old Surehand“ starten die Karl-May-Spiele von Bad Segeberg am Samstagabend (20.30 Uhr) in ihre 66. Saison. Schon die Generalprobe am Nachmittag verlief einwandfrei.

Kurz umrissen geht es in „Old Surehand“ um den schießbegabten Westmann mit der geheimnisvollen Vergangenheit. Der macht sich, forciert von Medizinmann Tibo-taka (Ben Bremer), den jungen Komantschenhäuptling Apanatschka (Max König) zum Feind. Gleichzeitig verliebt er sich in Lea-tshina, die „Weiße Feder“ (Sila Sahin) – und sie sich natürlich auch in ihn. Doch der Medizinmann treibt ein mieses Spiel, kooperiert mit Bösewichten. Allen voran General Douglas (Mathieu Carrière). Der ist gemeinsam mit Old Wabble (Joshy Peters), dem legendären König der Cowboys, scharf auf Diamanten aus einem geheimnisvollen Felsen im Indianerland. Dort, wo der geheimnisvolle Schamane Kolma Puschi, „das Schwarze Auge“, seine Schwüre ins Feuer spricht. Der Schamane ist eine Frau (Simone Ritscher), der Medizinmann auch nicht ganz der, der er vorgibt zu sein, und nach atemberaubenden Stunts und viel Feuer vor eindrucksvoller Kulisse, stellt sich heraus, dass eine Menge Leute miteinander verwandt sind.

Nein, mehr wirdnun wirklich nicht verraten. Nur so viel: Klaws macht seine Sache wirklich gut und die schmachtenden Szenen mit der zarten Sila Sahin sind was für Love-Story-Fans. Für die Comedy-Einlagen hat Buchautor Michael Stamp den französischen Koch François (Patrick L. Schmitz) in die Bad Segeberger Prärie geschrieben. Was auf den ersten Blick wie übertriebener Klamauk wirkt, entwickelt sich zur skurrilen Kultfigur für Spaßvögel. König glänzt als Apanatschka, wie Peters als Old Wabble und Carrière gibt einen wundervollen Bösewicht ab. Überhaupt hat Stamp aus den Figuren im Stück mit sehr liebevoll gezeichneten Charakterzügen echte Persönlichkeiten gemacht. Lediglich Winnetou ist eben Winnetou – aber das soll ja auch so sein.

6000 Besucher, darunter etliche eiserne Fans, zählte die Kalkberg GmbH zur Generalprobe am Freitag. 2300 Karten sind in Kooperation mit dem Kiwanis-Club Lübeck an Einrichtungen für Menschen mit Alltagseinschränkungen verschenkt worden: Und die genossen den Abend. Ein paar kleine Hänger in der Generalprobe sorgten zusätzlich für gute Stimmung unter den Zuschauern. Ganz besonders, als Winnetous Mikro ausfiel.

Die Technik war unterm Hemd wohl verrutscht – aber wozu hat man Freunde wie Old Surehand?!

Und schon mal vorgemerkt: Nächstes Jahr gibt’s „Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg“.

Von Heike Hiltrop

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