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Segeberg Oldies auf Tour: Je älter, umso schöner
Lokales Segeberg Oldies auf Tour: Je älter, umso schöner
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22:22 01.07.2013
Von Ursula Kronlage

„Es hätte so schön sein können . . .“ Dachte sich Günter Löwe aus Strenglin, als er am Sonntagnachmittag neben seinem Mercedes Cabrio auf dem Marktplatz stand und es sich einregnete. Dabei hatte es am Morgen noch nach Sommer ausgesehen und jene Fahrer die zur Veteranenrallye halboffen (Cabrio) oder ganz offen (Motorradfahrer) gegen 9 Uhr am Autohaus Senger angetreten waren, optimistisch gestimmt. Entsprechend viele Zuschauer verfolgten den Start der 73 Autos und 51 Motorräder. Die 105 Kilometer führten zunächst in Richtung Schieren, dann von Rohlstorf über Berlin und Stocksee weiter nach Bornhöved, wo eine große Pause eingelegt wurde. Nach 13 Uhr ging es weiter in Richtung Willingrade und Rickling zum Gut Pettluis und über Klein Rönnau zurück nach Bad Segeberg. Ziel: wie immer der Marktplatz, wo — überdacht — eine Pankokenkapelle die nacheinander eintreffenden Teilnehmer begrüßte.

Wer die Veteranenrallye über Jahre verfolgt hat, kennt viele Fahrer, denn der harte Kern bleibt weitgehend unverändert; fällt der Name „Heinz Franz“, beginnen die Augen eines echten Oldtimerfans zu leuchten und er sagt spontan: „Raleigh Model 14.“ Mit dieser 1924 gebauten Maschine fährt Heinz Franz aus Hasenmoor seit 1985 jede Rallye mit. „Solange es Spaß macht, bin ich dabei“, sagt er. Sieben Motorräder stehen bei ihm Zuhause, darunter eine Nimbus — ein ehemals dänischer Motorradhersteller — von 1939 mit 18 PS, eine Miele von 1937 und eine MZ von 1972. „Das ist mein modernstes Motorrad“, sagt Heinz Franz. Mit seinen 82 Jahren ist er der älteste Teilnehmer, nur sieben Jahre jünger als seine Raleigh. Die beiden gehören zur Veteranenrallye wie Old Shatterhand zu Winnetou oder Senf zur Bratwurst. Nicht wegzudenken ist ebenfalls Hubert Brosche, ein Mann der ersten Stunde, der zusammen mit Wolfgang Buttner vor 33 Jahren die Tour ins Leben gerufen hat. Jedes Jahr beim Start am ehemaligen Travag-Autohaus nimmt Buttner das Mikrofon in die Hand und beschreibt die blechernen Raritäten, nennt Fahrer, zählt Besonderheiten auf und gibt dem Ganzen den richtigen Pep.

Für die Teilnehmer auf zwei oder vier Rädern gilt das Motto: „Je älter, umso schöner und interessanter.“ Und es gibt wohl keinen Oldtimer-Besitzer, der nicht gern über sein Schmuckstück spricht. Da ist zum Beispiel Klaus Mecke (Goldenbek), der mit seinem Fiat Topolino, Baujahr 1937, 13 PS, an den Start ging. Doch auf Schnelligkeit kommt es bei dieser Rallye ohnehin nicht an, sondern auf das richtige, angepasste Tempo, das von den Streckenkontrolleuren akribisch gemessen und festgehalten wird. Ein knallroter Messerschmitt-Kabinenroller, Baujahr 1958, zog am Marktplatz die Blicke auf sich; Dieter Sienknecht und Gerd Danger gingen mit ihm auf Tour. Gleich daneben hat Günter Löwe seinen Mercedes 190 SE, Baujahr 1960, geparkt, beigefarben mit roten Ledersitzen. „Alles an ihm ist noch original“, betonte der Besitzer. Und gibt zu, dass diese Baureihe „extrem teuer“ ist. Was reizt ihn an solchen Rallyes? „Die gemeinsame Unternehmung, dass man die Autos vorführt und darüber spricht“, zählte er auf. Ihm gehört auch der rote MG von 1972, mit dem sein Freund Christian Lüders aus Söhren an der Rallye teilnahm. Etwaige Reparaturen sind für Günter Löwe kein Problem, er ist Kfz-Meister und setzt seine Autos selbst instand.

Ursula Kronlage

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