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Segeberg Packen für den Umzug in die Moderne
Lokales Segeberg Packen für den Umzug in die Moderne
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18:22 30.01.2016
Der Termin steht: Am 23. und 24. Februar ziehen Torsten Bohlmann (r.), sein Stellvertreter Sönke Nass und neun weitere Kollegen aus Trappenkamp und Bornhöved in die neue gemeinsame Polizeistation Trappenkamp. Dafür wird gerade der alte Schleckermarkt umgebaut. Quelle: Materne

Der Außenstehende könnte es tatsächlich für einen Scherz halten: Wenn sich die Trappenkamper Polizeikollegen auf ihrer Wache umziehen wollen, dann gehen sie dafür in den Serverraum, gleichzeitig ein Lager. „Und Durchgangszimmer für Küche und WC“, sagt Stationsleiter Torsten Bohlmann. Toiletten nach Geschlechtern getrennt? Gibt es weder hier, noch in der Zweigstelle Bornhöved. Kaum zu glauben, dass es so etwas in einem durchgeregelten Land wie diesem überhaupt noch gibt, zumal in einer staatlichen Behörde. Mit dem Umzug in die gemeinsamen neuen Räume in Trappenkamp ist unter anderem dieser Zustand beendet.

Der Termin für dem Umzug steht: Am 23. und 24. Februar werden die beiden Dienststellen auch räumlich zusammengelegt. In der alten Schleckerfiliale in Trappenkamp. Drei Jahre nach dem Beschluss der Zusammenlegung.

Nicht jeder ist mit der Situation glücklich. Für manch älteren Kollegen sei der Umzug zu vergleichen mit dem Verkauf eines Hauses, in dem man 20 Jahre gelebt hat, so Sönke Nass, Leiter der Bornhöveder Zweigstelle und Bohlmanns Stellvertreter. Auch wenn die Entfernung zur neuen Station gerade einmal fünf Kilometer beträgt. Doch schon allein wegen der räumlichen Situation sei eine Veränderung notwendig gewesen.

Vor allem aber in Bornhöved gab es große Proteste gegen die Zusammenlegung der beiden Stationen im Nachbarort. Verwaltungstechnisch sind die beiden Dienststellen seit 2014 eine Einheit und Bohlmann zieht ein positives Fazit. „Seither habe ich einen viel besseren Einblick in Bornhöved.“ Er lese den kleinsten Einsatzbericht. Selbst die Ruhestörung an der Badestelle Bornhöved. Auch habe das Einsatzgebiet, das dem Amtsbereich entspricht, eine Größe, die es ermögliche, den Überblick zu behalten. Die bewährten Ansprechpartner, etwa im Fall der Schulen, blieben zudem auch nach der räumlichen Zusammenlegung erhalten.

Ein Fortschritt ist der Umzug allemal. Nicht nur wegen der neuen Sanitärräume für Männer und Frauen. Das neue Revier wird barrierefrei sein. Das ist heute Standard, aber keine Selbstverständlichkeit, wie an den beiden bisherigen Dienststellen zu sehen ist. „Schon als ich 2012 nach Bornhöved kam, habe ich mich gefragt, wie man eine Polizeistation in den ersten Stock eines 200 Jahre alten Hauses unterbringen kann“, sagt Sönke Nass. „Mit schiefen Treppen.“ Natürlich ohne Fahrstuhl.

Da haben es Besucher der Trappenkamper Station bisher kein Stück besser gehabt. „Hier kamen schon ältere Leute schnaufend oben an“, schildert Bohlmann. Im ersten Stock angekommen, stehen die Besucher dann quasi in einer umgenutzten Wohnung. Und so ist das schon mindestens seit den 80er Jahren.

Den alten Schleckermarkt — 300 Quadratmeter davon — konnte nun nach den Bedürfnissen der Polizei angepasst werden. Elf Beamte, darunter zwei Frauen werden hier zukünftig arbeiten. Ähnlich der Bad Segeberger Station wird es zudem einen separaten Wachbereich geben — abgetrennt von den Büroräumen der Sachbearbeiter. Die räumliche Enge der beiden kleinen Dienststellen sei in sensiblen Fällen auch ein Datenschutzproblem gewesen, schildern die Polizisten. Da habe man Gäste auch mal draußen warten lassen müssen, so Nass.

Neben den erstmals getrennten Sanitärräumen für Frauen und Männer wird es auf der Trappenkamper Polizeistation zudem ein behindertengerechtes WC für Gäste geben. „Erstmals haben wir dann auch einen Raum für Durchsuchungen“, sagt Nass. Bisher musste so etwas am persönlichen Schreibtisch gemacht werden. „Zellen werden wir nicht haben“, betont Bohlmann in dem Zusammenhang. „Das Gewahrsam bleibt in Bad Segeberg.“

Die ersten Umzugskartons haben die Kollegen bereits gepackt. Möbel, Akten, die Technik — alles wird mitgenommen. Die Trappenkamper Kollegen müssen dabei nur auf die andere Straßenseite. Direkt vor der Tür werden die beiden Einsatzfahrzeuge stehen. Von der Wache aus sind sie jetzt einsehbar. Auch das sei ein Vorteil zu früher.

Nadine Materne

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