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Segeberg Papenburg AG hat Anlage in Wahlstedt verkauft
Lokales Segeberg Papenburg AG hat Anlage in Wahlstedt verkauft
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21:14 18.08.2017
Still ruht der (Bagger-) See nahe Wahlstedt: Die Maschinen sind weg, doch es ist nur eine Frage der Nachfrage und Zeit bis hier wieder geschürft wird.

Der Eigentümerwechsel betrifft auch die 2012 für 1,62 Millionen Euro ersteigerten ehemaligen Okal-Liegenschaften sowie das Schürfgebiet am Stadtrand.

Niedersächsisches Unternehmen übernimmt Standort und Mitarbeiter.

Die Verhandlungen seien kurz gewesen. Man habe die Gelegenheit, den Standort zu übernehmen genutzt, sagte Stefan Entrup aus dem erstmals im Norden aktiven Unternehmen im LN-Gespräch:

„Er ist besonders durch den Anschluss an das Industriegleis interessant.“ Alle Standorte des Unternehmens (Hauptsitz Hannover) verfügen über Gleisanschlüsse, so dass Baustoffe aus anderen Gebieten zur Weiterverarbeitung nach Wahlstedt transportiert werden können. Entrup: „Wir setzen verstärkt auf die Schiene.“ Während die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr ankündigte Güterbahnhöfe zu schließen – betroffen sind davon auch Boostedt, Großenaspe und Kaltenkirchen; Bad Segeberg ist gefährdet – kann Wahlstedt mit seinen 3,8 Kilometer eigenem Gleis punkten. Betrieben wird es von der Stadtwerke Wahlstedt GmbH. In Fahrenkrug gibt es einen Anschluss an das regionale Gleisnetz.

Arbeitsplätze gehen nicht verloren: Alle Mitarbeiter sind laut Unternehmen übernommen worden, das Team vor Ort wurde sogar auf sechs Mitarbeiter aufgestockt. „Wenn die Auftragslage weiter so gut ist, werden wir den Standort weiterentwickeln, unter Umständen zwei weitere Mitarbeiter einstellen“, ergänzte Entrup, betonte jedoch gleichzeitig, dass es im Unternehmen, das vor allem in Mitteldeutschland aktiv ist, derzeit keine konkreten Pläne gebe, weiter nach Schleswig-Holstein zu expandieren.

Investieren muss die Hermann Wegener GmbH in das ehemalige Okal-Areal, das losgelöst vom benachbarten Asphaltmischwerk als Gewerbefläche weiterhin an verschiedene Firmen vermietet werden soll. An den Hallen muss einiges gemacht werden, darunter auch Dächer. „Derzeit wird der Sanierungsbedarf ermittelt und wir wissen, dass das nicht ganz billig wird.“ Einzig die Kiesgrube südlich von Wahlstedt liegt derzeit bis auf weiteres brach. Die Maschinen sind demontiert, es ist keine Technik mehr vor Ort und das Gelände mit Baggersee erfreut sich trotz Betretungsverbots großer Beliebtheit bei Spaziergängern und Hundebesitzern aus der Umgebung. Zwar sei es langfristig vorgesehen, den Kiesabbau dort fortzuführen, sagte Stefan Entrup, aber das sei marktabhängig. „Für uns hat das Asphaltmischwerk Vorrang.“

Zu Beginn des Kiesabbaus vor elf Jahren gab es dazu Kontroversen zwischen der Papenburg AG und der Politik. CDU und FDP favorisierten nach Beendigung des Schürfens eine Wiederverfüllung. Was jedoch nicht möglich ist, da bis in Grundwassertiefe abgebaut wurde. „Es gibt entsprechende Verpflichtungen, die in den Abbaugenehmigungen festgelegt sind, in der Regel wird renaturiert, da wird ein See bleiben“, bestätigt Entrup.

 Heike Hiltrop

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