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Segeberg Parkautomat am Landratspark wieder Spitzenreiter in der Stadt
Lokales Segeberg Parkautomat am Landratspark wieder Spitzenreiter in der Stadt
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08:51 12.01.2016
80 000 Euro wirft der Spitzenreiter unter Bad Segebergs Parkautomaten jährlich ab. Bernd Kretschmann hatte beim Parken am Landratspark allerdings Glück. Das Gerät war außer Betrieb. Quelle: Wolfgang Glombik

Vorführeffekt? Die Autofahrer auf dem Parkplatz Am Landratspark feixen sich eins, können das Portmonee heute stecken lassen. Denn ausgerechnet jetzt, beim Fototermin, versagt Bad Segebergs „Mitarbeiter des Jahres“. „Außer Betrieb“ heißt es im Display des Schluckspechts. Nun gilt auf den Stellflächen die Parkscheibe. Der „absolute Lieblingsautomat“ von Hartmut Gieske vom Ordnungsamt macht schlapp. Genug ist nicht genug: 2014 sammelte er noch 77 000 Euro von den Kunden des Parkplatz am Landratspark ein. Im vergangenen Jahr waren es gar 80 000 Euro.

76 000 Euro sammelte der Parkautomat am Seminarweg 2015 für das Bad Segeberger Stadtsäckel. Damit ist er Vizemeister.

Er ist damit Tabellenführer der zwölf städtischen Parkscheinautomaten. Unerreichbar wie Bayern München. Meistertrainer Gieske: „Wahnsinn, was dieser Parkautomat für die Stadt bringt.“

Wer hier fürs Parken löhnt, tut ein gutes Werk und hilft der Stadt, ihr schlimmes Haushaltsdefizit zu lindern. 2014 brachten die Parkgebühren Einnahmen von 340000 Euro. 2015 sind es gar 354 000 Euro geworden. „Das ist eine gute Steigerung“, zeigt sich Hartmut Gieske über seine Helfer zufrieden. In diesem Jahr werden sich die Erlöse vermutlich weiter steigern lassen, denn erst vor wenigen Tagen wurde ein neuer Automat auf dem Parkplatz Backofenwiese „scharf gemacht“. Resultat: Hier stehen die Autos längst nicht mehr so dicht gedrängt wie sonst. Bleibt die Frage, wo sie jetzt parken. Gieske weiß es nicht. Trotzdem ist der Stellplatz hier verhältnismäßig günstig. Den ganzen Tag kann hier für 2,40 Euro geparkt werden.

63 000 Euro hat der Parkautomat Autofahrern wie Michael Marholz an der Straße Am kleinen See abgeknöpft.

Die Innenstadt-Flächen sind teurer: Davon profitiert der Vizemeister 2015, der Automat am Seminarweg, nahe bei der AOK. 73 000 Euro sammelte er im Jahre 2014, jetzt steigerte er sich auf 76000

Euro. Der Automat am Parkplatz Am Kleinen See ist hingegen auf 63000 Euro abgesackt, kann seinen dritten Platz aber behaupten. „So einen stell‘ ich mir mal zu Hause hin“, sagt ein Ein-Euro-Parker anerkennend beim Einwerfen, als er vom Jahreserlös des Automaten hört. Vor der Marienkirche kassiert 2015 der städtische Parkwächter, den nur Böswillige als Wegelagerer beschimpfen, 57 000 Euro ab, 2000 Euro mehr als 2014. Das absolute Schlusslicht unter Bad Segebergs Parkautomaten steht am schlichten Sand-Parkplatz Winklersgang. Der warf für 2015 nicht einmal 2000 Euro ab, kritisiert ihn Hartmut Gieske. Hier will kaum einer parken. Fast möchte man Mitleid mit dem einsamen Automaten haben.

Eine weitere wichtige Einnahmequelle für die Stadt sind die Strafzettel, wenn der Parkautomat ignoriert oder die Parkscheibe vergessen wird. 20 000 Knöllchen wurden von den städtischen Mitarbeitern 2014 an Parksünder verteilt, im vergangen Jahr reduzierte sich das auf 19 000 Fälle. An Verwarnungs- und Bußgeldern nahm die Stadt 2014 stolze 260000 Euro ein, 2015 waren es 235 000 Euro. Gieske:

„Die Leute haben besser geparkt.“ Vielleicht liegt es auch darin, dass die Parksünder lieber gleich ihr Knöllchen bezahlen, damit es nicht zu einem zusätzlichen Bußgeld kommt. Das koste dann schnell fast das Vierfache, warnt Gieske. Er zeigt sich sehr erfreut darüber, dass die Bad Segeberger die Parkraumbewirtschaftung ihrer Stadt akzeptiert haben. Gieske sieht den Parkfrieden in Bad Segeberg wieder hergestellt.: „Es gibt null Beschwerden über die Automaten. Die Leute haben auch akzeptiert, dass diese nicht Geld wechseln können.“ Auch der neue Automat an der Backofenwiese werde weitgehend klaglos akzeptiert.

Die schlimmste Zeit für Bad Segebergs sonst so robusten Parkautomaten ist ausgerechnet Silvester. Vor der Knallerei zum Jahreswechsel hatte ein fürsorglicher Mitarbeiter die Zugangsöffnungen der sensiblen Automaten blockiert, damit die bis zu 6000 Euro teuren Geräte nicht Schaden nehmen. Trotzdem war es einem Täter gelungen, mit einem Böller die Technik eines Parkautomaten am Schweinemarkt (18000 Jahreserlös) „ein bisschen“ zu sprengen. Doch der Parkautomat wurde schnell repariert. Gieske: „Da läuft eine Strafanzeige.“ Niemand darf sich ungestraft an Bad Segebergs größten Goldeseln vergreifen.

Wolfgang Glombik

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