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Parkgebühren für mehr Schutz gegen Fluglärm

Norderstedt Parkgebühren für mehr Schutz gegen Fluglärm

Norderstedt legt mit der Flughafen GmbH ein neues Förderprogramm auf: Die Einnahmen aus Parkplätzen der Urlaubsflieger kommen den vom Fluglärm geplagten Anliegern zugute.

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Die Einnahmen aus den Parkgebühren der Saisonparkplätze an der Niendorfer Straße kommen jetzt den von Fluglärm geplagten Bürgern in Norderstedt direkt zugute. Das Geld fließt in ein Förderprogramm.

Quelle: Fotos: Fuchs

Norderstedt. Die vom Fluglärm geplagten Anlieger im Norderstedter Stadtteil Garstedt können sich jetzt auf eine weitere finanzielle Unterstützung freuen, wie sie den Lärm in ihren Häusern zumindest lindern können. Die Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel GmbH und die Stadt Norderstedt haben jetzt das Lärmschutzprogramm „8plus“ aufgelegt, das eine Fortsetzung jenes Programms ist, das von 2007 bis 2010 rund eine halbe Million Euro für die Schallisolierung von Fenstern zur Verfügung stellte. 105 Haushalte in Norderstedt nutzten es seinerzeit, um kostengünstig schalldichte Fenster eingebaut zu bekommen.

 

LN-Bild

„Jetzt werden noch mehr Bürger aus Norderstedt von Lärmschutzmaßnahmen profitieren.“ Flughafenchef Michael Eggenschwiler

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Nun würden auch Straßenzüge von dieser Förderung profitieren, die bislang nicht berücksichtigt wurden, weil der Lärmpegel als zu gering erachtet wurde, kündigten Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote und Flughafenchef Michael Eggenschwiler jetzt an. Stadt und Airport teilten sich die Kosten für dieses Förderprogramm, das bis zu 250 Haushalte aufnehmen könnte, so Flughafensprecherin Katja Bromm.

Finanziert wird das Förderprogramm von den Parkgebühren, die die Stadt Norderstedt für die Vermietung der Saisonparkplätze an der Niendorfer Straße einnimmt. Dort stellt die Stadt insbesondere in der Ferienzeit zusätzliche Parkplätze für Urlauber zur Verfügung, die dort während ihrer Auslandsreise kostengünstiger ihr Auto abstellen können als direkt am Airport-Terminal. Dieser Vorschlag entstand von politischer Seite im Hauptausschuss der Stadtvertretung, wo die Grünen diesen Antrag stellten, wie deren Sprecher Detlev Grube mitteilt. Über den Aufsichtsrat der Entwicklungsgesellschaft sei diese Idee an die Flughafengesellschaft herangetragen worden. „Diesen Vorschlag haben wir sofort positiv aufgenommen und weiterentwickelt“, sagt Flughafenchef Eggenschwiler. „So werden noch mehr Bürger aus Norderstedt von Lärmschutzmaßnahmen profitieren.“

Für die Betroffenen bedeutet dies nun, dass sie, wie bereits beim vorherigen Programm, nur noch ein Siebtel der Kosten für den Einbau der Schallschutzfenster und Lüfter selbst bezahlen müssen. Die restlichen sechs Siebtel der Kosten teilen sich die Stadt Norderstedt und der Hamburger Flughafen.

„Das ist wirklich ein gutes Ergebnis für unsere Bürger, das unsere Nachbarschaft zum Hamburger Flughafen noch weiter stärkt“, lobt Oberbürgermeister Grote, dass der Flughafen die aus den Mieteinnahmen zur Verfügung stehende Summe verdopple. Darüber hinaus werde er der Stadt bei der Abwicklung der Anträge unterstützen.

Grünen-Sprecher Grube lobt die schnelle Umsetzung dieses Vorschlags. Dabei dürfe aber auch der aktive Lärmschutz nicht aus den Augen verloren werden. „Gerade der Zeitraum mit den verspäteten Flugzeugen zwischen 23 Uhr und Mitternacht bedarf unseres besonderen Augenmerks. Hier gilt es, aktiv weiter Druck zu machen, diese sensiblen Tagesrandzeiten mit geeigneten Maßnahmen weiter von Fluglärm zu entlasten“, fordert Grube.

So sind die Norderstedter Bürger dem Fluglärm überproportional ausgesetzt. 42 Prozent aller 155431 Starts und Landungen im vergangenen Jahr wurden über die nördliche der vier Start- und Landebahnen abgewickelt. Dazu gehören auch alle 553 Flugzeuge, die im Jahr 2015 verspätet nach 23 Uhr in Hamburg gelandet sind.

 Burkhard Fuchs

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