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Parkinson: Kunst als Therapie

Bad Segeberg Parkinson: Kunst als Therapie

Beim Symposium in Bad Segeberg erhält Verein aus Hannover den mit 10 000 Euro dotierten Preis der Hilde-Ulrichs-Stiftung.

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Der Stiftungspreis der Hilde-Ulrichs-Stiftung geht an den Verein „Parkinson Nurses & Assistenten“: Dr. Jürgen Weber (v.l., Stiftungsbeiratsvorsitzender), Geschäftsführer Bernhard König, Stiftungsbeauftragte Stephanie Heinze und Silke Feldmann (Parkinson Nurse und Vereinsvorsitzende).

Bad Segeberg. Gerade haben die knapp 120 Teilnehmer des Bad Segeberger Parkinson-Symposiums den ruhigen Kanon „Hejo, spann den Wagen an“ mehrstimmig gesungen, schon beginnen sie zu rocken – und zwar richtig. Sie klatschen den Rhythmus von „We will rock you“. Sänger und Musiktherapeut Norbert Hermanns singt den Text. Dann sind die Teilnehmer, überwiegend Parkinson-Patienten, dran. Sie fallen mit ein, rappen „Alle meine Entchen“ und „Hänschen Klein“. Zum Schluss erheben sich alle und singen „Oh, lass es Dir gutgehen“. Auch wenn manch einem die Bewegungen schwerfallen, sie machen mit, fühlen sich gestärkt in der Gemeinschaft. Freude und Zufriedenheit spiegelt sich auf vielen Gesichtern wider.

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Beim Symposium in Bad Segeberg erhält Verein aus Hannover den mit 10 000 Euro dotierten Preis der Hilde-Ulrichs-Stiftung.

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„Die künstlerischen Verfahren sind kein

Ersatz für Physiotherapie oder Logopädie, sie ähneln den Therapien, machen

aber mehr Freude.“ Prof. Björn Hauptmann,

Segeberger Kliniken

Ein intensives Wochenende haben die Teilnehmer des dritten Symposiums „Medizin trifft Kunst“ hinter sich: eine Reihe von Vorträgen zum Thema „Angehörige von Parkinson-Patienten“ und Workshops in Musizieren, Singen, Tanzen und Theaterspiel. Denn diese vier künstlerischen Verfahren wirken sich aktivierend auf die Patienten aus. „Sie sind kein Ersatz für Physiotherapie oder Logopädie, sie ähneln den Therapien, machen aber mehr Freude“, sagt Prof. Björn Hauptmann von den Segeberger Kliniken. Er zog Bilanz und berichtete über die Auswertung der Fragebögen, die die Teilnehmer am ersten und letzten Tag des Symposiums ausfüllten. „Die ,Weiß-Nicht-Säule’ ist eindeutig kleiner geworden!“ Die Einstellung der Patienten habe sich während der drei Tage verändert. Zu Beginn der Tagung wüssten sie eher nicht, ob sie lieber Theater spielen würden als zur Physiotherapie zu gehen. Nach drei Tagen könnten sie sich das vorstellen. Das Erlebte und Erlernte möchten viele Teilnehmer in ihren Alltag einfließen lassen.

„Sie möchten ihr Leben ändern. Doch häufig bereitet das Probleme“, so Hauptmann. Nicht weil die Krankheit einen Strich durch die Rechnung mache, sondern weil es noch zu selten Angebote gebe. Positiv sei auch, dass die Patienten die künstlerischen aktivierenden Verfahren als zusätzliche Maßnahmen ansehen würden, um die Aktivität zu steigern.

Auch eine Auswertung über die drei Symposien hat stattgefunden. So gebe es 50 Prozent Wiederkehrer, und diese seien im Laufe der Jahre aktiver geworden. Viele seien dreimal in der Woche 30 Minuten sportlich aktiv. Außerdem habe sich die Zusammensetzung der Teilnehmer zu jüngeren Altersstufen verschoben.

Wurde Bernd Braun, Initiator des Fördervereins „Parkinson bewegt“, am Freitag mit dem Hertie-Stiftungspreis ausgezeichnet, gab es auch am Sonntag eine Preisverleihung. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis der Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung wurde an den „Verein Parkinson Nurses & Assistenten“ (VPNA) übergeben. Dr. Jürgen Weber, Vorsitzender des Stiftungsbeirates, ging in seiner Laudatio noch einmal auf die Namensgeberin der Stiftung ein. Hilde Ulrichs wurde 1933 in Westerrade geboren und wuchs in Bornhöved auf. 1997 starb sie an einer schwer verlaufenden Parkinsonerkrankung.

Die Stiftung wolle mit der Verleihung an den VPNA ein Zeichen setzen, betonte Weber. Der Verein hat Schulungen für Pflegekräfte, Betroffene und Angehörige entwickelt. „Denn Parkinson-Patienten benötigen kompetente Hilfe und Pflege, vor allem auf nicht neurologischen Stationen“, so Weber. Den Verein mit Sitz in Hannover gibt es seit drei Jahren, die Ausbildung zur Parkinson-Nurse existiert seit neun Jahren. 150 Pflegekräfte wurden bisher fortgebildet. Zwei sowie eine Pflegekraft in Ausbildung gibt es in der Neurologie der Segeberger Kliniken.

Silvie Domann

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