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Segeberg Bauprojekt in Bad Segeberg: Für Parkplätze Sozialwohnungen opfern?
Lokales Segeberg Bauprojekt in Bad Segeberg: Für Parkplätze Sozialwohnungen opfern?
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17:22 30.10.2018
Katastrophale Parksituation in der Geschwister-Scholl-Straße? Am Dienstag, gegen 15 Uhr, sah das noch ganz entspannt aus. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Endlich: In Bad Segeberg sollen nicht mehr nur Luxuswohnungen und Wohnungen für Besserverdienende, sondern auch einmal geförderte Sozialwohnungen gebaut werden. Diese will die Wankendorfer Baugenossenschaft auf einer Fläche an der Geschwister-Scholl-Straße errichten. Das Grundstück nahe dem Pflegeheim und der Bewegungshalle hat die Wankendorfer vor geraumer Zeit der Stadt abgekauft. Doch es tun sich Probleme auf, denn der städtische Bauausschuss bemängelt, dass nicht ausreichend Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Nun muss der Planer mit der Wankendorfer beraten, wie viele Wohnungen für mehr Stellplätze geopfert werden. Denn Platz für mehr Autos ist auf der Freifläche nicht vorhanden.

39 barrierefreie Wohnungen geplant

Planer Stephan Gosch erläuterte im Ausschuss die Bauleitplanung. Ein Drittel der 39 barrierefreien Wohnungen sollen demnach Sozialwohnungen werden. Der Bedarf für günstigen Wohnraum ist riesig in Bad Segeberg. Auf die Nachbarschaft habe man bei der Planung Rücksicht genommen. Die Wohnblöcke sollen nach Westen hin - dort stehen Einfamilienhäuser - nur zwei Geschosse aufweisen. So werde die geplante Bebauung dort sogar niedriger als die bestehenden Eigenheime, erläuterte Gosch. Ansonsten seien die drei Wohnkomplexe dreigeschossig geplant. Mit der Festsetzung der Dachneigung auf 20 Grad seien auch Staffelgeschosse nicht möglich. Nachbargrundstücke würden dort nicht mehr beeinträchtigt, als wenn man auf dem Gelände der Wankendorfer weitere Eigenheime hinstellen würden, beruhigte Gosch die kritischen Politiker.

Geplantes Bauprojekt der Wankendorfer mit etwa 40 Wohnungen an der Geschwister-Scholl-Straße in Bad Segeberg. Quelle: Wankendorfer Baugenossenschaft

CDU-Politikerin fordert 1,5 Parkplätze pro Wohnung

Doch Ina Roth (CDU) bemängelte vehement die Zahl der geplanten Stellplätze, nur 0,7 pro Wohneinheit. So soll es auch das Baugesetzbuch erlauben. Viel zu wenig, so Ina Roth. Sie forderte gar 1,5 Parkplätze pro Wohnung. „Ich wohne in der Straße Am Apfelgarten, da gibt es auch Sozialwohnungen. Die Stellplätze reichen hinten und vorn nicht.“ Zu befürchten sei, dass die Geschwister-Scholl-Straße noch mehr mit parkenden Autos belastet werde. Die Straße sei ohnehin sehr eng. Planer Gosch prophezeite: „Dann wird es weniger Wohnungen geben.“ Die noch vorhandene Fläche sei für Parkplätze ausgereizt. Das sei dann irgendwann für die Wankendorfer nicht mehr wirtschaftlich.

„Schon jetzt katastrophale Parkplatzsituation“

Doch die Politiker blieben hart: Wolfgang Tödt (BBS) empfahl, gar nicht erst über eine Versorgung unter einem Stellplatz pro Wohnung nachzudenken. Bauamtsleiterin Antje Langethal konnte sich nicht mit dem Wunsch durchsetzen, es bei der vorgelegten Planung zu belassen. „Damit kann man leben, zumal die neuen Wohnungen barrierefrei angelegt sind“ und damit insbesondere für Senioren ideal seien. Hier sollte man „in den sauren Apfel beißen“, bat sie. Sie sei dagegen, günstigen Wohnraum zugunsten parkender Autos zu opfern. Doch Tödt verwies auf die schon jetzt „katastrophale Parkplatzsituation“ in dem eng bebauten Wohnviertel an der Geschwister-Scholl-Straße. Und Michael Hinz (CDU) pochte darauf, dass mindestens ein Parkplatz pro Wohnung gebaut werden müsse. Joachim Wilken-Kebeck (SPD) sah darin ein großes Dilemma: „Wenn ich mir vorstelle, dass wir wegen der zusätzlichen Parkplätze jetzt Wohnungen einbüßen . . .“ Doch auch er gab nach: Es gab eine einstimmige Empfehlung für mehr Parkraum. Und Planer Stephan Gosch rechnete vor, dass er jetzt statt 30 sogar 41 Stellplätze einplanen müsse. Wie viele Sozialwohnungen das kosten werde, konnte er noch nicht sagen.

Wolfgang Glombik

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