Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Partnerschaft nicht nur für Schlipsträger
Lokales Segeberg Partnerschaft nicht nur für Schlipsträger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 10.07.2018
Die Gäste in Bad Segeberg seien oft auf polnisch angesprochen worden, staunte Stadtvertreter Lichte (r.) der mit v.l. Jolanta Smulska (Kulturhaus Zlocieniec), Beata Kozlowska (Direktorin der Oberschule), Krzysztof Zacharzewski (Bürgermeister) und Daniel Puchalski (Dolmetscher) in Bad Segeberg unterwegs war. Quelle: Foto: Gosch
Bad Segeberg

Seitdem die nationalkonservative Regierung in Warschau das Sagen hat, gibt es reichlich Differenzen mit dem Nachbarn. Unterschiedliche Auffassungen über Flüchtlingspolitik, aber vor allem Einschränkungen der Rechtsstaatlichkeit in Polen werden in Berlin mit Sorge beobachtet. Doch warum sollen darunter Städtepartnerschaften leiden? Stadtvertreter Jens Lichte (SPD) möchte gerade jetzt die Partnerschaft mit Zlocieniec mit neuem Leben erfüllen. Es geht ihm dabei vor allem um Kontakte junger Menschen. Beiden Städten komme es darauf an, dass es künftig nicht nur „zu Treffen offizieller Schlipsträger“ komme“, sagte er bei einer Pressekonferenz.

Auf offizieller Ebene ist das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen abgekühlt. Gerade jetzt ist es wichtig, die Bad Segeberger Städtepartnerschaft mit Zlocieniec zu beleben. Es geht voran: Die Gemeinschaftsschule am Burgfeld will mit der Oberschule in Zlocieniec kooperieren.

Doch bevor der Austausch von Jugendlichen und Familien wieder floriert, sind doch erst die Schlipsträger gefragt: Bei dem Besuch einer polnischen Delegation aus der Partnerstadt Zlocieniec (ehemals Falkenburg) vom 22. bis 24. Juni mit dem polnischen Bürgermeister und anderen Offiziellen wurden schon Kontakte, gegenseitige Besuche wie bei einem Festival in Polen und der Teilnahme polnischer Jugendlicher am Bad Segeberger Stadtfest vereinbart. Lichte: „Der Wunsch beider Seiten, diese Partnerschaft mit Leben zu erfüllen, ist spürbar.“ Dieser Teil Westpolens sei westlich orientiert und nicht begeistert von dem, was gerade in Warschau passiere. Um so mehr sei es jetzt wichtig, mit ihnen Freundschaften zu pflegen und den demokratischen Gedanken „dort immer wieder hineinzubringen“.

Wer jetzt einige Tage frei hat: Gegenüber den LN wirbt Lichte mit den Vorzügen der Region rund um Zlocieniec. Reisenden sei empfohlen, die Grundmauern einer alten Burg, die in der NS-Zeit mal gebaut worden ist, zu besichtigen. Die alte Marienkirche soll sehenswert sein, auch das Rathaus. Für ausgedehnte Paddeltouren empfiehlt sich der Fluss Drawa, der sich durch den Ort schlängelt. Der Papst Karol Wojtyla soll hier unterwegs gewesen sein. Es gibt extra eine Wallfahrtsstätte für ihn, weiß Lichte. „Es ist eine wunderschöne Umgebung mit vielen Seen und guten Hotels. Wassersportmöglichkeiten bis zum geht nicht mehr“, schwärmt er. Die Flüsse könne man tagelang mit dem Paddelboot bereisen.

Umgekehrt habe zum Beispiel der Bürgermeister von Zlocieniec Bad Segeberg vorher noch gar nicht kennengelernt. Das Gymnasium seiner Stadt, voran die Schulleiterin, möchte mit einer Bad Segeberger Schule Austausch fördern. Die Schule am Burgfeld habe bislang noch keinen ausländische Partnerschule, so Lichte. Hier bahnt sich etwas an. Mit Schulleiter Rüdiger Nelson seien Kontakte geknüpft.

„Beide Schulleiter wollen eine Partnerschaft“, erklärt Lichte.

Natürlich ging’s mit den Gästen auch zu den Karl-May-Spielen. So etwas würden die Polen nicht kenne. Und so kam es, dass die rundum begeisterte Rektorin Beata Kozlowska die Aufführung als kulturelles Erlebnis in eine Reihe stellte mit dem Bolschoi-Theater in Moskau und der Aufführung der Zauberflöte in Venedig. . .

Die Stadt Zlocieniec

Zlocieniec (etwa 15 400 Einwohner) liegt sechs Autostunden von Segeberg entfernt zwischen drei Seen am Landschaftspark Drawsko. Seine Lage inmitten von Wäldern und Seen macht es attraktiv für Urlauber. Die Seen sind reich an Hecht, Barsch und Aal. Sammler finden in den Wäldern reichlich Steinpilze, Champignons. Hier gibt es auch Adler und Schwarzstorch.

Wolfgang Glombik

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es geht weiter mit dem jugendgerechten Bad Segeberg. Zwar läuft das gleichnamige Projekt Ende 2018 aus. Aber mit der Einrichtung eines Segeberger Jugendbüros, möglichst als zentrale Institution in der Stadtmitte zwischen den Schulen, soll die erfolgreiche Idee fortgeführt werden.

10.07.2018

Die Tafel-Stiftung Schleswig-Holstein/Hamburg ist der große Gewinner des Wochenendes: Beim Benefiz-Fußballspiel zwischen dem SV Todesfelde und beim Treffen der Feuerwehrbiker in Gönnebek kamen insgesamt 10 000 Euro für die Stiftung zusammen.

10.07.2018

Erfolg für „Kommissar Rex“: Dank der Spürnase eines Diensthundes hat die Polizei in Norderstedt einen flüchtigen Rollerfahrer festnehmen können. Der Vorfall ereignete sich bereits am Freitagabend.

10.07.2018