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Paukenschlag im Kieler Rockerprozess - Schöffe befangen?

Kiel Paukenschlag im Kieler Rockerprozess - Schöffe befangen?

Platzt der Vergewaltigungs-Prozess gegen einen ehemaligen Rocker-Anführer in Kiel? Die Verteidigung des Hells Angels hält einen der Schöffen für befangen. Auch der zweite Rocker-Prozess währte nur kurz: die Angeklagten erschienen nicht.

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Es geht in dem Verfahren um Schüsse im Rockermilieu.

Quelle: dpa

Kiel. Kurze Rockerprozesse: Ein Vergewaltigungs-Prozess gegen den früheren Vize-Präsidenten der verbotenen Kieler Hells Angels hat am Mittwoch mit einem Paukenschlag begonnen. Noch bevor die Anklage vor der 7. Großen Strafkammer am Landgericht Kiel verlesen werden konnte, lehnte die Verteidigung des 55-jährigen Rockers einen der beiden Schöffen wegen mutmaßlicher Befangenheit ab. Laut Anklage soll der 55-Jährige eine junge Zwangsprostituierte der aufgelösten „Legion 81“ drei Mal vergewaltigt haben. In einem zweiten Rocker-Prozess um einen Schuss auf Rivalen erschienen die Angeklagten erst gar nicht.

Das Landgericht in Kiel vertagte die Verhandlung gegen den Ex-Vize der Hells Angels nach einer knappen halben Stunde. Die Entscheidung über den Befangenheitsantrag will die Kammer unter der Vorsitzenden Richterin Katrin Meins am zweiten Verhandlungstag, dem 5. November, verkünden. Sollte das Gericht dem Antrag stattgeben, platzt der Prozess und müsste völlig neu beginnen.

Der Laienrichter sei bereits im Verfahren gegen den Ex-Boss der Hells-Angels-Unterstützertruppe „Legion 81“ Schöffe gewesen, argumentiert die Verteidigung. Dort habe das mutmaßliche Opfer den Rocker erstmals der mehrfachen Vergewaltigung beschuldigt. Im Urteil sei dies als feststehende Tatsache behandelt worden, obwohl der Rocker nicht mitangeklagt war. Der in Untersuchungshaft sitzende 55-Jährige befürchte daher, dass der Schöffe sich schon vor der Beweisaufnahme eine Meinung gebildet und die Zeugin einen „Glaubwürdigkeitsvorschuss“ habe.

Dem 55-Jährige wird besonders schwere sexuelle Nötigung vorgeworfen. Zuhälter der damals 20-jährigen Prostituierten war der inzwischen zu über vier Jahren verurteilte Ex-Boss der Unterstützer-Truppe „Legion 81“. Er soll die schweren sexuellen Übergriffe gebilligt haben. Der Mann ist als Aussteiger inzwischen Kronzeuge gegen die Rockerszene. Er steht unter Zeugenschutz und soll im November in dem Verfahren aussagen.

Überraschung gab es auch in einem zweiten Rocker-Verfahren am Mittwoch vor dem Amtsgericht um einen gezielten Warnschuss in Preetz im Kreis Plön. Dabei soll der Aussteiger Auftraggeber und Waffenlieferant gewesen sein. Mit dem Schuss sollten die mit den Hells Angels verfeindeten Bandidos aus Preetz vertrieben werden. Die beiden angeklagten Rocker der „Legion 81“ erschienen aber nicht zur Verhandlung. Staatsanwalt Alexander Ostrowski beantragte deswegen Strafbefehle, über die das Schöffengericht außerhalb der Hauptverhandlung entscheiden will.

Staatsanwalt Alexander Ostrowski beantragte in der etwa halbstündigen Verhandlung für den 31 Jahre alten Schützen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetzes und Betrugs eine Geldstrafe. Der Schütze hatte im Ermittlungsverfahren angegeben, in letzter Minute absichtlich daneben geschossen zu haben. Ein 33 Jahre alter Mittäter soll sieben Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung wegen Verabredung zum Verbrechen und Waffenbesitz erhalten.

Der Aussteiger und Kronzeuge - er wurde unter anderem wegen Menschenhandels, Zuhälterei und Körperverletzung zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt - sollte auch in diesem Verfahren aussagen. Ostrowski stellte aber klar, dass der Prozess gegen die beiden Männer nicht auf dessen Aussagen beruhe. Vielmehr seien beide kurz nach der Tat festgenommen worden, mit der Waffe noch im Auto.

Die Angaben des Ex-Rockers lösten die größte Polizei-Razzia gegen Rocker im Norden und die vergebliche Leichensuche in einer Lagerhalle bei Kiel aus. An der Glaubwürdigkeit des Mannes waren danach weitere Zweifel laut geworden. Er soll angeblich V-Mann in Sachsen-Anhalt gewesen sein. Die dortigen Behörden sollen dann aber bundesweit vor einer Zusammenarbeit mit ihm gewarnt haben. Die Staatsanwaltschaft Kiel hält ihn jedoch weiter „in wesentlichen Punkten für glaubwürdig“.

LN

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