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Segeberg Pelz-Group investiert zehn Millionen Euro
Lokales Segeberg Pelz-Group investiert zehn Millionen Euro
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10:17 09.08.2016
Elektromeister Michael Fiehring geht über die Baustelle, auf der eine 4800-Quadratmeter-Halle errichtet werden soll. Ab Frühjahr 2017 stellt eine neue Fertigungsstraße dort Inkontinenzbinden her. Quelle: Fotos: Hiltrop

Geschäftiges Treiben herrscht neben dem erst vor wenigen Monaten eingerichteten Hochregallager (Kostenpunkt 6,5 Millionen Euro) der Pelz-Gruppe in Wahlstedt. Auf 4800 Quadratmetern soll hier eine neue Produktionshalle entstehen.

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Blockheizkraftwerk, Halle, Produktionsstraße: Wahlstedter Unternehmen expandiert – bis zu 20 neue Stellen.

Tiefbauer Frank Hoffmann rollt große Kunststoff-Gitterbahnen auf ebenem Untergrund aus. Einer seiner Kollegen steuert seinen Bagger in Richtung Erdhaufen. Das Gerät nimmt eine Schippe voll Sand auf und kippt sie über die ungewöhnliche „Auslegware“, die später einmal die Feuerwehrzufahrt zur Halle 8 auf dem Industriegelände an der Willy-Pelz-Straße werden soll.

„Den Segebergern dürften die vielen Traktorladungen Sand, die in den vergangenen Wochen hier weggeschafft worden sind nicht entgangen sein“, sagt Elektromeister Michael Fiehring und stiefelt über das Gelände. Einen ganzen Wall habe man für das jüngste Vorhaben abtragen müssen. „14 000 Kubikmeter, das waren 1200 Treckerladungen. Sie sind alle nach Bad Segeberg gekommen“, so Fiehring. Hier wird gerade kräftig im Gewerbegebiet Burgfelde gearbeitet und der Sand aus Wahlstedt kam genau zum richtigen Zeitpunkt, um dort das Bodenniveau auszugleichen.

Es ist erst gut drei Jahre her, dass Pelz über sechs Millionen Euro in den Bau einer Produktionsstraße für Inkontinenzeinlagen investiert hat, nach eigenen Angaben die modernste Europas. Die Eroberung des hart umkämpften Marktes, in dem um hundertstel Cent gefeilscht wird, scheint geglückt zu sein. Das Unternehmen Pelz, dessen Metier Q-tips und Artikel für die Körperhygiene wie Wattepads, Binden, Still- und Slipeinlagen sind, geht auf Expansionskurs. In Italien wird derzeit eine baugleiche Anlage gefertigt, die im kommenden Frühjahr den Betrieb aufnehmen soll. „Lieferziel ist April 2017. Zehn bis 20 Arbeitsplätze werden so geschaffen“, ergänzt Fiehring, der in ein weiteres Vorhaben involviert ist: ein Blockheizkraftwerk (BHKW).

Es ist vor sechs Wochen ans Netz gegangen. Denn in der Unternehmensgruppe Pelz, zu deren Standbeinen neben dem für Hygieneartikel eines für Vliesstoffe (pely-tex) und eines für die Herstellung von Folienartikeln (pely-plastic) gehören, ist man bestrebt, den CO2-Fußabdruck zu verkleinern.

Das erdgasbetriebene BHKW bringt es auf eine elektrische Leistung von 637 Kilowatt (kW) pro Stunde, die in die Grundlastabdeckung des Unternehmens fließt. Die erzeugten 416 kW Wärme und 310 kW Dampf werden verschiedenen Arbeitsprozessen zugeführt, etwa dem Bleichen und Trocknen der verwendeten Baumwolle. Und weil die Müllbeutel CO2-schonend und im schleswig-holsteinischen Wahlstedt produziert werden, soll die Pelztochter „pely-plastic“ im Herbst in Kiel mit einem Preis ausgezeichnet werden.

Das Wahlstedter Industrieunternehmen in Zahlen

3500 Tonnen Baumwolle werden bei Pelz jedes Jahr verarbeitet

1500 Konsumartikel werden in der Unternehmensgruppe Pelz produziert, die in weltweit rund 50 Länder exportiert werden. Neben allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gehören beispielsweise auch die Arabischen Emirate dazu.

114 Million Euro Umsatz konnte die Firmengruppe im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaften. Ein Wachstum von 13 Prozent.

Die Auszeichnung „Umweltpreis der Wirtschaft“ erhält die Tochterfirma pely-plastic für dünne und energieschonend in Schleswig-Holstein produzierte Müll- und Gefrierbeutel am 10. Oktober im Kieler Schoss.

 Heike Hiltrop

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