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Segeberg Pilotprojekt startet in Wahlstedt: Kinderleicht zum Kita-Platz
Lokales Segeberg Pilotprojekt startet in Wahlstedt: Kinderleicht zum Kita-Platz
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16:46 05.03.2016
Familienministerin Kristin Alheit (SPD) und Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse (CDU) gestern beim Start des Probebetriebs. Quelle: Fotos: Hiltrop (3)
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Wahlstedt

Das Gesicht eines Strichmännchens auf nackten Kinder-Fußsohlen lacht einem entgegen, wenn man Schleswig-Holsteins neues Internetportal für Kitas öffnet.

Das Gesicht eines Strichmännchens auf nackten Kinder-Fußsohlen lacht einem entgegen, wenn man Schleswig-Holsteins neues Internetportal für Kitas öffnet.

Die Datenbank soll künftig vieles für Kindertagesstätten-Träger, Eltern und Kommunen erleichtern, denn erstmals sind so alle wichtigen Informationen gebündelt. Gestern ging das Portal offiziell in die Testphase. Familienministerin Kristin Alheit (SPD), Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse und Jochen von Allwörden (Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Landesverbände) gaben den Startschuss für den Funktionstest der interaktive Datenbank.

Zu den ersten Kitas, die ihre Daten in den vergangenen Wochen eingepflegt haben, gehören neben Wahlstedt mit vier Kindertagesstätten und drei verschiedenen Trägern auch Henstedt-Ulzburg und Bargteheide. Übersichtlich soll das Kita-Portal sein, mit allen wichtigen Informationen versehen und eine ideale Basis für eine bedarfsgerechte Planung bieten. 470 000 Euro hat das Land in die Hand genommen, um den für alle Beteiligten hakeligen Prozess um die Belegung eines Kita-Platzes zu entzerren. „Viele Eltern wissen aus eigener Erfahrung, was für ein Hürdenlauf eine Kita-Anmeldung sein kann. Das Portal soll ein Türöffner sein“, so Ministerin Alheit. Von Allwörden ergänzt: „Alle Beteiligten werden von der Datenbank profitieren.“

Öffnungszeiten, Gruppenangebote und viele Infos mehr werden angezeigt. Eltern erfahren tagesaktuell, wo Plätze frei sind. Eine Reservierung kann sofort von zu Hause am PC oder mit dem Smartphone erledigt werden. Der Abschluss des Betreuungsvertrags wird aber weiter in der Einrichtung geschlossen. Der Informationsfluss über die Träger zu den Kommunalverwaltungen ist zeitraubend, die Ermittlung des Platzbedarfs ungenau, da viele Eltern ihre Sprösslinge gleich mehrfach anmelden. Hinzu kommt, dass in den meisten der landesweit gut 1760 Einrichtungen bisher mithilfe von Excel-Tabellen händisch gearbeitet wurde, weiß IT-Spezialist Torsten Hansen vom Kommunalen Forum für Informationstechnik (KomFIT).

Wahlstedt macht mit einem Runden Tisch, an dem alle Einrichtungen schon lange gemeinsam planten, deutlich, dass der Bedarf einer solchen Plattform groß ist. „Das Portal dürfte eine erhebliche Vereinfachung der Abläufe nach sich ziehen“, hofft Verwaltungschef Matthias Bonse, der sich gut daran erinnern kann, dass eine eigene Datenbank in der Stadt thematisiert wurde und man mit Interesse die Pläne zum Pilotprojekt verfolgte. „Da waren wir sofort dabei.“

Nun können Einrichtungen und Kommunen mit einem Klick sehen, wenn ein Kind mehrfach angemeldet ist. Sie bekommen nicht mehr wie zuvor über die rein statistischen Zahlen den Eindruck, sie müssten mehrere Plätze vorhalten, sondern nur einen. „Das ist essentiell für einen passgenauen Kita-Ausbau“, betont Ministerin Alheit. Außerdem spart das Portal auch noch Geld: „Wir hatten ursprünglich vor, eine Software anzuschaffen. Die Kosten lägen jährlich im fünfstelligen Bereich. Das ist nun nicht mehr nötig“, sagt Lars Petersen, Geschäftsführer Deutscher Kinderschutzbund Segeberg gGmbH, einem Kita-Träger.

Bis Ende März, wenn auch die rund 120 Einrichtungen in Lübeck eingepflegt sind, sollen 180 Einrichtungen und zwölf Kommunalverwaltungen aus den Kreisen Segeberg, Ostholstein, Stormarn und Rendsburg-Eckernförde sowie der Hansestadt Lübeck aufgenommen sein. Im Mai soll der Echtbetrieb starten. „Das Portal wird davon leben, dass möglichst alle Einrichtungen und Gemeinden mitmachen“, betont Ministerin Kristin Alheit.

Betreuung in Zahlen

110 600 Kinder werden in Schleswig-Holstein in 1765 Einrichtungen von 1735 Trägern betreut. Laut Statistikamt wurden 31 Prozent aller U3-Kinder 2015 in Kindertageseinrichtungen oder Tagespflege betreut. Im Ü3-Bereich lag die Betreuungsquote bei 96,4 Prozent.

200 Millionen Euro beträgt die Kita-Förderung insgesamt in diesem Jahr.

Die neue Datenbank ist im Internet unter www.kitaportal-sh.de zu finden.

Von Heike Hiltrop

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