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Segeberg Pläne für ASB-Kindergarten drohen zu scheitern
Lokales Segeberg Pläne für ASB-Kindergarten drohen zu scheitern
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21:39 06.10.2017
So ist (noch) der Plan: Gegenüber dem Schützenhof in der Dorfstraße soll hinter dem Neubau eine Kita für 80 Kinder entstehen. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

Und das, obwohl Kita- und Krippenplätze in Bad Segeberg und Umgebung dringend gebraucht werden. Aber ASB-Landesgeschäftsführer Heribert Röhrig sieht es „bestenfalls bei 50 zu 50“, dass aus den Plänen noch etwas wird. Geplant war, wie berichtet, auf dem eigenen Gelände hinter der bestehenden Einrichtung für ledige Mütter in der Dorfstraße 37 ein Zentrum des ASB einzurichten. Mit Büros und vor allem einer Kita. Fünf Gruppen für 80 bis 90 Kinder waren versprochen worden.

Es scheint gar eine Luftnummer zu werden. Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) ist nicht gerade erfreut. Alles sei darauf ausgerichtet worden, „dass am 1. August 2018 die Gruppen in die neue Kita einziehen können“. Die Stadt habe dafür die bauleitplanerische Voraussetzung geschaffen und dafür gesorgt, dass der ASB mit seinem Projekt in den Kinderbedarfsplan aufgenommen wurde.

Und jetzt das. Schönfeld „Der ASB hat 2009 schon einmal große Ziele dort gehabt mit Rettungshundestaffel und Gebäuden.“ Daraus sei nichts geworden. „Ich hoffe, dass mit dem Kindergarten jetzt nicht das Gleiche passiert und aus großen Plänen wieder nichts wird.“

Offensichtlich war der ASB beim sogenannten „Windhundrennen um Landes-Fördermittel“ für Kitas nicht schnell genug und wurde abgehängt. Jedenfalls befürchtet ASB-Landesgeschäftsführer Heribert Röhrig („Wir wissen nicht, wer da auf der Bremse steht“), dass die erwarteten Fördergelder für den Millionenbau nicht ausreichen. Es gehe ihm jetzt um die Frage, welches Risiko Stadt und Kreis übernehmen, „wenn Landes- und Bundesmittel nicht ausreichend verfügbar sind“. Hier gehe es um einen hohen sechsstelligen Betrag. „Das ist kein Risiko, dass ein Wohlfahrtsverband alleine tragen kann.“

Er sehe hier Stadt und Kreis in der Pflicht. Die müssten in die Bresche springen, weil sie ja die Verpflichtung zur Errichtung von Kitas hätten. Der ASB bringe an dem Projekt ja schon seinen Eigenanteil mit dem Grundstück ein. Röhrig: „Wir sind keine Kapitalgesellschaft, wir sind ein Verein.“

Doch Schönfeld lehnt Sonderregeln für den ASB ab. Die Stadt habe Verträge mit allen Trägern, dass sie zwar einen Defizitausgleich zahle, „doch wir nehmen dem Kita-Träger nicht das unternehmerische Risiko ab“. Eine Vollfinanzierung mit Sprungtuch bekomme keiner, dann könnte die Stadt ja selbst noch einen Kindergarten bauen. Immerhin könne jeder, der Träger eines Kindergartens sei und Eigentümer des dazugehörigen Gebäudes, sich darauf verlassen, dass seine Zuschüsse für Personal und sein Defizit von der Stadt oder der jeweiligen Gemeinde, aus der die Kinder stammen, erstattet bekomme. Wenn der Kindergarten gute Arbeit leiste, sei das Risiko angesichts der Nachfrage daher gering.

Falls der Träger die Elternwünsche allerdings nicht erfülle, bestehe natürlich das Risiko einer zu geringen Auslastung. Das nehme die Stadt einem privaten Träger nicht ab. Aber angesichts der Prognosen für das familienfreundliche Bad Segeberg und die Umlandgemeinden sieht Schönfeld nicht die Gefahr, dass die Kita leerstehen werde. Wo sei das Problem? Der ASB habe sich im Rathaus als Kindergartenträger vorgestellt, der ausreichend Eigenmittel habe, so Schönfeld. Fielen Kreditzinsen beim Bau an, würden diese ja mit in die Kalkulation und die Defizitausgleichszahlungen einfließen.

„Wer seine Kita richtig organisiert, hat kein Kostenrisiko.“ Und wer die Hoheit über Finanzen und Personal beanspruche, der müsse auch die Verantwortung übernehmen.

 Von Wolfgang Glombik

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