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Segeberg Plattdeutsche Unterhaltung zum Welt-Alzheimertag
Lokales Segeberg Plattdeutsche Unterhaltung zum Welt-Alzheimertag
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20:29 14.09.2016
Ulrich Mildenberger vom Pflegestützpunkt sowie Birthe Seifert, Susanne Piazza und Adina Tack vom Arbeitskreis Demenz und Heinz Jeenicke vom Seniorenbeirat (v. l.) laden Demenzkranke und ihre Angehörigen zum Welt-Alzheimertag ein. Quelle: Fotos: Fuchs

Zum Welt-Alzheimertag am 21. September veranstaltet der Pflegestützpunkt des Kreises Segeberg wieder einige Aktionen. So wird es am Dienstag, 20. September, eine plattdeutsche Lesung für demenzerkrankte Menschen und ihre Angehörigen in Norderstedt geben. Zudem sind für Sonntag, 18. September, jeweils Gottesdienste in Bad Bramstedt (Maria-Magdalenen-Kirche, 10 Uhr) und Kaltenkirchen (Michaeliskirche, 11 Uhr) zu diesem Thema geplant, kündigt Ulrich Mildenberger vom Pflegestützpunkt und der Alzheimer-Gesellschaft an.

Erkrankung des Gehirns

4000 Menschen sind nach Schätzungen von Experten im Kreis Segeberg an Demenz erkrankt. Bundesweit dürften es etwa 1,5 Millionen Personen sein. Alzheimer, benannt nach dem Arzt Alois Alzheimer, ist die häufigste Form von Demenzerkrankungen. Es ist eine Erkrankung des Gehirns, die sich vor allem im fortschreitende Verlust des Gedächtnisses widerspiegelt.

Hintergrund dieser Veranstaltungsreihe ist die weiter zunehmende Zahl an Demenzerkrankungen in unserer Gesellschaft, erklärt Mildenberger. Etwa jeder 60. Bundesbürger sei von dieser meist unheilbaren Krankheit betroffen, die das Erinnerungsvermögen, Nachdenken und das bewusste Verhalten der Betroffenen immer mehr einschränkt. Kreisweit seien es 4000 demenzkranke Menschen, bundesweit etwa 1,5 Millionen. Auch wenn nur jeder 20. Rentner und jeder dritte über 90-Jährige heute demenzkrank sei, könne die Krankheit auch Jüngere treffen. „Gerade ist eine Mutter von fünf Kindern in unsere Beratungsstelle gekommen, die erst 42 Jahre alt ist“, sagt Mildenberger. „Sie ist völlig verzweifelt.“

So möchte der Pflegestützpunkt mit diesen Aktionen den Erkrankten eine Freude bereiten, deren sinnliche Wahrnehmungen wie Hören, Fühlen, Riechen oder Schmecken eben nicht eingeschränkt sind. Zum Zweiten sollen die Angehörigen sich insbesondere bei der plattdeutschen Lesung mit Christa Heise Batt am 20. September (Beginn um 15 Uhr in der Stadtbücherei Garstedt, Europaallee 36) ein wenig ausruhen und unterhalten können.

In der Regel seien die pflegenden Angehörigen, die etwa zwei Drittel dieser Belastung zu tragen hätten – lediglich ein Drittel der Betroffenen ist in einem Heim untergebracht –, fast rund um die Uhr mit der Betreuung ihrer demenzkranken Lieben beschäftigt. Das koste ihre ganze Kraft und überfordere viele, weiß Susanne Piazza vom Norderstedter Pflegeteam, die dem Arbeitskreis Demenz angehört.

„Das ist für sie eine Riesen-Herausforderung.“ Lediglich bis zu 1,5 Stunden am Tag könnte ein ambulanter Pflegedienst ihnen von dieser Verantwortung abnehmen, was die Pflegekassen zahlen.

Und da die meisten Demenzkranken sehr unruhig seien, sei eine Lesung gewählt worden, statt einer Filmvorführung, wo sie still hätten sitzenbleiben müssen, erklärt Susanne Piazza. Autorin Heise-Batt könne darauf eingehen oder ihre Lesung je nach Wunsch kurz unterbrechen. „Für die Angehörigen ist so eine Veranstaltung auch wichtig, weil sie unter sich sind und sich gegenseitig austauschen können“, ergänzt Adina Tack vom Pflegedienst der Awo. „Sie erfahren hier, dass sie nicht alleine sind.“ Im Anschluss an die Lesung informiere der Arbeitskreis noch über die weiteren Angebote des Pflegestützpunktes.

Dazu gehören die regelmäßigen Schulungen und Gesprächskreise für Angehörige in Norderstedt, Kaltenkirchen, Bad Segeberg, Bad Bramstedt und Bornhöved. Zudem wird dreimal im Jahr zu Tanzcafés eingeladen. Die nächsten Termine sind in Kaltenkirchen am 23. September im Christophorushaus im Brookweg 1 und am 22. November im DRK-Haus am Kielortring 51 in Norderstedt, jeweils ab 15 Uhr.

Sämtliche Angebote sind kostenlos, auch die plattdeutsche Lesung am 20. September.

Burkhard Fuchs

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