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Segeberg Platz für 200 Asylsuchende
Lokales Segeberg Platz für 200 Asylsuchende
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19:20 20.06.2016
Die neuen Unterkünfte sind bald bezugsfertig. Die Integration der Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung wird die größte Herausforderung sein, dessen sind sich die beiden Stadträte Anette Reinders und Thomas Bosse sicher. Quelle: Fotos: Fuchs

Öffentliche Besichtigung einer fast fertigen Baustelle. Hier im südlichen Teil der Oadby-and-Wigston-Straße, Ecke Rathausallee in Norderstedt, wo im August bis zu 200 Asylbewerber vor allem aus Syrien und Afghanistan einziehen sollen, lud die Stadt die Nachbarschaft zu einem Tag der offenen Tür ein. Und die nahm zwischen zwei heftigen Regenschauern das Angebot gerne wahr, sich die acht der zehn bereits stehenden, zweigeschossigen Häuser mit einer Grundfläche von jeweils 300 Quadratmetern anzusehen, die hier in Modulbauweise errichtet wurden, wie Holger Rickers vom Amt für Gebäudewirtschaft erklärte.

Norderstedt hat bereits 20 Millionen Euro in die Flüchtlingshilfe für 1100 Asylbewerber investiert – Tag der offenen Tür in der neuen Gemeinschaftsunterkunft Oadby-and-Wigston-Süd.

„Das ist gut gelöst. Ich finde schon, dass wir helfen müssen.“ Horst Dützke, Nachbar

der Asylunterkunft

„Das macht einen guten Eindruck, was hier entsteht“, lobte der Norderstedter Holger Guhl, der ganz in der Nähe wohnt. „Das passt sich harmonisch in die Landschaft ein.“ Und Horst Dützke sagte: „Das ist gut gelöst. Ich finde schon, dass wir helfen müssen.“

Die Stadt Norderstedt investiert kräftig in die Flüchtlingshilfe. Zwölf Millionen Euro seien es 2015 und in diesem Jahr bereits acht Millionen Euro gewesen, berichtete Sozialdezernentin Anette Reinders. Mit Oadby-and-Wigston-Süd, wo jedes Gebäude eine halbe Million Euro koste, werde gerade die zehnte größere Gemeinschaftsunterkunft in der Stadt geschaffen. 1100 Flüchtlinge, darunter 100 Kinder und Jugendliche, lebten zurzeit in Norderstedt. 625 kamen im vorigen Jahr hierher, bis Ende Mai seien es in diesem Jahr weitere 283 gewesen. Auch wenn derzeit die Zahlen sinken, müsse die Stadt vorbereitet sein, falls sie wieder steigen sollten, betont die Zweite Stadträtin. „Es kann ja keiner sagen, ob die Prognosen stimmen“, warnt sie. Und schon jetzt seien 70 Flüchtlinge mehr nach Norderstedt gekommen als im gesamten Jahr 2014. „Der Kreis Segeberg rechnet aufs ganze Jahr 2016 gesehen immer noch mit 1390 Flüchtlingen allein für Norderstedt“, sagt Reinders. Allerdings habe die Kreisverwaltung diese Prognose aus dem Januar bislang nicht der aktuellen Entwicklung angepasst.

Aber selbst wenn die Zuwanderung kontinuierlich abnehmen sollte, seien die aktuellen Bemühungen Norderstedts notwendig, erläuterte Reinders. Ältere Einrichtungen wie in Fadens Tannen oder Buchenweg könnten ersetzt oder ganz aufgegeben werden. In der Hochphase des Zustroms Ende 2015 mussten sogar Vereinsheime der Kleingärtner, eine Feuerwache und Hausmeisterwohnungen für die Unterbringung der Asylbewerber genutzt werden, was jetzt nicht mehr erforderlich sei.

„Die wichtigste Herausforderung aber wird sein, die Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung zu integrieren, damit sie dauerhaft selbstständig leben können“, so Sozialdezernentin Reinders. „Das wird nicht einfach, weil die Sprachbarrieren das größte Problem darstellen.“ Dazu werde gerade mit der Arbeitsagentur und der Entwicklungsgesellschaft ein Programm erarbeitet. Und dafür sei es natürlich notwendig, dass diese Menschen hier in vernünftigen Verhältnissen untergebracht sind. In der Oadby-and-Wigston-Straße werden sie zu zweit in jeweils 14 Quadratmeter großen Räumen in Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen mit Küche, Bad und Toilette leben. Zudem hat die Stadt mit den Trägern Diakonie, Caritas und Arbeiterwohlfahrt Betreuungsverträge abgeschlossen, die mit hauptamtlichen Sozialarbeitern und Dolmetschern die zehn Gemeinschaftsunterkünfte betreuen. Dabei würden sie von den fast 350 freiwilligen Helfern des Willkommensteams unterstützt, sagte Anette Reinders. „Die Zusammenarbeitet läuft wirklich gut.“

Noch wirken die roten Modulhäuschen allerdings noch wie in einer Mondlandschaft. Aber auch das wird sich ändern, versprach Baudezernent Thomas Bosse. „Die Außenanlagen werden noch mit Grünflächen und Aufenthaltsecken hübsch gestaltet.“ Das sei für die künftigen Bewohner ebenso wie für die Nachbarn gedacht, nicht dass die dächten, „hier würden lieblos Kisten hingestellt.“

Burkhard Fuchs

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