Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Außergewöhnliche Kunst an ungewöhnlichen Orten
Lokales Segeberg Außergewöhnliche Kunst an ungewöhnlichen Orten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 06.10.2018
Sabine Lück, Rabea Breiner und Edda Runge (v. li.) zogen eine überaus positive Bilanz der Segeberger Kulturtage 2018. Quelle: Petra Dreu
Bad Segeberg

69 Veranstaltungen an 14 verschiedenen Kulturorten, 432 Mitwirkende und knapp 7000 begeisterte Besucher an 17 Kulturtagen: Eine überaus positive Bilanz über die Segeberger Kulturtage konnten die drei Organisatorinnen Sabine Lück, Rabea Breiner und Edda Runge ziehen, die die außergewöhnliche Kulturreihe bereits zum 5. Mal geformt und ihr Profil gegeben haben.

Besonders erfreulich: Die Segeberger Kulturtage haben sich als Marke für außergewöhnliche Kultur bei Kulturschaffenden, Veranstaltern und Besuchern gleichermaßen einen guten Namen gemacht. Inzwischen fragen andere Veranstalter an, ob sie mitmachen dürfen. Unter anderem hatten die Organisatoren des Landesmusikfestes angefragt, ob sie Teil der Segeberger Kulturtage werden dürfen. Drei Veranstaltungen in Norderstedt, darunter ein Konzert der Bundeswehr Big Band mit 1000 Besuchern wurden somit Teil der Segeberger Kultur.

Hin und weg sind die Organisatorinnen auch mehr als zwei Wochen später noch von der Kulturnacht in der Sülfelder Kirche, in der vor allem der 15-jährige Milan Sperber einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Auch das Kulturdorf Nehms, in dem mit drei Konzerten, einer Lesung für Kinder, einer Märchenwanderung sowie einem Vortrag über das Angler Sattelschwein mit Hausmusik der Familie Stoltenberg außergewöhnliche Veranstaltungen an außergewöhnlichen Kulturorten stattgefunden haben, wirkt bei den Kulturfrauen des Vereins für Jugend- und Kulturarbeit immer noch nach.

Am Nehmser See hatte Alexandra Kampmeier die Gäste sogar auf eine Reise in das Märchen von der Meerjungfrau mitgenommen. „Das war so toll. Die Feuerwehr hatte Feuerkörbe aufgestellt und Fackeln mitgebracht. Einfach so. Von sich aus. Auch Tische und Bänke hat sie von einem Ort zum anderen gebracht und aufgestellt. Darüber haben wir uns riesig gefreut“, sagte Edda Runge, die dem gesamten Dorf und vor allem auch Bürgermeister Ernst-August Lawerentz für die Unterstützung dankte.

Der Nehmser See als außergewöhnlicher Kulturort: Alexandra Kampmeier erzählte von der Meerjungfrau. Quelle: HFR

Die Veranstaltungen seien alle durchweg gut besucht worden. Den Grund dafür hatte eine Einwohnerin von Nehms genannt: „Wenn mal wat in Nehms los ist, mööt we ook hingahn!“ Das taten die Nehmser dann auch ausgiebig, aber nicht nur sie. Auswärtige seien überrascht gewesen, was es in Nehms alles zu entdecken gegeben habe, wie die Alte Schmiede, die sich wunderbar als Kulturort geeignet habe. Sabine Lück: „Manche überlegen sogar, auf eigene Faust weiterzumachen.“

Für die 5. Segeberger Kulturtage stand ein Gesamtetat in Höhe von 87000 Euro zur Verfügung. Den Löwenanteil hatte dabei der Kreis Segeberg mit 66000 Euro, 17400 Euro stammen aus dem Förderprogramm für Landkultur des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, die Sparkasse Südholstein steuerte 1000 Euro bei und vom Kulturknotenpunkt Bad Segeberg kamen weitere 1000 Euro. Außerdem unterstützten Unternehmen wie Hugo Pfohe, Mebo Sicherheit, Nordbahn und die Fahrbücherei die Segeberger Kulturtage, in dem sie mit entsprechender Werbung auf ihren Autos unterwegs waren.

Im kommenden Jahr soll nach Fehrenbötel und Nehms im Ostkreis eine Gemeinde im Westen des Kreises Segeberg Kulturdorf werden. Gemeinden, die sich dazu berufen fühlen, können sich gerne beim Verein für Jugend- und Kulturarbeit des Kreises Segeberg bewerben.

Während die Veranstaltungen Kulturnacht und Kulturdorf dank 54000 Euro Bundesförderung verteilt auf drei Jahre bis 2020 finanziell abgesichert sind, gibt es für die Förderung junger Künstler keine Finanzierungsgarantie. Sabine Lück: „Wir müssen zusätzlich zum Etat des Kreises Segeberg weitere Mittel einholen. Ohne sie hat die Förderung junger Kulturschaffender keine Chance.“

Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gegen 80 Stunden gemeinnützige Arbeit hat das Amtsgericht Neumünster ein Straffverfahren gegen einen 46 Jahre alten Speditionsfahrer eingestellt. Er sollte Mobiltelefone im Wert von 50 000 Euro unterschlagen haben. Nachzuweisen war ihm das nicht.

06.10.2018

In den Therapieberufen rumort es: Ärzte, die aus Sorge vor Regress sparen, schlechte Bezahlung und eine uneinheitliche, bisher selbstfinanzierte Ausbildung erschweren die Arbeit in Heilberufen.

05.10.2018

Gewa, das ist Wahlstedts größtes Schaufenster. Etwa 80 Aussteller präsentieren sich, und die ganze Stadt schaut vorbei. Schauen, spielen, informieren heißt es bis einschließlich Sonntag, 7. Oktober.

05.10.2018