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Segeberg Post-Fahrer angeklagt: Pakete mit Handys abgezweigt?
Lokales Segeberg Post-Fahrer angeklagt: Pakete mit Handys abgezweigt?
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23:29 13.06.2018
„Ihm wird vorgeworfen, auf Fahrten zu den Zustellzentren wenigstens 87 Pakete an sich genommen zu haben.Detmar Kofent Staatsanwalt
Neumünster/Segeberg

Unzählige Betroffene im Kreis Segeberg und darüber hinaus haben zwischen 2014 und 2016 ihre Mobiltelefone verloren. Sie sind auf dem Postweg verschwunden. Angeklagt ist ein Neumünsteraner, der über Monate hinweg mindestens 87 ihm anvertraute Pakete an sich genommen haben soll, um sie zu behalten oder weiter zu veräußern. In den Paketen waren in der Regel Mobiltelefone, vereinzelt auch Tablets, manchmal mehrere Geräte in einer Sendung. Der Wert lag jeweils etwa zwischen 150 und 750 Euro. Der Bote soll am Ende Waren verschiedenster Hersteller wie Samsung, HTC oder Apple im Gesamtwert von über 50000 Euro an sich genommen haben.

Die Pakete waren unterwegs zu Privatpersonen und auch Firmen. Vor dem Amtsgericht Neumünster hat die Staatsanwaltschaft in aller Ausführlichkeit die einzelnen Betroffenen aufgeführt, die vergeblich auf die Zustellung ihrer Sendungen warteten. Darunter Trappenkamper, eine Reihe Itzstedter und Sülfelder sowie Empfänger aus Seth, Nahe, Kayhude, Kaltenkirchen, Oering, Bühnsdorf, Rickling, Gönnebek oder auch Bad Bramstedt, Hartenholm und Fuhlendorf.

Der angeklagte Mann soll in den Zeiträumen Mai 2014 bis Mai 2015 sowie von September 2015 bis Januar 2016 bei jeweils einer anderen Spedition als Kraftfahrer gearbeitet haben und dabei im Auftrag der Deutschen Post Pakete vom Paketzentrum Neumünster an verschiedene Zustellungsstützpunkte ausgeliefert haben. Während der Fahrten zu diesen Zustellungsstützpunkten soll er sich laut Anklage „die ihm anvertrauten Sachen“ angeeignet haben. Im ersten Zeitraum lag der Wert bei rund 22000 Euro, im zweiten Zeitraum sollen es Waren im Wert von über 28000 Euro gewesen sein. Der Vorwurf:

Unterschlagung.

Zur Verhandlung am Mittwochmittag waren keine Zeugen geladen. Der 46-Jährige machte auch keine Aussage. Man hatte auf eine einvernehmliche Lösung gehofft: Auf Initiative des Gerichts ist der Stand des Verfahrens sowie eine mögliche Fortführung hinter verschlossenen Türen erörtert worden. Über eine halbe Stunde lang versuchten Staatsanwaltschaft, Richter und Verteidigung sich auf eine Lösung zu einigen. Ohne Erfolg. „Das ist fehlgeschlagen“, sagte Richter Theis Bremer anschließend. Es sei zu keiner Verständigung gekommen. Die Verhandlung wurde ausgesetzt und wird zu einem anderen Termin fortgesetzt.

 Von Irene Burow

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