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Segeberg Präventionstag im BBZ: Drogen auf dem Prüfstand
Lokales Segeberg Präventionstag im BBZ: Drogen auf dem Prüfstand
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09:22 12.10.2016
Verschwommene Sicht: Die „Alkbrille“ am Stand der AOK simuliert einen Alkoholrausch. Die Schülerinnen Finnja und Rieke versuchen damit, einen Roller durch einen Parcours zu lenken. Quelle: Fotos: Domann
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Bad Segeberg

Was macht ein Spreizer, wie verkehrstüchtig ist man mit 1,3 Promille, was ist noch normaler Konsum und wo beginnt die Sucht? Das waren nur einige Fragen, die Schüler des Berufsbildungszentrums (BBZ) gestern stellen konnten – und beantwortet bekamen: beim Präventionstag Sucht und Verkehrssicherheit.

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750 Schülerinnen und Schüler befassten sich in Workshops mit Drogen, Alkohol, Sucht und Verkehrssicherheit.

„Wir haben Crystal Meth behandelt. Es ist total sinnbefreit, sich das ’reinzupfeifen.“Steffi Jaacks, Fachoberschülerin

750 Schüler machten mit und nahmen jeweils an einem von 32 Workshops teil. Kurse zu Medienkompetenz, Gewalt, Drogen und auch Yoga, Selbstbehauptung, Finanzkompetenz für junge Leute und ein Fahrzeugcheck für Frauen wurde angeboten. Gut besucht war der Workshop mit dem augenzwinkernden Titel „Meine Droge ist besser als deine“, die Philipp Weddern vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Segeberg leitete.

„Die Schüler sind mit Interesse dabei, es ist ein aktuelles Thema“, so Weddern. Zu fünf bis sechs Einsätzen mit Konsumenten illegaler Drogen rücke das DRK jeden Monat aus. Die Einsatzzahlen wegen Alkohol seien erheblich höher, vor allem während des Bad Segeberger Oktoberfestes. Häufig unterschätzten junge Leute auch die Mischwirkung von Marihuana und Alkohol, erklärte Weddern. „Kippt jemand auf der Tanzfläche um, können die Umstehenden Erste Hilfe leisten. Bei Drogenkonsum müsst Ihr auf mehr Eigenschutz achten“, gab Weddern den Schülern auf den Weg.

Seine 30 Teilnehmer hatten sich in Gruppen aufgeteilt und arbeiteten an Steckbriefen verschiedener Drogen. „Wir haben Crystal Meth behandelt. Es ist total sinnbefreit, sich das ’reinzupfeifen“, stellte Steffi Jaacks fest. So groß könne gar kein Problem sein, dass man Crystal Meth nehme. Die Haut gehe kaputt, Zähne fielen aus, man sei sofort abhängig. Die Gründe, Drogen zu nehmen, seien vielschichtig: Neugier, Gruppenzwang, Gewohnheit und Vorbild, Stressbewältigung, aber auch Protest, stellten vier Fachoberschüler während ihres Workshops fest. Der Präventionstag sei eine gute Idee, sie hätten aus vielen interessanten Themen auswählen können, befanden sie. „Aber gerade für uns, die nur ein Schuljahr Zeit für ihren Abschluss haben, fällt heute viel Unterricht aus“, sagte Michelle Dobrindt.

Neben der Arbeit in den Workshops konnten die Schüler Aktivitäten an verschiedenen Ständen ausprobieren. Körperfettwerte messen, Balance und Reaktionsschnelligkeit testen und mit der „Alkbrille“

Roller fahren, Herzdruckmassage beim DRK üben und bei einer Verkehrsunfallübung der Freiwilligen Feuerwehr erleben, wie ein Auto mit Schere und Spreizer auseinander genommen wird.

Silvie Domann

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