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Segeberg „Präzedenzfall für Ihlseegebiet“
Lokales Segeberg „Präzedenzfall für Ihlseegebiet“
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21:20 11.03.2016

Der Widerstand gegen die geplante Waldumwandlung am Bad Segeberger Waldweg wächst. Die BBS-Fraktion sieht gar das Naherholungsgebiet Ihlsee in Gefahr und kündigt an, bei der kommenden Stadtvertretersitzung dagegen zu stimmen.

Grüne und BBS wollen gegen eine Waldumwandlung am Waldweg stimmen. Quelle: Glombik

Wie berichtet, geht es um eine Waldumwandlung auf einem städtischen Grundstück am Waldweg, um dort „einen erweiterten Neubau auf dem benachbarten Flurstück zu ermöglichen“. In dem Gebiet sollen alte Buchen gefällt werden, damit der Ex-Landesvorsitzende der Grünen und jetzige Sprecher des Kreisvorstandes, Peter Stoltenberg, seinen Bungalow abreißen und einen größeren Neubau errichten kann. Ohne eine Waldumwandlung könnte er das aufgrund von Abstandsvorschriften nicht umsetzen. Positiver Nebeneffekt für die Stadt: Sie könnte ihr entwaldetes Grundstück als Bauland in guter Lage verkaufen.

Am Dienstag (15. März, 18.30 Uhr, Rathaus) entscheidet die Bad Segeberger Stadtvertretung über die Waldumwandlung und damit darüber, ob mindestens 20 mächtige, gesunde Buchen auf einem städtischen Grundstück gefällt werden müssen. Diese Bäume stehen seit mehr als 120 Jahren. „Für die weithin ins Minus laufende Stadtkasse ergibt sich ein kurzfristiger, marginaler Ertrag, und ein Einfamilienhaus kann vielleicht etwas größer gebaut werden“, teilt Pressesprecher Jürgen Niemann vom BBS mit. Seine Fraktion befürchte hier „einen Dominoeffekt“. Gerade die Stadt solle beim Thema Ihlwald sensibel vorgehen und alles dafür tun, dass dieses wichtige Naherholungsgebiet in der jetzigen Qualität erhalten bleibe, fordert der BBS. Hier werde „ein Präzedenzfall für weitere Bauvorhaben in diesem Bereich geschaffen“. Der Nachbar könne doch — wie alle anderen in diesem Gebiet — problemlos auf seinem Grundstück auf vorhandenen Fundamenten bauen. Die BBS-Fraktion werde weder der Waldumwandlung noch dem Verkauf des städtischen Grundstücks zustimmen.

Auch die Fraktion der Grünen will nicht zustimmen: Fraktionsvorsitzende Annelie Eick teilte auf Anfrage mit, dass die Grünen-Fraktion „einhellig“ der Meinung sei, der Waldumwandlung nicht zuzustimmen. Eick: „Auch wenn die SPD meint, dass die Waldfläche wegen minderer Pflege entstanden sei, glauben wir das nicht.“ Die Bäume dort stehen seit 120 bis 140 Jahren. Außerdem könne Erholungswald auch im Zickzack verlaufen, das müsse nicht alles rechtwinklig sein. Es handele sich beim Waldweg um einen wichtige Flugkorridor für Fledermäuse. Eick: „Der Wald dort soll bestehen bleiben.“

Von wgl

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