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Prante: „Ich bin sehr enttäuscht“

Kaltenkirchen Prante: „Ich bin sehr enttäuscht“

Segebergs DRK steht eigentlich gut da, wenn nicht die Kündigung des Rettungsdienstes ins Haus stünde. Der KBA (Verein für Krankentransport, Behinderten- und Altenhilfe) bangt um 280 Jobs.

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Die geplante Kündigung des Rettungsdienstes war Thema der DRK–Kreisversammlung: Vor rund 120 Ortsverbandsdelegierte und Mitarbeitern aus den verschiedensten Bereichen zeigte sich Siegfried Prante, Vorsitzender des Präsidiums, vom Kreis enttäuscht und erntete dafür viel Beifall. FOTO: HILTROP

Bad Segeberg/Kaltenkirchen. Die am Donnerstag in Kaltenkirchen präsentierten Bilanzen beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes sehen bestens aus. Das ehrenamtliche Engagement scheint ungebrochen zu sein. Kurz: Das DRK hat offenbar 2015 eine hervorragende Arbeit geleistet. So jedenfalls liest sich der jüngste Bericht, der während der Kreisversammlung präsentiert wurde. Überschattet wurde die Veranstaltung jedoch vom drohenden Verlust der Rettungsdienst-Sparte.

LN-Bild

Segebergs DRK steht eigentlich gut da, wenn nicht die Kündigung des Rettungsdienstes ins Haus stünde – KBA bangt um 280 Jobs.

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Wie berichtet, empfiehlt der Fachausschuss dem Kreistag, die Vertragskündigung mit DRK und KBA (Verein für Krankentransport, Behinderten- und Altenhilfe) zum Jahresende 2018. Stattdessen solle der Kreis Mitglied der kommunalen, gemeinnützigen Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) werden. Ihm gehören bereits vier Kreise an, Hauptsitz ist Heide. Ein Vorteil dieser Organisationsform: Ausschreibungen fallen weg.

Betroffen sind gut 200 DRK- und KBA-Rettungsassistenten und ihre Kollegen im Kreis. Sie sollen zwar übernommen werden, sind dennoch in Sorge, wie es ab 2019 weitergeht. Zudem befürchtet das Rote Kreuz eine Schwächung des Ehrenamtes. „Ich bin enttäuscht von den Entwicklungen“, machte Siegfried Prante, Vorsitzender des DRK-Kreispräsidiums, seinem Unmut Luft. „Wir haben den Rettungsdienst im Kreis aufgebaut. Anstatt mit uns zu reden und eine Lösung zu finden, will die Kreisverwaltung gleich den ganzen Rettungsdienst austauschen“, wetterte Prante. Das Angebot einer verkürzten Kündigungsfrist von einem Jahr (ab 2018), um im kommenden Jahr gemeinsam eine Lösung zu finden, wurde von Verwaltung und der Mehrheit der Politik bisher ausgeschlagen. Dort mache man es sich mit dem Wechsel zur RKiSH zu leicht, so der Tenor.

Da half es auch nichts, dass Kreispräsident Winfried Zylka noch einmal die gute Zusammenarbeit über den grünen Klee lobte: „Sie machen das wirklich hervorragend. Wir haben keinen Zweifel an der Verlässlichkeit des DRK. Was uns in die Quere kommt, sind juristische Fallstricke. Schuld sind alleine die“, so Zylka.

Im 39 Kilometer entfernten Norderstedt beim KBA ist man ebenso wenig begeistert über die Entwicklungen wie beim DRK: „Der Rettungsdienst ist unser Fundament. Das bricht komplett weg. Zwar sollen die dortigen Kräfte vom RKiSH übernommen werden, aber es stehen 280 Arbeitsplätze in anderen Bereichen auf dem Spiel. Darüber wird überhaupt nicht gesprochen“, zeichnet der KBA-Vorstandsvorsitzende Ingo Lender (in leitender Position beim dänischen Rettungsdienstleister Falck) ein düsteres Bild. „Ich würde mir wünschen, dass man konstruktiv eine Lösung auf den Tisch bringt, statt ohne Not mit Hektik zu agieren.“

Einig ist man sich bei KBA und DRK auch darüber, dass der Wechsel teuer werden würde. Um die 40 Prozent mehr kämen auf die Krankenkassen als Kostenträger zu. Das bestätigt Michael Kleinert vom Verband der Ersatzkassen allerdings nicht: Der höchste Anteil liege bei den Personalkosten mit rund 70 Prozent. „Die Tarifverträge des DRK und des KBA sind mit dem für den öffentlichen Dienst, die der RKiSH anwendet, vergleichbar. Die sächlichen Kosten sollten ebenfalls nicht variieren.“

Auch andernorts wurden Rettungsdienstverträge zwischen DRK und Kreis gekündigt, etwa vor einem Jahr (zum Jahr 2022) im Herzogtum Lauenburg. Anlass war eine Klage von Falck wegen angeblicher Subventionierung. Dort gab man dem DRK jedoch gute Chancen bei einer Neuausschreibung. In Segeberg will der Kreistag im Dezember entscheiden.

DRK-Kreispräsidium einstimmig bestätigt – engagierte Mitglieder ausgezeichnet

Einstimmig wurde Siegfried Prante (im Foto ganz links) als Präsidiumsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes wiedergewählt. Gleiches gilt für die Stellervertreter Magret Rose (r.) und Jürgen Koppelin. Schatzmeister Dieter Abel wurde ebenso von den Mitgliedern im Amt bestätigt wie Felicitas Herzogin von Oldenburg (2. v. r.) als Leiterin der Sozialarbeit. Kreisverbandsarzt ist Sönke Bax.

Ein besonderer Moment wurde die Kreisversammlung für langjährig engagierte Rot-Kreuzler, etwa Kreisbereitschaftsleiters Arne Kiera (Mitte) oder Reinhard Timmer (3. v. r.). hil

 Heike Hiltrop

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