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Segeberg Pronstorfer wehren sich gegen Windkraft in Diekhof
Lokales Segeberg Pronstorfer wehren sich gegen Windkraft in Diekhof
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20:28 20.05.2016
Sie sind engagierte Gegner einer Windkraftanlage in Diekhof: Förster Reinhard Schulte (l.) und Falkner Bernd Nowak. Quelle: Kullack

„Es macht keinen Sinn, zuerst Millionen in den Schutz von Seeadlern zu stecken und sie dann in Windkraftanlagen zu schreddern.“ So deutliche Worte wie von Falkner Bernd Nowak gab es einige bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Pronstorf. Mit Vehemenz wehrt sich die Vertretung dagegen, ein weiteres Windkraft-Eignungsgebiet bei Diekhof auszuweisen.

Bürgermeisterin Bettina Albert wurde beauftragt, die Argumente gegen das von der Regionalplanung ausgewiesene Gebiet zusammenzufassen, um dann die Stellungnahme der Gemeinde an die Landesplanung abzusenden. Nur bis zum 31. Mai ist noch Zeit dafür. Bevor die Bürgermeisterin die ablehnende Stellungnahme abschickt, sollen alle Gemeindevertreter sie bekommen. Außerdem wird das Schreiben auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht.

Falkner Bernd Nowak und Förster Reinhard Schulte haben bereits eine eigene Stellungnahme an die Behörden geschickt (die LN berichteten). Beide waren zur Sitzung gekommen, und Bürgermeisterin Albert darf sich bei ihrer Stellungnahme gern aus der Zusammenfassung der beiden Diekhof-Kritiker bedienen. Rösing und Kuhkoppel seien schließlich anerkannte FFH-Gebiete mit einem starken Aufkommen an Fledermäusen, dem Schwarzstorch und dem Milan. Entscheidend für eine Stellungnahme seien aber nicht die Horste, sondern die Brut-, Nist- und Erholungsgebiete der Tiere, erläuterte Schulte. Durch den nahen Wardersee ist auch das Vorkommen von Seeadlern gesichert.

Gemeindevertreter Hans Caspar Graf zu Rantzau stellte die verhinderte Südumgehung der A 20 gegenüber: „Dort wird wegen der Winterquartiere der Fledermäuse keine Autobahn gebaut und hier will man Windkrafträder direkt in die Sommerreviere der Fledermäuse setzen. Das passt doch nicht.“

Windkraftanlagen könne man überall bauen, aber doch nicht dort, wo es einen solchen Reichtum an seltenen Vögeln gebe: „Zerstörte Natur haben wir in Deutschland leider ohne Ende – aber Diekhof wird ausgewählt, weil hier nicht viele Menschen wohnen und deshalb nur wenig Gegenwehr zu erwarten ist“, sagte Nowak.

Auch die Abstandsregelung zur Wohnbebauung spielte eine Rolle in der Diskussion. Für Wohngebiete – wie bei der schon bestehenden Anlage in Wulfsfelde-Butterstieg – gelten 800 Meter Mindestabstand, für Außenbereiche wie Diekhof sollen es nur 400 Meter sein. „Das ist nicht zu akzeptieren“, sagte Bürgermeisterin Albert. Gemeindevertreter Peter Krug hingegen meinte: „Wenn wir die Windkraft in diesem Bereich generell ablehnen, brauchen wir keine Diskussion um Abstände.“ Direkt mitentscheiden, so hatte es Landschaftsplanerin Renate Krüge bereits in der vorangegangenen Gemeindevertretersitzung erläutert, habe die Gemeindevertretung nicht. Nach der neue Regionalplanung dürften Windkraftanlagen überall dort entstehen, wo das Gebiet nicht ganz genau als Tabufläche definiert werde. Auf eine Aufnahme in diesen Katalog hofft nach ihrer Stellungnahme die Pronstorfer Gemeindevertretung nun auch für Diekhof.

Vertretung stimmte dem Vertrag für den Zweckverband Ostholstein zu

Selbst soll die Breitbandversorgung für die Pronstorfer Ortsteile über den Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) erfolgen – trotzdem aber wolle man dem benachbarten Zweckverband Ostholstein (ZVO) eine solche Aufgabe auf dessen Gebiet nicht verwehren. Weil Pronstorf Gas und Wasser vom ZVO bezieht, war man gefragt und stimmte jetzt dem öffentlich-rechtlichen Vertrag einstimmig zu.

In den Ortsteilen Strenglin und Goldenbek muss das Kanalnetz saniert werden. Die Vertretung beauftragte jetzt ein Ingenieurbüro mit der

Vorplanung und der Untersuchung, welche Aufgaben wo am dringend-

sten sind.

Noch ist Hoffnung für das von den Reinsbekern so erhoffte „Haus der Begegnung, Bildung und Kultur“. Zwar kommen die Pronstorfer mit diesem Projekt nicht in die Landesförderung, haben sich nun aber über „Holsteins Herz“ um Fördermittel beworben. Die Stiftung verwaltet beziehungsweise beantragt EU-Mittel. Die Entscheidung fällt am 13. Oktober.

Lothar Hermann Kullack

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