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Segeberg Proteste gegen Lärm im Südstadtpark
Lokales Segeberg Proteste gegen Lärm im Südstadtpark
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13:42 24.07.2017
Kürzlich tagte der Südstadtbeirat im Freien: Anlieger und Beiratsmitglieder beschwerten sich über Lärmbelästigung im Südstadtpark bis in die Nacht.

500 000 Euro wurden in die Umgestaltung von Bad Segebergs Südstadtpark investiert, für eine „Soziale Stadt“. Es ist ein schöner Park geworden, mit beschirmten Picknick-Ecken, mit einem attraktiven Mehrzweck-Spielfeld. Bleibt der „Unsicherheitsfaktor Mensch“: Denn „sozial“ ist der Umgang miteinander offenbar nicht geworden. Anliegern, die vor allem in der Nähe des neuen Mehrzweck–Sportfeldes leben, ist das Wohnen dort zur Quaal geworden. Sie flüchten sich gar in den Keller, wenn das Gebrülle draußen auf dem Feld zu laut wird. Der Park wird sehr gut angenommen, aber er zieht auch eine Klientel an, die für Ruhestörung und Ärger sorgt.

Der Park ist top: Die Jugendlichen sind begeistert – Doch die Nachbarn schimpfen über lautstarke Aktivitäten.

Südstadtbeirat

Wer Lust hat, bei der Gestaltung des Stadtteils mitzuwirken, kann sich im Südstadtbeirat engagieren. Interessenten können sich ans Quartiersmanagement, Katharine Wegner, wenden, Telefon 04551/517 1646 oder per Mail suedstadt@polis-aktiv.de

Vielleicht war es angesichts der Thematik ganz gut, dass der Südstadtbeirat kürzlich bei Sonnenschein draußen im Stuhlkreis tagte. Psychologen sagen, dass so eine Sitzordnung Zusammengehörigkeitsgefühle wecke, Aggressionen abbaue. Sonst wären Anlieger und Stadtplanerin Ute Heldt Leal wohl noch heftiger aufeinandergeprallt. Von morgens bis nachts, manchmal durchgehend, so beklagen Park-Nachbarn, gebe es laute Musik, lautes Ballspiel, Gebrüll und Geschrei von Jugendlichen. Dazu gebe es nervenzerfetzende Geräusche, wenn gegen Fußballtore aus Metall und Ballfanggitter geschlagen und getreten werde.

Hat die Stadt versäumt, für ausreichend Schallschutz zu sorgen? „Ich wohne hier seit 39 Jahren, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, empört sich Erwin Freese. Ob nun Sonntagabend oder auch mal nachts, es werde geballert und geschrien, es sei nicht zum Aushalten. „Einer warf sogar mit einem Knüppel gegen die Spielgeräte. Ich bin zu dem hingegangen und habe gefragt: Was soll der Quatsch?“

Die Jugendlichen reagierten teilweise gar nicht auf Vorhaltungen, hörten nicht auf, mit Musik die Südstadt zu beschallen. „Noch habe ich keine Flasche an den Kopf bekommen, aber bald passiert da etwas“, meint ein Anlieger. Teilweise musste die Polizei gerufen werden. Dabei fühlen sich die Nachbarn verantwortlich dafür, dass die Anlagen nicht zerstört werden. So werden Jugendliche schon mal aufgefordert, die Scherben wegzufegen. Anliegerin Gabriele Abel hat keine Scheu, auf Krachmacher energisch zuzugehen, „doch nachts um eins ist mir das zu gefährlich“.

Der Südstadtpark werde gut genutzt, allein es fehle ein Sozialarbeiter, der das Treiben dort steuere. Aus dem Etat der „Sozialen Stadt“ könne keiner bezahlt werden, stellt Managerin Katharine Wegner klar. Und Stadtplanerin Ute Heldt Leal sieht keine Möglichkeit, Menschen auszuschließen. „Das ist ein öffentlicher Raum.“ Die Stadt könne nur entsprechend Schilder aufstellen. „Rufen Sie die Polizei an, wenn es nicht mehr geht“, empfiehlt sie.

Der ganze Platz habe viel Geld verschlungen, aber die Lärmentwicklung sei nicht berücksichtigt, „das ist eine Sauerei gegenüber den Anwohnern“, schimpft Peter Doroszenko. Der Abstand zwischen Wohngrundstück und Bolzplatz betrage nur 30 Meter. Er fordert Schallschutzmaßnahmen. Ute Held Leal wehrt sich gegen Vorwürfe. „Der Park durfte so gebaut werden, wir haben nichts unberücksichtigt gelassen.“ Für Gabriele Abel ist es nicht hinnehmbar, dass sich Ältere gar nicht mehr in die Nähe trauten, wenn da 20 junge Menschen herumlärmten. Es tue ihr auch um die Jugendlichen leid, wenn dann immer die Polizei gerufen werde. „Soziale Stadt“ heiße doch auch soziales Miteinander.

Der „soziale“ Stuhlkreis indes hat denn auch sein Gutes, einige Lösungsvorschläge wurden im Beirat erarbeitet. Jetzt sollen auf der großen Rasenfläche wieder die Tore aufgebaut werden, um die sportlichen Aktivitäten auf der Fläche zu entzerren. Auch soll geprüft werden, andere Sportplätze in der Südstadt für Jugendliche zu öffnen. Petra Herrenbrodt-Schiefke schlägt vor, ein soziales Projekt anzuschieben, um das Miteinander im Südstadtpark zu verbessern. Auch will die Stadt mehrsprachige Schilder gegen laute Musik und Lärmen aufstellen.

Wolfgang Glombik

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