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Segeberg Prozess: Leiche zerstückelt, um Tochter "Schock zu ersparen"
Lokales Segeberg Prozess: Leiche zerstückelt, um Tochter "Schock zu ersparen"
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10:27 19.12.2012
Spurensicherung auf dem Hof in Sülfeld: Im Sommer war dort die Leiche des Sohnes in einer Jauchegrube gefunden worden. Quelle: jeb
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Heute hat vor dem Kieler Landgericht der Prozess gegen einen ehemaligen Schweinemäster begonnen. Die Anklage wirft dem 63-Jährigen heimtückischen Mord vor. Der Mann soll seinen Sohn umgebracht, die Leiche zerstückelt und in eine Jauchegrube geworfen haben.

„Ich habe die Straftat nicht begangen“, behauptete der Angeklagte in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung zum Auftakt des Prozesses. Er habe seinen 27-jährigen Sohn leblos am Küchentisch gefunden, als er nach einem lauten Knall nach ihm sehen wollte. Um seiner Tochter „einen Schock für das Leben“ zu ersparen, habe er die Leiche zerstückelt und in die Jauchegrube geworfen, ließ der Angeklagte weiter erklären.

Laut Anklage soll der Vater seinen stark angetrunkenen Sohn am 17. Juni 2012 auf seinem Bauernhof in Sülfeld umgebracht haben. Nach einem Streit um laute Nazi-Musik des Sohnes habe er dem betrunken am Küchentisch eingeschlafenen 27-Jährigen einen angezündeten Feuerwerkskörper in den Mund gesteckt, der explodiert sei, sagte Staatsanwalt Torsten Holleck. Die Leiche habe der Angeklagte dann zerteilt und in die Jauchegrube geworfen.

Die Schwester machte den grausigen Fund: Sie entdeckte Überreste ihres als vermisst gemeldeten Bruders zwei Tage nach dem Verbrechen. Sie ist eine von insgesamt sieben Zeugen, die die Schwurgerichtskammer am ersten Prozesstag geladen hat. Die Mutter des Toten ist Nebenklägerin.

Zu Motiv und Tathergang des Verbrechens machte die Anklagebehörde vorab keine Angaben. Vater und Sohn sollen sich bei einem Dorffest heftig gestritten haben, wie Zeugen den LN sagten (wir berichteten).

Der Sohn lebte nach früheren Polizeiangaben nicht mehr auf dem elterlichen Hof, sondern in Bad Oldesloe. Er soll auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Umland gearbeitet, seinen Vater aber mehrfach in der Woche besucht haben.

Für die Ermittlungen war die Jauchegrube auf dem Schweinemastbetrieb abgepumpt und auf Spuren überprüft worden. Dafür hatte die Mordkommission das Technische Hilfswerk angefordert.

Nach dem Leichenfund kam der Vater auf Anordnung eines Amtsarztes vorübergehend in eine psychiatrische Fachklinik. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Für das Verfahren hat die Schwurgerichtskammer einen psychiatrischen Sachverständiger hinzugezogen. Insgesamt sind vier Verhandlungstage vorgesehen.

Mehr zum Prozess lesen Sie im Laufe des Tages bei LN Online und morgen in den Lübecker Nachrichten.

LN

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