Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Prozess um Tierquälerei wird zur Posse
Lokales Segeberg Prozess um Tierquälerei wird zur Posse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 28.06.2017
Bad Segeberg/Todesfelde

Im vierten Anlauf begann gestern endlich der Prozess gegen Horst P., der 57-Jährige muss sich wegen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in 13 Fällen vor dem Schöffengericht Bad Segeberg verantworten. Nach der Anklageverlesung musste die Verhandlung nach langer Diskussion um Prozessformalien dann aber erneut unterbrochen werden. „Wenig seriös“ nannte Verteidiger Thomas Albertshauser das Verfahren bisher.

In diesem Prozess ist der Wurm drin: Beim ersten Anlauf 2015 stellte Richterin Sabine Roggendorf fest, dass P. nicht ausreichend anwaltlich vertreten ist – seine beiden Wahlverteidiger seit damals, Albertshauser und Verena Rottmann, haben keine Zulassung. Deshalb wurde P. ein Pflichtverteidiger beigeordnet, denn ihm droht womöglich ein lebenslanges Tierhalteverbot. Der Todesfelder Landwirt war zwischen 2011 und 2013 immer wieder bei tierärztlichen Kontrollen aufgefallen, laut Anklage litten einige seiner Rinder und Schweine an schmerzhaften Entzündungen der Gliedmaßen, kranke Tiere sollen teilweise unbehandelt geblieben sein. Einige starben oder wurden eingeschläfert.

Der erste Pflichtverteidiger allerdings legte sein Mandat einen Tag vor der erneuten Prozesseröffnung im April nieder. Trotz des neuen Pflichtverteidigers und eines nun sogar dritten Wahlverteidigers scheiterte auch der dritte Verhandlungsversuch vor einer Woche – nun allerdings an der Zusammensetzung des Gerichts: Ein falscher Schöffe war geladen worden.

Gestern stellte die Verteidigung erneut einen Aussetzungsantrag. Als neuer Anwalt habe er nicht ausreichende Akteneinsicht gehabt, argumentierte Dr. Benjamin Tachau. Zudem sei der Angeklagte nicht ordnungsgemäß schriftlich geladen worden zum neuen Prozessbeginn.

Richterin Roggendorf lehnte schließlich ab. Es handele sich um eine Sondersituation, alle Beteiligten seien beim letzten Prozesstag mündlich geladen worden, festgehalten im Protokoll, und schließlich auch zum neuen Termin erschienen, der ursprünglich als Fortsetzungstag vorgesehen war. Als Kompromiss wurde der Prozess jedoch unterbrochen. Die Verteidigung hat nun bis zum 18. Juli Zeit, sich in das Verfahren einzuarbeiten.

Nadine Materne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der evangelische Kindergarten in Blunk feiert einen runden Geburtstag: Am kommenden Sonnabend, 1. Juli, wird er zehn Jahre alt.

28.06.2017

In den vergangenen Tagen hat sich erneut ein Anrufer als angeblicher Polizist ausgegeben. Das hat die Polizeidirektion Bad Segeberg gestern mitgeteilt. Demnach waren diesmal zwei Wahlstedter betroffen.

28.06.2017

Nach einer Fusion würden sich für eine gemeinsame Gemeinde aus Nahe und Itzstedt neue Möglichkeiten ergeben.

28.06.2017
Anzeige