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Segeberg Schackendorf-Mord: Prozessbeginn nächste Woche
Lokales Segeberg Schackendorf-Mord: Prozessbeginn nächste Woche
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07:14 18.10.2018
Der auf acht Tage angesetzte Prozess beginnt am 26. Oktober am Kieler Landgericht. Quelle: Foto: DPA
Schackendorf/Kiel

Eines des wohl schlimmsten Verbrechen der vergangenen Jahre im Kreis Segeberg kommt bald vor Gericht: Ab Freitag, 26. Oktober, wird vor dem Kieler Landgericht gegen einen 47 Jahre alten Mann verhandelt, der am 1. November 2017 in Schackendorf seine 34 Jahre alte Frau in einem Rausch aus Hass und Gewalt erschlagen haben soll. Noch erschreckender dabei: Der dreijährige gemeinsam Sohn musste den Mord an seiner Mutter offenbar mit ansehen.

Die Kieler Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch weitere Details zu der Tat herausgegeben. Wie die Anklage berichtet, war die Familie erst am Tag der Tat aus bisher nicht genannten Gründen vorzeitig von einer Urlaubsreise zurückgekehrt. Am Abend sei das Paar gemeinsam mit dem Sohn und dem Familienhund zu einem Spaziergang aufgebrochen, bei dem es heftigen Streit gegeben haben soll. Dabei sei der Anklagte derart in Rage geraten, „dass er einen abgebrochenen Recyclingpfahl ergriffen und damit auf die Geschädigte eingeschlagen haben soll“, schreibt die Staatsanwaltschaft. Dadurch habe die Frau eine schwere Wunde erlitten und sei bewusstlos zu Boden gegangen.

Bei einem Schlag war es wohl nicht geblieben, der 47-Jährige soll nach Überzeugung der Anklagebehörde in einen regelrechten Rausch geraten sein. Er habe ihr „weiterhin mehrfach mit dem Pfahl ins Gesicht geschlagen. Durch diese Schläge soll die Geschädigte schwere Mittelgesichts- und Kopfverletzungen mit komplexen Brüchen sowohl des Schädeldaches als auch des Mittelgesichts erlitten haben“. Anschließend habe er seiner Frau mit einem scharfen Gegenstand eine Schnittwunde am Hals zugefügt. Gestorben sei die 34-Jährige an einem „schweren, offenen Schädel-Hirn-Trauma mit einer begleitenden Bluteinatmung“, so die Staatsanwaltschaft.

Um seine Tat zu verdecken, habe der Anklagte dann den Unterleib seines Opfers entkleidet, um ein Sexualdelikt vorzutäuschen. Danach sei er „mit seinem Sohn nach Haus gegangen“.

Seit der Verhaftung seines Vaters kurz nach der Tat befindet sich der kleine Junge in einer Pflegefamilie. Wie viel er wirklich von dem Verbrechen an seiner Mutter mitbekommen hat, darüber machte die Staatsanwaltschaft bisher keine Angaben.

Der Angeklagte selbst bestreitet die Tat weiterhin. Wie sein Verteidiger den LN bereits vor einiger Zeit sagte, werde er sich bemühen, einen Freispruch für den 47-Jährigen zu erreichen. Mit Ausnahme eines „Konglomerats an Anschuldigungen“ habe die Staatsanwaltschaft aus Sicht des Juristen in der Sache nichts vorzuweisen.

Oliver Vogt

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