Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Prügel beim Gassigehen: Geldstrafe für Hundehalterin
Lokales Segeberg Prügel beim Gassigehen: Geldstrafe für Hundehalterin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:49 14.03.2016
Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Kaum vorstellbar: Da treffen zwei Hundehalter beim Gassigehen aufeinander — und am Ende landet einer mit Prellungen und Schürfwunden beim Arzt. Weil eine 42-jährige Wahlstedterin einen 22-Jährigen beleidigt und gemeinsam mit einem Unbekannten verprügelt haben soll, ist sie gestern vor dem Amtsgericht Bad Segeberg zu einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro verurteilt worden.

Der Fall ist so skurril wie ungewöhnlich: Es ist der 11. Oktober 2014 als Dennis D. (alle Namen von Tatbeteiligten von der Redaktion geändert) mit seinem Hund hinter den Tennisplätzen zwischen Gartenweg und Feldkamp in Wahlstedt spazieren geht. Auch Ruth Q. ist mit ihren drei Hunden dort unterwegs. Als sie außer Sichtweite ist, leint D. seinen Hund ab, und der rennt daraufhin zu der Frau und ihren Vierbeinern. Als der Halter ebenfalls bei ihr ankommt, prasselt angeblich eine Schimpftirade auf D. nieder. Ruth Q. soll den jungen Mann aufs Übelste beschimpft haben. Doch dann gehen die beiden zunächst wieder auseinander.

Aber kurz darauf fährt ein schwarzes Auto vor. Ruth Q. und ein kräftiger, glatzköpfiger Mann steigen laut Dennis D. aus und rennen auf ihn zu. Sie bepöbeln ihn, schlagen auf ihn ein — bis er zu Boden fällt. Selbst dann treten sie nach den Schilderungen des Opfers noch weiter auf ihn ein, um anschließend zu drohen, dass seiner Familie etwas passiere, wenn er das Geschehene weitererzähle. Später stellt ein Arzt im Krankenhaus Prellungen und Schürfwunden bei dem Opfer fest. Der junge Mann erstattet Anzeige, sucht auch über die LN nach Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben. Es findet sich niemand, doch die Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht der gefährlichen Körperverletzung und der Beleidigung nach. Und so sehen sich Dennis D., seine Peinigerin Ruth Q. und deren Mann, der als mutmaßlicher Mittäter ebenfalls auf der Anklagebank sitzt, vor Gericht wieder.

Noch einmal schildert Dennis D. die Ereignisse, die über ein Jahr zurückliegen. An manche Dinge erinnert er sich nur noch ungenau, einiges hört sich anders an, als im Polizeibericht dokumentiert. Ein Zeuge versichert, zur Tatzeit mit Herrn Q. zusammengewesen zu sein. Auch ist sich Dennis D. nicht sicher, ob er wirklich der zweite Täter neben Ruth Q. ist. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Rechtsanwalt sehen deshalb keinen hinreichenden Tatverdacht für eine Beteiligung des 39-Jährigen. Demzufolge wird er freigesprochen.

Für seine Frau hingegen sieht es anders aus. Ihre Tat sei unstrittig, befindet die Staatsanwaltschaft und fordert drei Monate Haft, die in eine Geldstrafe umzuwandeln sei für gefährliche Körperverletzung in einem minderschweren Fall und eine Verurteilung wegen Beleidigung. Richterin Yvonne Puck schließt sich dieser Auffassung an: „Ich bin davon überzeugt, dass sich der Vorfall so ereignet hat“, begründet sie ihr Urteil: 100 Tagessätze à 30 Euro.

Ruth Q., die während der Verhandlung ebenso wie ihr Mann nicht aussagte, kündigte anschließend an, Rechtsmittel gegen das Urteil des Amtsgerichts einlegen zu wollen.

Von Heike Hiltrop

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Über Bau der Flüchtlingsunterkunft „Kieler Modell“ soll jetzt offiziell entschieden werden. Architekt Zastrow beteuert, dort liege nur Bauschutt.

15.03.2016
Segeberg Bad Segeberg/Norderstedt - Sieben junge Musiker kamen weiter

Gute Ausbeute für die Segeberger bei „Jugend musiziert“ in Rendsburg.

14.03.2016

Durch Detektortechnik soll sich in Bad Segeberg die Bildqualität bei verringerter Strahlendosis verbessern.

14.03.2016
Anzeige