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Segeberg Radweg auf neuer Brücke nicht erreichbar
Lokales Segeberg Radweg auf neuer Brücke nicht erreichbar
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20:36 05.10.2016
Elleraus Bürgermeister Eckart Urban auf dem kombinierten Geh- und Radweg an der neuen A7-Brücke im Kadener Weg, der wegen der langen Leitplanken nicht zu erreichen ist. Quelle: Fotos: Fuchs

Das sieht so richtig nach Schildbürgerstreich aus: Die vor einem Jahr abgerissene Brücke im Kadener Weg, die Ellerau mit Alveslohe und Henstedt-Ulzburg verbindet, ist jetzt verbreitert wieder hergestellt und für den Verkehr freigegeben. Wie von der Gemeinde Ellerau gewünscht, ist sie mit einem kombinierten Geh- und Radweg versehen. Doch der ist mit Leitplanken so geschützt, dass kein Radfahrer ihn erreichen kann, sondern auf der Fahrbahn für die Autos über die enge Brücke fahren muss. Es sei denn, er würde eine meterhohe Doppelhürde überklettern.

„Das sieht doof aus. Aber wir müssen strikt nach Planfeststellung bauen.“ Christian Merl, „Via Solutions Nord“

Frühestens 2019 werde sich daran etwas ändern, wenn der gesamte Radweg auf der Kreisstraße 24 gebaut werde, vertröstete jetzt die Kreisverwaltung Segeberg Bürgermeister Eckart Urban aus Ellerau, der sich doch sehr über diese Behördenposse wundert. Christian Merl von „Via Solutions Nord“, die für den sechsspurigen Ausbau der A7 zuständig ist, die auch die Brückenerneuerung notwendig machte, sagt dazu: „Das sieht doof aus. Aber es ist Kreissache. Wir müssen strikt nach Planfeststellung bauen.“ Und aus Gründen der Verkehrssicherheit dürften die Leitplanken nicht unmittelbar vor einer Brücke enden, sondern müssten den Straßenabhang so weit absichern, dass es nicht möglich sei, dass ein Fahrzeug vor der Brücke von der Fahrbahn abkommt und womöglich auf die Autobahn stürzt.

Die Kreisverwaltung sieht sich zu keinerlei Eile gedrängt. Der etwa drei Kilometer lange Radweg von der Dorfstraße in Ellerau bis zur Kadener Chaussee in Henstedt-Ulzburg werde erst nächstes Jahr geplant und könnte frühestens Ende 2018 fertiggestellt werden, sagt Frank Hartmann, Planungschef in der Kreisverwaltung. „Und selbst das ist ein sportlicher Termin.“ 2019 sei realistischer. Bis dahin müssten die Radfahrer sich gedulden. Der Radweg auf der Brücke könne erst dann benutzt werden, wenn der Radweg auch im weiteren Straßenverlauf hergestellt sei. Dazu müsse die Böschung verbreitert und Grundstückskäufe getätigt werden. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Bereich für Radfahrer nicht nutzbar.“

Für die Gemeinde Ellerau scheint mit ihrem Wunsch nach einem Radweg auf der K 24 der Wurm drin zu sein. Jahrelang lehnte die Verwaltung es ab, ihn zu bauen, weil die Kosten zu hoch seien. Dann unternahm Bürgermeister Urban erneut eine Initiative, als es hieß, die A7-Brücke müsse erneuert werden. Doch dann gab die Verwaltung erst grünes Licht, als Ellerau sich verpflichtete, zwei Drittel der Baukosten von etwa 400000 Euro nur für den Brückenbereich zu übernehmen, weil sich Alveslohe und Henstedt-Ulzburg daran nicht beteiligen wollten. Und nun ist der Radweg auf der Brücke fertig, kann aber nicht genutzt werden.

Bürgermeister Urban schlägt nun vor, die Leitplanke auf beiden Seiten der Brücken zu öffnen, damit Radfahrer im geschützten Bereich die Brücke überqueren könnten. Doch ob das die Behörden als Übergangslösung erlauben werden, ist fraglich.

Burkhard Fuchs

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