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Segeberg Räuber zu langjährigen Haftstrafen verurteilt
Lokales Segeberg Räuber zu langjährigen Haftstrafen verurteilt
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20:47 17.01.2017

Von Bad Segeberg aus planten die Angeklagten bewaffnete Raubüberfälle auf Edeka-Einkaufsmärkte in Schwarzenbek (Kreis Herzogturm Lauenburg) und Wrist (Kreis Steinburg) und erbeuteten 60 000 Euro. Gestern verurteilte das Kieler Landgericht einen 27-jährigen Serientäter zu acht Jahren und drei Monaten Haft, seinen 22-jährigen Komplizen wegen Beihilfe zu drei Jahren und neun Monaten.

Weihnachten 2015 wurde für den stellvertretenden Leiter des Schwarzenbeker Supermarkts zum Horror: In der Nacht zum 26. Dezember rissen ihn zwei Maskierte aus dem Schlaf, fesselten ihn und schleppten ihn in ihren Pkw. Barfuß, mit einem Jutebeutel vor dem Gesicht, wurde der Zeuge zum Supermarkt gefahren. Am Ziel musste er unter Todesdrohungen die Alarmanlage außer Betrieb setzen und den Tresor öffnen.

Für den Haupttäter schlug allein dieser erpresserische Menschenraub in Tateinheit mit Raub im besonders schweren Fall mit sieben Jahren Haft zu Buche. Der als Nebenkläger am Prozess beteiligte Zeuge konnte erst nach sechsmonatiger Therapie wieder zu Hause schlafen. Ihm müssen die Kidnapper laut Urteil 8140 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld zahlen. In Rechnung gestellt werden auch seine Anwaltskosten.

Festgenommen wurde das Duo, als es am 25. Februar 2016 in Wrist eine weitere Filiale der Ladenkette überfallen wollte. Da wurde der mehrfach einschlägig vorbestrafte Drahtzieher bereits von der Polizei observiert. Die Beamten lagen am Tatort auf der Lauer, als die Räuber im Audi A 8 mit gestohlenen IZ-Kennzeichen vorfuhren. Doch die Angeklagten entdeckten die Beobachter und entzogen sich dem Zugriff durch halsbrecherische Flucht. Mit bis zu 180 km/h rasten sie durch Neumünster, missachteten ein halbes Dutzend rote Ampeln, schockten beim Überholen den Gegenverkehr und rasten über den Bürgersteig. Passanten brachten sich mit einem Sprung in Sicherheit. Für die Richter ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Dem Fahrer (27) entzogen sie den Führerschein, frühestens in zwei Jahren darf er erneut die Prüfung ablegen.

Was den jüngeren Beifahrer zum Mitmachen getrieben hatte, blieb in dem viermonatigen Prozess unklar. Er hat eine Berufsausbildung, ist nicht vorbestraft. Die Vorsitzende Richterin tippte auf „jugendliche Abenteuerlust, vielleicht auch Geldgier“.

gey

LN

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