Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Raku-Keramik: Viel zu schade für den Schrank
Lokales Segeberg Raku-Keramik: Viel zu schade für den Schrank
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:10 01.07.2013
Von Ursula Kronlage
Die Objekte bestechen durch ihre schillernden Farben.
Trappenkamp

Bildende Künstler schaffen meist im Verborgenen, wollen gar nicht so gern bei ihrer Arbeit beobachtet werden oder etwas erklären müssen. Doch es gibt Ausnahmen: Zum Beispiel Töpfermeister Gerd Plöger, der am Sonntag in der Kunstschmiede Tischler in Trappenkamp vor Besuchern „Raku“ demonstrierte. Es heißt übersetzt „Freude“, stammt aus dem Japanischen und steht für die gleichnamige Brenntechnik, die allerdings ein Nichtjapanisch-stämmiger Handwerker entwickelt haben soll. Und das liegt mehrere hundert Jahre zurück. In der westlichen Welt haben Paul Soldner und Bernard Leach das traditionelle Raku abgewandelt und einen eigenen Stil geschaffen.

Raku ist eine Spezialität von Plöger. Den Zuschauern erklärte er detailliert die Vorgänge, denn Raku unterscheidet sich von der herkömmlichen Brenntechnik. Zum Beispiel werden die glasierten oder unglasierten Stücke aufgrund der starken Rauchentwicklung im Freien gebrannt. „Der Ofen wird bis auf 1000 Grad erhitzt“, erklärt Gerd Plöger. Der Brennvorgang dauert ungefähr 20 Minuten.

Kurz vor dem Ende nimmt Plöger die Objekte aus dem Ofen und taucht sie ins Wasser — ein Kälteschock, der zu der gewünschten Rissbildung führt. Ehefrau Noomi, auch Keramikerin von Beruf, taucht die Stücke dann noch mal in Sägespäne, diese entflammen durch die Hitze, was den Schalen, Bechern und Tellern einen ganz besonderen Glanz verleiht. „Bei dieser Technik sieht man schnell ein Ergebnis“, bemerkte Plöger.

Die Besucher sind fasziniert; offenes Feuer hat schon etwas Besonderes. Auch wenn es wie hier doch eher gezähmt vor sich hin flackert. „Keramiken waren längere Zeit out und kommen jetzt wieder“, sagte Brigitte Vierth aus Wahlstedt und lässt sich genau von Plöger den Raku- Brand erläutern. Sie hat früher auch Keramiken gebrannt. „Überwiegend in braun“, gibt sie zu.

Drinnen in der Kunsttischlerei hat Gerd Plöger ein paar Modelle aufgebaut, in verschiedenen Farben — von cremeweiß über zartblau bis opal. „Es sind aber keine Gebrauchsgegenstände, eher Dekorationsstücke. Man sollte keine Getränke hineingießen“, hielt er fest. Denn die Masse sei nicht komplett gedichtet und Flüssigkeit könnte möglicherweise langsam hindurchsickern.

Wer das Werkstattmuseum und die Schmiede der Tischlers in Trappenkamp, Hermannstädter Straße 27, besichtigen möchte, kann einen Termin vereinbaren; telefonisch unter der Nummer 043 23/ 25 96.

• Oder im Internet:

www.schmiede- tischler.de

„Bei dieser Technik sieht man schnell ein Ergebnis.“
Gerd Plöger, Künstler

Ursula Kronlage

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Einstimmig wurde Bürgermeister Sönke Siebke (Bürgerliche Wählergemeinschaft Schmalensee, BWS) bei der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung in Schmalensee im Amt bestätigt.

01.07.2013

Der SPD-Fraktionsvorsitzende in Bad Segeberg, Joachim Wilken-Kebeck, wundert sich über die heftige Kritik der Wählergemeinschaft BBS an der Bahnhofsplanung. Stattdessen plädiert er dafür, hier Spielräume auszunutzen.

01.07.2013

Die Sanierung maroder Gefängnisgebäude in Schleswig-Holstein wird noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Dies machte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Montag bei einem Besuch der Justizvollzugsanstalt Neumünster deutlich.

02.07.2013