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Segeberg Rantzau und Luther im Live-Gespräch
Lokales Segeberg Rantzau und Luther im Live-Gespräch
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22:12 25.08.2017
Manfred Quaatz (l.) als Johann Rantzau und Gerd Jeguschke als Martin Luther sprachen über den Gehorsam vor Gott und Landesherren. Quelle: Foto: Kullack

Als Mönch, so Rantzau (1492-1565), Feldherr des dänischen Königs und Vater des späteren Statthalters Heinrich Rantzau, möge Luther (1483-1546) von der „Freiheit des Christenmenschen“ reden – er selbst aber sei Soldat, ein Untertan des Königs. Dieses Gespräch war natürlich fiktiv – trotzdem hatten die Zeitgenossen in der Tat engen Kontakt: Johann Rantzau begleitete den dänischen Thronfolger Christian III. 1521 zum Reichstag nach Worms, wo Luther sich vor Kaiser und Reich für seine Schriften zu rechtfertigen hatte. Rantzau und der Kronprinz zeigten sich von der Argumentation des Reformators überzeugt und zählten fortan zu den Anhängern Luthers. Christian III. förderte die Reformation in Schleswig-Holstein und Dänemark. Beim Segeberger Gespräch ließ sich Rantzau von Luther belehren, dass vor Gott alle Christen gleichen Standes seien und das letztlich auch ein Papst nichts besonderes darstelle: „Der Dienst der Bischöfe und Priester ist notwendig – grundlegend aber sind Taufe und der Glauben.“

Am Ende folgte Johann Rantzau der Argumentation des Kirchenkritikers: „Herr Professor Luther – ich stehe auf Ihrer Seite“. Er werde seinen Sohn Heinrich in Wittenberg studieren lassen, ließen die Veranstalter Quaatz sagen. In der Tat hatte Vater Johann Sohn Heinrich bereits als Zwölfjährigen in Wittenberg eingeschreiben lassen. Dort studierte der spätere Statthalter zwar Latein, soll aber auch in Luthers Haus verkehrt haben.

Manfred Quaatz als Vater Johann Rantzau – da der Segeberger VHS-Vorsitzende seit dem Stadtjubiläum mehrfach als Heinrich Rantzau aufgetreten ist, mögen manche der 50 Zuhörer vielleicht verwirrt gewesen sein – doch Obacht: Quaatz hatte stets einen Ritterhelm dabei: Feldherr, nicht Statthalter . . .

So wie sich Pastor Martin Pommering eingangs darüber freute, dass die Kalkberg-Oase den Abend – mit Musikbegleitung von Anna Stauder – ausrichtete, so sehr freute sich Oasen-Chef Ralf Schaffer über diesen Programmpunkt: „Wir hatten schon das Ahrensburger Sinfonieorchester hier und möchten verstärkt andere Angebote als Rock und Pop bieten. Dies soll zur echten Wohlfühl-Oase werden.“

Luther, so Schaffer auf die Frage von Pommerening, kannte noch keinen Kaffee. Von den 22 Sorten, die er in seiner Rösterei anbietet, hätte er dem Reformator „Monsooned Malabar“ kredenzt – die erste Sorte, die seinerzeit unbeschadet den Weg von Indien nach Europa geschafft habe.

 Lothar Hermann Kullack

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