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Segeberg Federvieh präsentierte sich auf der Kalkberg-Schau
Lokales Segeberg Federvieh präsentierte sich auf der Kalkberg-Schau
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14:13 07.01.2019
Minna (10) und eines ihrer Englischen Zwergkampf-Hühner. Fast 450 Tauben, Enten und anderes Rassegeflügel stellten Züchter bei der Kalkberg-Schau vor. Quelle: Heike Hiltrop
Negernbötel

 Mit geschicktem Griff umschließt Minna vorsichtig das kleine, hellbraun gesprenkelte Huhn und holt es aus seinem Präsentierkäfig: „Wollen Sie mal anfassen, es ist ganz zahm“, sagt die Zehnjährige und streichelt selbst über den Kopf des „Englischen Kämpfers“ in ihrer Hand – eine Zierhuhn-Rasse, die etwa 1870 auf der Insel entstanden ist. So jung Minna ist, so erfahren ist das Mädchen schon in Sachen Geflügel. „Es macht einfach Spaß, damit umzugehen, ich mag das als Hobby.“ Die Schülerin gehört zum vielversprechenden Nachwuchs, der sein nicht minder vielversprechendes Federvieh auf der Kalkberg-Schau präsentiert. Lauf- und Pekingenten sind dabei, viele Tauben und Hühner, sogar Puten, als am ersten Wochenende des Jahres die Reithalle vom Hof Rützenhagen in Negernbötel zur Ausstellungsfläche von Zuchterfolgen wird.

Kalkbergschau/Negernbötel

Den großen Preis der Stadt Bad Segeberg räumten Hans-Rainer Hildebrandt mit einem perlgraugesperberten „Cochin“ (Hühnerrasse) und Sönke Hinsch mit einem gelben „Elsterpurzler“ ab. Mit dieser Tauben-Rasse bekam Hinsch außerdem den großen Preis des Kreisverbandes. Paul Sokoll erhielt den Kreis-Jugendpokal für seine Englischen Zwergkämpfer. Und Mirco Klein gewann mit seinen Zwerghühnern der bedrohten Rasse „Deutsches Reichshuhn“. Zuvor sicherten sich alle genannten in ihren Kategorien die Vereins-Pokale.

Bereits das zweite Jahr in Folge ist der Rassegeflügel-Zuchtverein Bad Segeberg und Umgebung nach Negernbötel ausgewichen – seitdem der Verein nicht mehr die Bad Segeberger Mehrzweckhalle am Städtischen Gymnasium für seine Zuchtschau nutzen darf, so wie viele Jahre vorher. „Da sind immer viele Besucher beim Sonntagsspaziergang vorbeigekommen. Innenstadt, Möbel Kraft und die Schau haben sich gegenseitig angezogen. Alle finden es toll und schick, aber es gibt eben auch diejenigen, die etwas dagegen haben“, bedauert Bernd Göttsch, Kassenwart im Verein, dass die Stadt Bad Segeberg keine adäquate Fläche in zentraler Umgebung mehr zur Verfügung stellen kann. Dafür fühlen sich die Tiere in der Reithalle mit ihren gemäßigten Temperaturen pudelwohl. Göttsch: „Die sind hier ähnlich wie in ihren Ställen. Das kennen sie.“ Und so lösen vielstimmiges Krähen und lautes Geschnatter drei Tage lang das Pferdewiehern ab.

Buntes Federvieh

Die Preisrichter richten als erstes ihr Augenmerk auf die knapp 450 Tiere. Sind die Farbschläge dem Standard entsprechend. Wie ist der Gesamteindruck, die Haltung? Darauf kommt es beim Elsterpurzler, einer kunstfliegerisch besonders talentierten Taubenrasse ebenso an wie beim Deutschen Reichshuhn oder der rehfarben-weißgescheckten Laufente. Nach der Bewertung schaut sich das Publikum um. Am Sonntag sind es etwa 150 Besucher, die sich zwischen Käfigreihen und Volieren umschauen.

Drei Tage Geflügel statt Pferde: Die Trainingshalle vom Reiterhof Rützenhagen war zum zweiten Mal Austragungsort der Kalkberg-Schau. Knapp 450 Tauben, Hühner und anderes Rassegeflügel stellten Züchter aus dem ganzen Norden zur Begutachtung vor. Quelle: Heike Hiltrop

„Tauben sind die größte Gruppe“, sagt Ausstellungsleiter Sönke Hinsch, der mit seinen Tieren ordentlich abgeräumt hat (siehe Info-Text). Aus ganz Schleswig-Holstein seien die Züchter für ihre Hauptsonderschau, die der Vereins- und Kreisschau angeschlossen ist, angereist. Gast Thomas Jebe hat es dagegen ein „Chabo“ angetan. „Das würde ganz genau in meine Linie passen“, schwärmt er beim Betrachten des schwarzen Huhns mit den weißen Tupfen. „Und diese Rasse ist gut im Garten zu halten. Sie zerstören die Rabatten mit ihren kurzen Beinen nicht und scharren keine Löcher“, weiß Vereinsvorsitzender Norbert Roll um deren Vorzüge. Hauptsache die Hähne krähen nicht vor acht Uhr morgens und stören damit womöglich Nachbarn mit begrenzter Geduld für die Bedürfnisse des Federviehs .....

Heike Hiltrop

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