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Segeberg Raub-Prozess: Kein Ende in Sicht
Lokales Segeberg Raub-Prozess: Kein Ende in Sicht
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20:16 17.08.2016

Der Prozess gegen Kevin L. (Namen geändert), der unter anderem angeklagt ist, die Star- Tankstelle in Bad Segeberg überfallen zu haben, zieht sich hin.

Und damit die Entscheidung, ob das Schöffengericht überhaupt den angemessenen Strafrahmen verhängen darf. Die maximale Strafgewalt der Segeberger Richter liegt bei vier Jahren und würde im Fall der bewiesenen Schuld in allen Punkten nicht ausreichen – das war bereits zu Prozessauftakt Ende Juni klar. Neben der räuberischen Erpressung sind mehrfache Körperverletzung und eine Raubtat angeklagt.

L. ist außerdem vorbestraft.

Nach den jüngsten Verhandlungstagen, in denen es um Körperverletzungsdelikte auf einer Party gegen vier Geschädigte ging und der Frage, ob L. in einer Juninacht 2014 gemeinsam mit anderen vier Jugendliche auf dem Hinterhof der Bad Segeberger Sparkasse „abgezogen“ hatte, scheint das Gericht zum Schluss gekommen zu sein, Spielraum für eine mögliche Verurteilung zu haben: Die meisten Zeugen schilderten L.’s Aggressionen im April 2015 als Lapalien – das könne im Suff schon mal passieren. Und beim Raub auf vier Jugendliche 2014 sind die Aussagen äußerst widersprüchlich. Drei der Opfer erkennen L. nicht wieder. Beim Vierten bestehen Zweifel am Erinnerungsvermögen. Gegen fünf mutmaßlich Beteiligte sind die Verfahren in der Sache bereits abgeschlossen, wurden eingestellt. Auch bei Evgeny D., dessen Aussage von damals verlesen wurde – er belastet L. als Mittäter. Andere Zeugen konnten – oder wollten – sich nicht erinnern.

Zeuge Thomas A. beteuert, L. habe den fraglichen Abend mit ihm auf der Kirchwiese verbracht, nachdem man noch Alkohol gekauft hatte. Nach „ein, zwei Stunden“ sei man heim gegangen. Gemeinsam. Der Raub hinter der Sparkasse ereignete sich drei Uhr nachts. Bei einer Polizeikontrolle kurz danach wurden die Personalien von A. aufgenommen. Auch Evgeny D. war bei ihm, nicht aber der Angeklagte. Eine Erklärung hat A. dafür nicht. Gericht und Staatsanwalt sind sichtlich genervt.

Nächste Woche befasst sich das Gericht wieder mit dem Tankstellenraub. Den hatte L. zunächst gestanden, sogar seinen Fluchtweg rekonstruiert – übereinstimmend mit Bildern des Täters von einer Überwachungskamera. Zu identifizieren ist L. auf den Bildern nicht. Er hatte sein Geständnis daher widerrufen. Wie schwer war der Überfall – und war L. auch der Täter? Bevor entschieden werden kann, ob der Fall an das Kieler Landgericht verwiesen wird, müssen diese Fragen geklärt werden.

Nadine Materne

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